Zalando: Marketingpreis und eingedampfte Werbeausgaben

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 23. Oktober 2012 |

zalando paket
Zalando gewinnt Deutschen Marketing-Preis 2012. Der Deutsche Marketing-Verband ehrt den Online-Händler für Schuhe und Fashion für seine beispielhafte Marketingleistung. Die ist in der Tat preiswürdig.

Auch wenn Zalando seine Mediananstrengungen in diesem Jahr deutlich zurückgefahren hat.

Der im Frühjahr angekündigte Sparkurs macht sich sogar online deutlich bemerkbar.

Dafür forciert der Modeshop andere Kanäle. 

2011 lagen die Mediaspendings monatlich regelmäßig im zweistelligen Millionenbereich. Brutto. Die tatsächlichen Kosten insbesondere für TV-Werbung dürften angesichts des Media-for-Revenue-Share-Programms, im Zusammenspiel mit ProSiebenSat.1, niedriger liegen, gewaltig war der Batzen dennoch.

Jetzt ist also Sparstrumpf der letzte Schrei: Laut Nielsen lagen die Werbeausgaben von Januar bis Septemer 2012 bei 75,6 Millionen Euro. Das sind 19,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Immerhin: Zalando bleibt damit der Big-Player unter den Modenanbietern und liegt deutlich vor C&A mit 57,3 Millionen Euro.

Auch bei Onlinewerbung schaute Zalando genauer auf den Kassenzettel. Minus 8,8 Prozent in den ersten neun Monaten gegenübr dem Vorjahreszeitraum. Ingesamt wurden brutto 25,9 Millionen investiert.

Der Rückgang hängt aber nicht nur damit zusammen, dass Zalando versucht, seine Verluste einzudämmen. 2011 stand noch unter anderen strategischen Vorzeichen. Außerdem kann man sich bei einer Markenbekanntheit von über 95 Prozent schon einmal etwas entspannter zurücklehnen. 

Obendrein setzt Zalando zunehmend auch auf Werbekanäle jenseits der Klaviatur von TV, Printwerbung, Radio, Online und Co.  So wurde das Zalando-Magazin im März auf eine Auflage von 1,5 Millionen Exemplare angehoben. Es ist auch als App erhältlich.

Im September startete zudem das erste Magazin für den Mann. Der wird nun auch als Zielgruppe immer wichtiger. Denn während Frauen mit der "Einstiegsdroge" Schuhe nun als Zielgruppe erreicht sein dürften, werden weitere Wachstumssprünge vor allem mit männlichen Kunden zu machen sein. 

Da wird es die spannende Frage sein, wie Zalando diese Kunden in der Werbung gezielter ansprechen will. Das weibliche Lustprinzip dürfte sich so leicht nicht übertragen lassen. Männer schreien aus anderen Gründen. 

kolbrueck krimi

Etailment.de gibt es auch bei Facebook, Twitter und Google+. Oder abonnieren Sie den Newsletter


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: Marketing

Schlagworte: Zalando, Werbung, media, Spendings

Google Shopping: 5 Tipps für das digitale Schaufenster
Google Shopping, für mich ist das ja die Euro-Palette unter den Shopping-Alternativen. Unattraktiver ...
Topartikel
Amazon: Hat Jeff Bezos einen Plan B?
Ein wenig erinnert mich Jeff Bezos derzeit an einen Investmentbanker in meinem ersten Krimi „Keine f ...
So knacken Sie die IT-Geheimnisse des Mitbewerbers
Sie wollten immer schon mal wissen, wo der Mitbewerber in Sachen Traffic steht? Sie würden noch lieb ...
Shopkick: Harter Fußtritt oder kleiner Strampler - Was taugt die Hype-App?
Angesichts des US-Erfolgs einer App wie Shopkick war klar, dass die standortbasierte Beacon-App eine ...
Bloomy Days: Von Rocket Internet zur Blumenfrau
Wenn sich im Leben etwas ändert, kann einen das auf gute Ideen bringen. Bei Franziska von Hardenberg ...
Warum Empfehlungen im Warenkorb gefährlich sind - und wie sie das Risiko vermeiden
Haben Sie schon mal Waren an der Einkaufskasse einfach stehen lassen? Eher selten. Ist ja auch irgen ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats