Socken-Abo: So spannend kann Langeweile sein

Von Gastautor | 21. Dezember 2012 |

app socken
Geben Sie es ruhig zu. Irgendeiner der etailment-Leser zieht heute bestimmmt noch los, um Socken als Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Womit wir beim Thema wären. Socken, das wahrscheinlich langweiligste Produkt der Welt, wie Samy Liechti meint. Er ist Geschäftsführer des Schweizer Sockenabo-Anbieters Blacksocks.

etailment-Gastautorin Anne Grabs traf ihn im November auf dem etailment-Summit in Berlin und brachte die Erkenntnis mit, dass Socken vielleicht langweilig sind, das Geschäft damit aber Platz für spannende Ideen bietet. Das schildert sie in einem Gastbeitrag.

Die in Zürich ansässige Aktiengesellschaft Blacksocks vertreibt seit Jahren nichts anderes als Socken im Socken-Abo. Und das funktioniert so gut, dass man bei Blacksocks mittlerweile auch farbige Socken, Sportsocken oder Cashmere-Seidensocken im Abo kaufen kann.

Und seit September 2012 gibt es sogar schlaue Socken, die „Smarter Socks“.

Jede Socke ist mit einem RFID-Chip ausgestattet, die das Signal für den Sock-Sorter geben, der wiederum über die Smartphone-App gleiche Paare zusammenfügt. Doch die Smartphone-App erschöpft sich nicht im Suchen und Finden gleicher Sockenpaare, sondern erinnert den Kunden, wann neue Socken gekauft werden müssen. Ein Farbton-Messer kann ebenfalls genutzt werden, um den Sockenhaushalt aufzufrischen.

Smarter Socks sind natürlich alles andere als langweilig, sondern eine einladende Spielerei und nützlich zugleich.

Fehlen nur noch die Challanges unter den „Smart Sockern“, wer am schnellsten seine Socken sortiert hat.

Mit der Smartphone-App konnten laut Liechti 30 Prozent mehr Umsatz generiert werden, was auch auf das starke Medienecho zurückzuführen ist. Blacksocks vereint in seiner Strategie Convenience (Nutzen) und Subscription (Abos).

Das Nützliche ist, dass der Kunde sich nicht mehr um das „Sockenproblem“ kümmern muss, wie Samy Liechti auf den Punkt bringt: „Bei uns kann er einmal den Kaufentscheid machen und dann gibt es immer dasselbe. Und das ist der Teil der Convenience, den die Leute extrem schätzen, gerade weil sie sich nicht mehr darum kümmern müssen.“

Über die Autorin

Anne Grabs
Anne Grabs ist Autorin des Buches „Follow me! – Erfolgreiches Social Media Marketing“. Von 2010 bis 2012 war sie Geschäftsführerin des Kunstvereins subnet. Derzeit berät sie Unternehmen in digitaler Markenführung, Social Media und Social Commerce und schreibt an einem weiteren Buch zu digitalen Themen. 


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Hitmeister: Wachstum im Windschatten
Wir machen Frühjahrsputz und polieren die Glaskugel "Predictive Analytics", wir rücken Startups ins ...
Topartikel
Predictive Analytics: Die Zukunft gewinnt immer
Das Versprechen von Predictive Analytics für den Handel erinnert ein wenig an den Wunsch, die Lottoz ...
5 Startups mit dem besonderen Kniff
Wenn Startups heutzutage reüssieren wollen, dann brauchen sie entweder die ganz besondere Idee, eine ...
Payment-Verfahren: Das zahlt sich beim Kunden aus
Onlinehändler, die ihre Kunden zufrieden stellen wollen und die Conversion Rate steigern möchten, bi ...
Was (Stamm-)Kunden wollen und teures Marketing erspart
Neue Kunden zu gewinnen, wird für Onlinehändler immer aufwändiger und kostspieliger. Besser man ums ...
Onmichannel: Für deutsche CEO nur Nebensache
Omnichannel? Pfff. Gerade einmal 13 Prozent der deutschen CEO sehen eine integrierte Supply Chain al ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats