Vom defekten Pixel zum defekten Image: Marken-Risiko E-Commerce

Von Andre Paetzel Paetzel | 31. Mai 2012 | 1 Kommentar Kommentieren

Failwhale Twitter
Immerhin. Auch Defekte können Marke werden: Der Failwhale von Twitter, der lange Zeit auftauchte, wenn der Dienst

Schon lange wissen wir, dass es nicht mehr nur der Preis ist, der bei dem Kauf eines Produktes entscheidet. Viele Faktoren bewegen uns dazu, ein Produkt in die Hand zu nehmen, zu vergleichen, es weg zu stellen und doch was anderes zu kaufen. Der Preis spielt da bei einer gewissen Zielgruppe mitunter eine wichtige Rolle, ist aber nicht das alleinige Kaufargument.

Gerade im e-Commerce Bereich bekommt man oft zu hören, dass hier ganz andere Regeln gelten. Denn hier entscheidet nicht nur die Stimmung des Verkäufers, sondern hier entscheiden auf einmal so ganz rationale Dinge wie Usability. Wie schnell komm ich vom ersten bis zum letzten Klick? Baut sich die Zahlungsseite schnell genug auf? Haben meine Freunde das auch gekauft?

Genau darauf müssen sich auch Marken einstellen. Denn genau diese und noch viele weitere Dinge prägen fortan das Erscheinungsbild. Schaue ich mir beispielsweise den Webshop eines großen Elektronikkonzerns an, dann bin ich jedes mal erschrocken. Von dem Mobile Bereich darf ich erst gar nicht sprechen. Wenige Produkte, lange Ladezeiten und eine schlechte Navigation. Gehe ich in den Laden, dann sehe ich Räumlichkeiten, die vor kurzem erst für mehrere Millionen Euro umgebaut wurden. Augenscheinlich eine ganz andere Welt, obwohl vom Namen her der gleiche Laden. Nun weiß man natürlich, dass jeder dieser Shops für sich auch eigenständig agiert und fungiert, aber der Marke ist das egal.

Sie steht über allem. Und so sollten auch alle Facetten genau auf diesen Markenkern einzahlen.

Denn ich bin mir sicher, dass auch in Zukunft, das Thema „Marke“ für den Online Bereich von großer Bedeutung sein wird. Vermutlich von weitaus größerer, als für den Offline Bereich.

Wir sprechen hier von sehr rationaler Technik, in der "Nullen" und "Einsen" darüber entscheiden, ob ich eine Seite aufrufen kann oder nicht. Der Laie, der das Produkt nachher kaufen möchte, sieht den Fehler gar nicht. Was er jedoch sieht ist, dass etwas nicht funktioniert. Er geht zum nächsten. Auf der Straße wäre er wohl trotzdem in das Geschäft gegangen, auch wenn auf dem Plakat ein Fehler gewesen wäre.

Der wichtigste Faktor eine Marke, die Produktqualität, muss stimmen. Die gilt sowohl für Produktmarken, Unternehmensmarken oder auch Persönlichkeitsmarken.

Wenn die Produktqualität im Online Bereich nicht stimmt, dann sieht sich das Unternehmen auf jeden Fall für die Zukunft großen Aufgaben entgegen gestellt.

Für die Dienstleister bietet das natürlich einen Fundus an unterschiedlichsten Themen und Aufgabenfeldern. Egal ob SEO, Konzepter, Usabilityexperte, Programmierer oder Designer. Sie alle haben viele Möglichkeiten, sollten aber keineswegs den Bezug zur Marke verlieren.

Denn in einer Welt, in der vieles durch Frames, Spalten, Pixel und Clicks bestimmt wird, sind es manchmal nur die kleinen Dinge, die den Punkt machen. Die kleinen Dinge, an denen der Nutzer erkennt, dass der Absender seine Lieblingsmarke ist.

Sowohl im klassischen als auch im digitalen Bereich sprechen wir hier von den Markenkontaktpunkten.

Doch während wir im klassischen Bereich zum Beispiel den Geschäftsbericht, das Büro, den Firmenwagen oder den Anzug meinen, müssen wir im Digitalen umdenken. Wie lautet unsere URL, wie sieht die Seite aus, wie viele Klicks trauen wir unserem Kunden zu?

Mit diesem Beitrag startet etailment-Neu-Autor Andre Paetzel eine Serie, die auf die "Bedeutung der Marke für den E-Commerce"  eingehen wird und aufzeigt, wie und wann Marke online wirkt und funktioniert.

Über den Autor:

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 André Paetzel absolvierte nach seinem Abitur eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation bei der Werbeagentur GREY worldwide in Düsseldorf. Vor und während seiner Ausbildung setzte er sich sehr viel mit den Neuen Medien auseinander und vertiefte sein Wissen in der strategischen Planung und der Digital Unit des Unternehmens. Nach der Ausbildung wechselte André Paetzel in die Festanstellung und betreute namhafte Kunden der Agentur im Bereich von Social Media und strategischer Digital Konzeption. Seit der Gründung im Jahre 2011 arbeitet André Paetzel bei der „Deutsche Markenarbeit GmbH“. Er ist Assistent GF und im Bereich Neue Medien zuständig und verantwortlich für digitalen Themen. 

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Thema: Marketing

Schlagworte: Marke, Branding

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Max
    Erstellt 4. Juni 2012 16:15 | Permanent-Link

    Ich denke digital ändert sich nur ein stückweit die Art und Weise, aber vom Grundprinzip bleibt es doch das Gleiche wie offline. Usability habe ich doch auch im "normalen" Laden, wenn dort nur eine Kasse besetzt ist und ich 20 Minuten warten muss, ist das ja auch nichts anderes als übertrieben gesagt 20 Sekunden Ladezeiten im Shop. Es muss eben deutlich technischer gedacht werden und der persönliche Ansprechpartner fehlt im Normalfall, aber guter Service ist offline, wie online notwendig.

    Die Marke wird sicher nicht unwichtiger, das sehe ich auch so, gerade wenn man sich auch Googles Entwicklung hin zu Marken in Formen von Brands und Autoren/Autoritäten ansieht.

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