Tipps: 5 SEO-Chancen für Ihren Webshop

Von Gastautor | 5. März 2013 | 11 Kommentare Kommentieren

Irina-Hey
Wer einen Onlineshop betreibt, hat in der Regel mehrere Baustellen gleichzeitig. Hierzu zählt zum einen die Usability der Webseite und zum anderen die Conversion Optimierung. Dabei interessieren die Shopbetreiber folgende Fragestellungen: Ist meine Webseite gut bedienbar? Findet sich der User zurecht?  Wie kann ich meinen Shop so präsentieren, damit die Besucher mehr Produkte kaufen?
 
Die Optimierung von Shop-Unterseiten und Landing Pages gehört also zum täglichen Geschäft eines Shopbetreibers. Die Zeit um Seiten zusätzlich auch noch suchmaschinenkonform zu optimieren, bleibt meist begrenzt. Eine Online Marketing Disziplin, die sehr wichtig ist und viel Besucher und Conversion-Potential mit sich bringt. Doch wie schafft man es mit wenigen, nicht aufwendigen Schritten auf wichtige OnPage-Faktoren für die Suchmaschinen zu optimieren?  Irina Hey von Onpage.org stellt in einem Gastbeitrag 5 SEO-Chancen für Ihren Webshop vor, und sagt wie man ganz einfach mithilfe einiger OnPage-SEO-Kniffe zu Google-konformen, und einem aus SEO-Sicht sauberen Webauftritt näher kommt.
 
SEO-Chance Nummer 1
Einsatz von Canonical-Tags
Viele Shopbetreiber kennen das Problem: Die Seitenarchitektur vieler Shopsysteme produziert häufig identische, code- oder inhalttechnisch kaum unterscheidbare Seiten. Die Folge: Im Laufe der Zeit werden Unmengen an Unterseiten produziert, die sich nur im Geringen unterscheiden wie z.B. ähnliche Produkte, doppelt vorkommende Produktbeschreibungen oder wiederholte Produktbezeichnungen.

Für Suchmaschinen sind solche Seiten suboptimal, da lediglich einzigartige Inhalte zählen, also guter verwertbarer Content. Hierzu zählen einzigartige Produktbeschreibungen, Produktbilder, weiterführende Informationen zum Produkt, Produktdokumentationen und viel mehr.  Die Suchmaschine selbst sieht mehrfach erzeugten Seiten als  den sogenannten „Duplicate Content“. Dieser doppelte Inhalt sorgt dafür, dass eine Seite von der Suchmaschine als Original-Inhaltsquelle behandelt wird und die Seite mit ähnlichen Inhalten im Suchmaschinenindex ausgeblendet wird. Und das passiert auch dann, wenn die Produkte sich nur gering unterscheiden (z.B. gleiches Produkt, gleicher Hersteller, andere Beschaffenheit).
 
Um dem Duplicate Content entgegen zu wirken, empfiehlt sich das Einsetzen von Canonical Tags im Header einer Seite. Wichtig ist hier zu identifizieren, welche Produkte und Produktkategorien ähnlich sind und welche von Suchmaschinen nicht in den Index aufgenommen werden sollen.
 
Daraufhin kann im Header der „Duplikat-Seite“ ein Hinweis für die Suchmaschine gesetzt werden: Das Canonical-Tag mit dem Hinweis auf die Original-URL. So kann die Suchmaschine die Seiten besser zuordnen und die „richtigen“ Seiten in den Index aufnehmen und Kopien ausschließen.  
 
http://www.meinedomain.de/originalquelle.html">

 

Abbildung 1
OnPage.org – Screenshot – die Übersicht über doppelten Inhalt bei einem großen namhaften Onlineshop

Wichtiger Hinweis:
Es kann durchaus passieren, dass die Suchmaschine auch das canonical-Tag ignoriert. Hier hilft dann der Ausschluss der doppelt vorhandenen Seite mittels des Robots-Tags, der im Header eines HTML-Dokuments wie folgt festgelegt wird:


  oder 
* 
<…weitere meta-tags…>
 
*Anmerkung des Autors: sowohl follow als auch nofollow möglich.
Abbildung 2
OnPage.org Screenshot - eine Keyword Fokus Analyse und Überprüfung ob wichtige Faktoren das Keyword enthalten.

SEO-Chance Nummer 2
Der Keyword Fokus
Der Keyword Fokus soll idealerweise bereits bei der Konzeption des Shops berücksichtigt werden. Dabei treten Fragestellungen bezüglich Produktkategorien bzw. Produktgruppen in den Vordergrund, sowie  die Frage nach Seiten, die für den Suchenden sinnvoll sind.
 
Aufgrund von möglicher fehlender Tiefenanalysen tappen jedoch viele Shopbetreiber im Dunklen und haben nur ein oberflächliches Gefühl für welche Suchbegriffe Ihre Produktkategorien- bzw. Produktdetailseiten ranken. Hier ist ein Keyword-Fokus notwendig, sprich welche Seite sich auf welchen Suchbegriff fokussiert. Ein klarer Fokus hilft der Suchmaschine die Seiten besser zu differenzieren und entsprechend in die Suchergebnisse aufzunehmen. Ein einfaches Brainstorming hilft hier schon weiter – gliedern Sie Ihren Shop nach nützlichen Kategorien, generieren Sie Übersicht-Landing Pages, die dann für ein bestimmtes Keyword ranken.  

Beispiel: Shop A hat mehrere Produktkategorien. Eine davon ist die Marke “Ralph Lauren”. Die Kategorien unterteilen sich in  einzelne Produktkategorien Ralph Lauren Pullover. Diese unterteilen sich in Ralph Lauren Pullover Damen und Ralph Lauren Pullover Herren. Für jeder dieser Kategorie gibt es idealerweise eine Unterseite z.B. für die unterste Kategorie: http://www.mein-shop.de/ralph-lauren/pullover/damen - diese Seite sollte entsprechend den Keyword Fokus “Ralph Lauren Pullover Damen” haben und dafür bei Suchmaschinen auf den vordersten Plätzen ranken.

Hat man erst den Keyword Fokus, dann ist es deutlich leichter die Seiten für das entsprechende Keyword zu optimieren. Überprüfen Sie, ob die Seite das Keyword in der URL enthält, ob das Keyword im Titel vorkommt und in der H1-Überschrift.

Abbildung 2
OnPage.org Screenshot - eine Keyword Fokus Analyse und Überprüfung ob wichtige Faktoren das Keyword enthalten.

 
SEO-Chance Nummer 3
Anpassung des SERP-Snippets durch Meta-Title & Meta-Description
Bei der Suche nach Produkten im Internet benutzen User häufig Suchmaschinen. Viele Studien belegen, dass die Suchanfragen des Öfteren mit einer Kaufabsicht verbunden sind. Für Shopbetreiber eine klare Chance sich in den Suchergebnissen zu präsentieren und sich von den Mitbewerbern abzuheben. Hier helfen kleine Änderungen, die Großes bewirken können. Machen Sie Ihren Snippet zu Ihrem Conversion-Helfer und schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: zum einen können suchmaschinenfreundliche Titles und Descriptions der Seite positive Rankingeffekte hervorrufen, und zum anderen holen Sie die Nutzer genau da ab, wo sie Sie brauchen: In den Suchergebnislisten. Beobachten Sie Ihre CTR (Click-through-rate) auch in den organischen Suchergebnissen. Mit vergleichsweise wenig Aufwand, können Sie von den besseren CTR profitieren.

Abbildung 3
Snippet von Golfhouse.de – nicht optimal genutzt

 

Abbildung 4

SEO-Chance Nummer 4
Fallen Sie auf! Rich-Snippets Integration
Suchmaschinen lieben strukturierte Daten. So ist es ein Leichtes für sie die Daten zu erkennen, diese entsprechend zu kategorisieren und an den passenden Stellen dem Suchenden zu präsentieren. Aber nicht nur die Suchmaschinen profitieren davon. Der Einsatz von strukturierten Daten wird von Google „belohnt“ und in den Suchergebnissen hervorgehoben. Eine der bekanntesten Hervorhebungen ist eine Produktbewertung, die mit in den Suchergebnissen direkt angezeigt wird. Für Shops ideal – das gut bewertete Produkt spricht in den Suchergebnissen für sich. Ein Weiterer Vorteil ist, dass der Nutzer eher geneigt ist auf einen Snippet zu klicken, der sich von den anderen unterscheidet. Eine klare SEO-Chance mit wenig Aufwand Großes zu bewirken. Mit Hilfe von Schema.org lassen sich die Daten ihrer Webseite kennzeichnen. Für Shops sind vor allem Erfahrungsberichte, Preise, Produkte empfehlenswert.

Abbildung 5
Suchergebnisse mit Auszeichnung – Bewertungssterne

SEO-Chance Nummer 5
Google Shopping
Wir haben mittlerweile gelernt, dass viele Suchende häufig mit Kaufabsicht unterwegs sind und sowohl sehr organisch (stöbern, Inspirieren lassen) als auch sehr spezifisch suchen (Angabe der konkreten Produktbezeichnung). Auch die Suchmaschine Google versucht stets ihre Produktsuche zu verbessern. Google’s Produktsuche ist eine große Chance, insbesondere für kleinere Shops in den Suchergebnissen gut gefunden zu werden.

Hierfür muss  der Onlineshop entsprechende Anforderungen erfüllen und spezielle Produkteinträge getätigt werden.

Die Anmeldung bei Google Shopping erfolgt mit einem Google-Account und einer Anmeldung im Google Merchant Center, wo Produktdetails und die notwendige Einträge vorgenommen werden können. Neben länderspezifischen Voraussetzungen einer  Shopping Kampagne sollte die Zahlungsabwicklung einwandfrei durchführbar sein. Die notwendigen Produktdaten können mithilfe eines Daten-Feeds oder über das Google Content-API für Shopping eingestellt werden.

Google Shopping wurde 2012 als kostenpflichtig angekündigt, wodurch sich die Entscheidung pro Google Shopping bei vielen Shops schwierig sein dürfte. Doch Google Shopping Nutzer können von vielen Kriterien des Programms profitieren. Vor allem durch die aktuellen Erweiterungen im Suchmaschinen Advertising (SEA) Bereich in den Suchergebnissen von Google kann der Conversionshebel sehr hoch sein. Auch in den Universal Search Ergebnissen hat man meist die Chance mit dem eigenen Produkt in den SERPs zu erscheinen. Sind die Produktdaten nach Google’s Richtlinien sauber hinterlegt, kann es fürs Ranking von Bedeutung sein.

Abbildung 6
Beispiel SEA: Google Shopping Ergebnisse mit Abbildung und Preisangaben

Fazit
Es gibt sehr viele nicht sehr aufwändige Möglichkeiten bei Suchmaschinen Pluspunkte zu sammeln und besser in den Suchergebnissen zu erscheinen. Durch Optimierung der oben genannten Punkte ist zwar nur ein Bruchteil der Suchmaschinenoptimierung für Webshops abgedeckt, aber immerhin ein Anfang, der mehr potentielle Käufer auf Ihren Webshop locken könnte. Nutzen Sie die SEO-Chancen und die Low-Hanging-Fruits des Online Marketings.
 
Über die Autorin:

Irina-Hey Kopie
Irina Hey ist bei OnPage.org, dem Assistenten für nachhaltig erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung, für den Bereich Online Marketing & Kommunikation zuständig und ist eine leidenschaftliche Suchmaschinenoptimiererin.

Die Passion zum E-Commerce erwarb Sie bereits während ihres Studiums. Conversion Optimierung und SEO sind Irinas Meinung nach die Königsdisziplinen des Online Marketings.


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Thema: Marketing

Schlagworte: seo

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Bastian
    Erstellt 5. März 2013 10:21 | Permanent-Link

    Hallo,

    schöner Artikel.

    Allerdings: "Von Olaf Kolbrück" oben vs. "Über die Autorin Irina Hey" unten... da stimmt was nicht. ;)

    Viele Grüße
    Bastian

  2. Erstellt 5. März 2013 10:31 | Permanent-Link

    Insbesondere die Optimierung der Snippets, hin zu Richt Snippets oder "einfach nur" einer emotionaleren Ansprache mit entsprechenden Call-to-Actions, können einen echten Quick-Win darstellen. Selbst ohne Veränderung des Rankings kann so die CTR teilweise signifikant gesteigert werden. Nur muss die durch das Rich Snippet erzeugte Emotion verbunden mit dem daraus resultierenden Bedürfnis, auch auf der Produktseite, befriedigt werden.

  3. Erstellt 5. März 2013 10:53 | Permanent-Link

    Würde beim Canonical ('Wichtiger Hinweis') statt , das Nofollow macht da wenig sinn, stattdessen eher empfehlen

  4. Erstellt 5. März 2013 10:54 | Permanent-Link

    Das in den spitzen Klammern wurde wohl im Kommentar rausgeschmissen:

    Also statt: meta name=”robots” content=”noindex, nofollow”
    Eher: meta name=”robots” content=”noindex, follow”

  5. Erstellt 5. März 2013 11:07 | Permanent-Link

    Mein Fehler. Ist korrigiert.

  6. Erstellt 5. März 2013 11:53 | Permanent-Link

    Dass Google Shopping nun kostenpflichtig ist ist eher kein Nachteil für erfolgreiche Shops. Man zahlt hier
    jetzt zwar Provision an Google, gleichzeitig fallen aber die ganzen oft kleinen Mitbewerber weg die in der kostenlosen Google Shopping Zeit viel Traffic und Kunden gekostet haben.

  7. Erstellt 5. März 2013 12:03 | Permanent-Link

    Vielen Dank für den Artikel. Ich stehe auch auf die Optimierung Snippets. Wie bereits erwähnt kann hier für den Auftraggeber schnell ein deutlicher Vorteil entstehen. Die Umsetzung geht auch relativ schnell von der Hand und kann stellenweise auch delegiert werden. Die emotional Ansprache war in unseren Fall nicht immer erfolgreich, sondern scheint auch manchmal zu nerven. Mit einer auffälligeren Gestaltung fahren wir zur Zeit besser.

  8. Erstellt 5. März 2013 12:30 | Permanent-Link

    Hallo Herr Löwen! Sie haben Recht, aber hier kann man nur schwer pauschalisieren was nun richtig ist. Denn es kommt auf den Einzelfall an, ob follow oder nofollow sinnvoll ist. Das ist dann wohl die Entscheidung des Webmasters. Aber ja... noindex, follow ist wohl die gängigste Kombination.

  9. Erstellt 5. März 2013 14:17 | Permanent-Link

    Erst einmal Glückwunsch zum gelungenen Artikel. Rich Snippets sind für Shopbetreiber wunderbar. Für viele Shopsysteme gibt es Plug-ins, deren Installation und Verwendung einfach sind. Die Shop-Manager kommen mit diesen ohne Know-how in Sachen Mikrodaten-Code aus. Beim beliebten Magento können Shopinhaber sogar zwischen mehreren Erweiterungen (kostenfrei und kostenpflichtig) wählen.

  10. Erstellt 5. März 2013 14:36 | Permanent-Link

    Es sind so oft die kleinen Dinge, die vernachlässigt werden und dadurch wird so viel Traffic verschenkt. Ein guter Title, eine ansprechende Meta, Rich Snippets - das ist alles kein Hexenwerk. Und Erhöht die CTR trotzdem immens. Wer an solchen Dingen spart, spart falsch.
    Super Artikel!

  11. Erstellt 18. März 2013 15:17 | Permanent-Link

    Ein sehr guter Überblick über ein Komplexes Thema. Sehr hilfreich. Er ist jedem zu empfehlen, der sich in der Thematik nicht so gut auskennt. So bekommt man schnell einen Überblick.

    Vielen Dank an die Autorin!

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