Showrooming: Fünf Tipps gegen das Vitrinen-Dasein

Wal-Mart App
Wal-Mart App: Da ist der Kunde erstmal mit der Nutzung zahlreicher Services beschäftigt
40 Prozent der Smartphone-Besitzer in Deutschland nutzen laut Branchenverband bvh ihr Gerät auch zum mobilen Einkauf. Teilweise wohl auch im Laden. 68 Prozent der Deutschen betreiben Showrooming, sagt eine aktuelle Studie von TNS-Infratest und kommt damit zu deutlich dramatischeren Werten als eine ECC-Studie aus dem Frühjahr. Doch der vermeintliche Fluch kann auch zum Segen werden.

Vor allem jüngere Kunden zwischen 18 und 29 Jahren verwenden das Smartphone auch zum Shoppen. Hier liegt der Nutzungsanteil bei 56,6 Prozent. Das sagt die Untersuchung "Mobiler Einkauf und Bezahlung mit dem Smartphone“ vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) und Creditreform Boniversum. Da hilft kein Lamentieren. Der Anteil wird rapide steigen und parallel zu deutlich mehr Showrooming führen.

Erst recht, wenn wie beispielsweise bei Edeka und Netto das Smartphone beim Bezahlen im Laden ohnehin zu Hand ist, Kassenzettel und Kundenkarten auf iPhone und Co deponiert werden, wird dadurch Showrooming und mithin das mobile Shoppen während man noch am Regal steht, zur Routine. Schießlich wird so das Smartphone mehr und mehr zum selbstverständlichen Einkaufstool und zur Einkaufsstätte.  

"Showrooming reduziert viele Einzelhandelsgeschäfte zu verlustbringenden Vitrinen. Aber anstatt Mobile als eine Gefahr zu sehen, sollten Markenhersteller und Einzelhändler es als Möglichkeit annehmen, ihre Kunden auf eine unmittelbare und persönliche Weise zu binden und sicherzustellen, dass sie das Geschäft nicht mit leeren Händen verlassen”, sagt Walter Freese, Head of Mobile bei TNS Infratest.

Das sagt sich so leicht. Doch was tun gegen das mobile Regal, das gerade bei hochpreisigen Produkten und zunehmend sogar im Möbelhandel zur Bedrohung wird?

5 Strategien gegen Showrooming

In der Studie "Mobile Life 2013" (Charts, pdf) zeigt TNS Infratest auch Lösungswege auf.

  • Mobile Coupons, die dem Kunden während des Einkaufs angeboten werden.
  • Apps, die dabei helfen sich besser im Laden zurecht zu finden. Wal-Mart pimpt seine Shopping-App beispielsweise mit einer Navi-Funktion für Stores auf.
  • Location Based Services, die mit Push-Hinweisen auf aktuelle Angebote in der direkten Umgebung verweisen, um potentielle Kunden in die Geschäfte zu locken. Auf diese Weise kann man sogar Kunden aus anderen Läden "kidnappen".
  • Beratung durch einen „virtuellen Verkäufer“ oder Informationsangebote, die dem Kunden per Produkt-Scan im Laden Fragen zu einem bestimmten Produkt beantworten.
  • Alle Arten von Anwendungen, die dem Kunden Zeit (und Geld) sparen, die kognitiven Dissonanzen beim Einkauf beseitigen und ihm das Gefühl geben, die richtige Entscheidung zu treffen.

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Thema: Mobil

Schlagworte: Mobile Shopping, Showrooming

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Benjamin
    Erstellt 28. Mai 2013 16:12 | Permanent-Link

    Sind rechtlich eigentlich auch Coupons erlaubt, die dem Kunden bewusst beim Besuch des Geschäfts eines Konkurrenten zugespielt werden? Etwa per Push-Notification in einer Couponing-App?

  2. Erstellt 28. Mai 2013 16:55 | Permanent-Link

    Spannende Frage. Juristen würden vermutlich sagen: das kommt darauf an, wie man es macht.

  3. Erstellt 28. Mai 2013 17:26 | Permanent-Link
    Service sells

    Spannender Artikel - Danke. Ich stimme zu, das der Einzelhandel sich aktiv zu "showrooming" aufstellen muss. Allerdings denke ich, das Informationen zu Preis, Produkt und Services am wichtigsten sind. Der Einzelhandel hat oftmals viel zu bieten, verkauft sich aber sch***. Situationen wo nicht viel zu bieten ist, sind natürlich noch schwerer :-) Überladene Infoapps oder virtuelle Verkäufer kann ich mir jedenfalls nur schwerlich vorstellen. Erst recht nicht bei den non-"digital natives". Und wenn Apps immer schön per Push Infos einstreuen wird der Nutzer diesen Push entweder bald abschalten oder die App löschen. Ich war so frei noch ein paar Gedanken dazu in meinem Blog zu notieren.

  4. Erstellt 29. Mai 2013 17:15 | Permanent-Link
    Verfügbarkeit der stationären Warenwirtschaft online

    Neben den angesprochenen Punkten ist vor allem die Öffnung der eigenen Warenwirtschaft in Richtung Online-Erfassung für mich der wichtigste Punkt. Der Stationärhandel verschenkt aktuell seine größten USPs: sofortige Verfügbarkeit und habtische Präsenz. Wer vor seinem Weg in ein Geschäft wüsste, was es dort zu kaufen gibt und was verfügbar ist, würde sich sicher auf einen spontanen Einkaufsbummel einlassen und sich mit größerer Wahrscheinlichkeit für einen Sofortkauf vor Ort einlassen, wenn er wüsste das es den gewünschten Artikel zu kaufen gibt. Milo und Google Shopping (vor allem in den USA) zeigen die Optionen schon sehr gut auf. Bleibt abzuwarten, ob der Deutsche Einzelhandel hier über seinen Schatten springen kann und endlich einmal mehr tut, als gegen die "bösen" Onliner zu mosern.

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