Promis als Investoren: Kaffeefahrt für Startups mit Mesut Özil

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 22. März 2013 |

celebrity for equity
Spätestens seit dem Hollywood-Star Aston Kutcher oder Pop-Größe Justin Timberlake  hier und da Geld und guten Namen in Start-ups und Netzwerke investieren, weiß man, dass sich dies zumindest mit ein wenig Glanz und PR  für ein Startup auszahlen kann.

Celebrities als Investoren, die will auch die Celebrity-Marketing-Agentur Kaiorize in Deutschland ins Geschäft bringen.  Dazu holt sie unter anderem die Nationalspieler Mesut Özil, Toni Kroos und Mario Götze für eine “Celebrity for Equity”-Lounge in Berlin ins Boot. Doch die hat mehr mit einer digitalen Kaffeefahrt gemeinsam.

Kaiorize, das mal mit den "Celebrity Product Placement"-Konzept "Tausche Prominenz gegen Produkt" mit Charity-Charakter startete und sich etlicher Kontakte in die Promi-Welt rühmt, stellt sich seine Investoren-Kaffeerunde, die dann von der  Out of the Box UG durchgeführt wird, so vor:

Start-ups, die sich zuvor bewerben müssen, pitchen in Berlin vor einer Promi-Jury.

Wer als Start-up dabei sein will, zahlt 500 Euro Teilnahmegebühr. Man muss sich das wie einen teuren Eintrittspreis in eine Nobel-Disco vorstellen, den man gerne bezahlt, weil der Laden gerüchteweise voller Stars sein soll. Aber ich greife vor.

Wer die Promis überzeugt, der kann auf ein Investment hoffen. Nicht automatisch natürlich. Alles Verhandlungssache. Was geht, und was nicht, das machen die Damen und Herren dann untereinander aus.

Als Investment gibt der Promi aber (zunächst einmal) nur seinen Namen her. Das Start-up aber zahlt dafür.  Den Tausch Image von Prominenten gegen Anteile am Unternehmen und/oder am Umsatz vergleicht der Veranstalter selbstbewusst mit „Media for Equity“ und findet natürlich in seiner Pressemitteilung auch reichlich Raum für US-Erfolgsbeispiele. 

Die Liste der Promis beim Beschnuppern in Berlin klingt erst einmal verlockend. Wer würde nicht gerne mit Mesut Özil oder Panda-Maske Cro ins Geschäft kommen. 

Doch die dürften beim Event nicht einmal dabei sein. Sami Khedira, Mario Götze, Toni Kroos, Marco Reus, Mesut Özil oder auch Cro werden vom Management vertreten. Glaubwürdiges Engagement klingt anders. Bei Ashton Kutcher weiß man wenigstens, dass seine Lust an Start-ups über das übliche Interesse eines Testimonials für Shampoo-Werbung hinausgeht.

Und: Die Liste der weiteren Promis garantiert auch noch keine Anwesenheit. "Die gelisteten Celebrities bzw. deren Management haben einer Teilnahme an der Veranstaltung gemäß Anmeldeformular zugesagt bzw. ihr Interesse bekundet, die Unterlagen im Falle einer Abwesenheit nachträglich zugeschickt zu bekommen", heißt es im Kleingedruckten. Immerhin Dana Schweiger dürfte dort sein. Sie ist Miteigentümerin von Kaiorize.

Für die Organisatoren könnte das "Come Together" ein lohnendes Geschäft werden. Kassiert wird  nicht nur bei der Teilnahmegebühr. Kommt es zum Deal, verlangt Out of the Box UG auch eine Provision von 20 % der zwischen Promi und Unternehmen vereinbarten Vergütung. Die Provisionshöhe ist marktüblich.

In der Jury, und das lässt zumindest hoffen, dass der Klinkenputzer-Event nicht ganz das Niveau von Heizwärmer- und Rheumadecken-Werbefahrten erreicht, sitzt auch der geschätzte Gründerszene-Chefredakteur Joel Kaczmarek. Aber vielleicht wird auch er wiederum nur als Testimonial für die Veranstaltung instrumentalisiert. Damit würde sich immerhin ein Kreis schließen. Die Agentur, so sagt sie von sich, versteht sich auf 360-Grad-Marketing.


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Thema: Marketing

Schlagworte: Celebrity for Equity

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