Studie zur Facebook-Werbung: Trau, schau, wem?

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Grafik: Greenlight

Nachdem General Motors mit seiner Absage an ein weiteres Engagement im Bereich Facebook-Advertising die Agenda eröffnet hat, wird die Debatte über eine angeblich mangelnde Wirksamkeit von Facebook-Anzeigen heute durch die Ergebnisse einer Umfrage der britischen SEO-Agentur Greenlight vorangetrieben, die diese im Rahmen einer  Social Media-Studie  durchgeführt hat.

Das deutsche Fach-Blog  Onlinemarketing.de  fasst die Umfrage-Ergebnisse unter der schmissigen Überschrift „Kaum einer klickt auf die Facebook-Anzeigen“ zusammen und bezeichnet den Anbieter als „britisches Marketingunternehmen“, was beim Leser vorläufig den Eindruck erweckt, die  Studie könnte von einer Full-Service-Agentur stammen.

Wie viele sind „Kaum“ und wer ist „Einer“?

Dass es sich bei diesem Unternehmen um einen SEO-Spezialisten handelt, der mit der Veröffentlichung dieser Umfrageergebnisse  - und daraus folgenden Handlungsempfehlungen - lediglich Eigeninteressen verfolgt, ist Rezipienten innerhalb deutschsprachigen Medien bisher nicht aufgefallen.

Dabei ist die Schwäche dieser Umfrage offenkundig und sollte sich selbst Laien auf den ersten Blick erschließen:

 Aus einer Stichprobe mit einem Umfang von lediglich 500 Teilnehmern, die zudem weder nach Geschlecht noch nach Altersgruppe differenziert werden, wird ein Rückschluss auf das Verhalten einer Grundgesamtheit von 900 Mio Facebook-Nutzern gezogen.

Die Ergebnisse der Umfrage  mögen vielleicht dafür herhalten, das eigene, subjektive Verhaltensmuster auf der Facebook-Plattform zu bestätigen, repräsentativ sind sie jedoch keineswegs.

 Trau, schau, wem!

Facebook-Advertising sorgt häufig für Lacher, da Nutzer sich mitunter mit skurrilen Werbeeinblendungen konfrontiert sehen: Die Wirksamkeit von Behavioral Targeting war in den vergangenen Jahre ein Trendthema, und die Ergebnisse hinken den ehemals  hohen Erwartungen, die anfänglich an diese Werbeform gestellt wurden, deutlich hinterher.

Nur weil eine - noch relativ junge- Technologie einer hohen Anspruchshaltung noch nicht gerecht geworden ist, sollte  man jedoch nicht einer derart plumpen Meinungsmache auf den Leim gehen, sondern vielmehr die weitere Entwicklung kritisch, aber dennoch differenziert beobachten.

Der Anbieter Greenlight empfiehlt den Lesern der Studie abschließend als Alternative zu Facebook-Advertising „Sponsored Storys“, da diese wesentlich effektiver wären.

Bei dieser Werbeform handelt es sich um einen lukrative  Service  für SEO-Agenturen, der den eigenen Kunden –dank eines vermeintlich hohen redaktionellen  Aufwands-  auch höher in Rechnung gestellt werden kann, als rein technisch induzierte und entsprechend automatisierte Leistungen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Greenlight hat diese Studie auf seiner Webpräsenz  übrigens unter dem Ressort „Gossip“  eingestellt. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn aus meiner Sicht kann ich sagen: Aus Gründen.

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Thema: Marketing

Schlagworte: Studie, Werbung, Facebook

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 29. Mai 2012 02:50 | Permanent-Link

    Das große soziale Netzwerk Facebook bietet wirklich sehr interessante Möglichkeiten. Nicht nur zur sozialen Kontaktaufnahme, sondern auch zur modernen Werbung lassen sich hier viele Möglichkeiten finden. Die neueste ist sicher Pinterest, die aber auch schon fast jeder kennt - eigentlich ist nur der Name neu.

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