Kurz vor 9: Amazon Buchladen - der nächste Streich, Tchibo, Otto Group, Logistik, Collins, Rewe, Snapchat, Cyberport, Wine in Black, North Face, Eigenmarken, Virtual Reality

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 7. März 2016 |

Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!

Virtual Reality, Snapchat, Amazon-Buchläden und -Logistik. Das junge Jahr ist voll mit Themen und Schlagzeilen, auf die irgendwie das berühmte Gandhi-Zitat zu passen scheint: "Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du".
Gleich eine Reihe von Meldungen am heutigen Montag lassen ahnen, dass zum Lachen keine Zeit mehr bleibt. Sie zeigen aber auch, dass manch spaßiger oder unverstandener Hype zumindest von einigen Marktteilnehmern sicherheitshalber erst gar nicht mehr ignoriert wird.
amazon laden
Amazon-Shop in Seattle. Nummer 2 folgt nun in San Diego


Details und mehr kompakte und kuratierte News zum digitalen Handel nach dem Klick.

Höherer Warenkorb im Webshop von Tchibo:

Im Onlineshop von Tchibo sind die Kunden deutlich spendabler als in den Filialen. Geben Kunden im Laden im Schnitt zwischen 12 und 14 Euro pro Einkauf aus, so sind es im E-Commerce rund 70 Euro, meldet die Lebensmittel Zeitung.

Otto Boss glaubt nicht an Amazon-Logistik:

Otto-Group-Boss Hans-Otto Schrader glaubt nicht daran, dass Amazon trotzt einiger Nadelstiche und Testballone in jüngster Zeit in gewaltigem Stil ins Logistikgeschäft einsteigt. "Nach allem betriebswirtschaftlichen und logistischen Verständnis kann ich mir nicht vorstellen, dass Amazon in Deutschland eine autonome Paketlogistik aufbaut", sagt er der Wiwo. Muss er natürlich hoffen, weil Amazon ein wichtiger Partner für die Otto-Tochter Hermes ist. Natürlich wird Amazon auch weiter mit Hermes arbeiten. Der "Move" vor dem sich alle fürchten, ist aber, dass sich Amazon für das eigene Business die Auslastungs-Rosinen rauspickt und die FBA-Erlöse mischkalkulkuliert. Wettet jemand dagegen? Siehste! (Siehe dazu auch die Meldung: Amazon-Logistik in UK bei 80 Prozent)

Collins peilt 100 Millionen an:

Die Otto-Group will mit ihrem Vorzeige-Web-Projekt Collins (About You) "bald die Marke von 100 Millionen Euro Umsatz überschreiten". Das sagte Otto-Group-Boss Hans-Otto Schrader der Wiwo. Auch eine internationale Expansion schließt "Boss Hos" nicht aus.  Zum Shop-Universum von Collins gehören Aboutyou, Edited, SisterSurprise und HeidisTrachten. Edited, die Eigenmarke der Otto Group-Tochter Collins, hat im Oktober im Hamburger Schanzenviertel auf 200 Quadratmeter Verkaufsfläche zudem testweise die erste Filiale eröffnet.
Den dreistelligen Millionenumsatz hat Collins übrigens schon seit Frühjahr 2015 für das Geschäftsjahr 2016/2017 im Visier. Im ersten Geschäftsjahr soll die Otto Group mit ihrer Mode-Hoffnung Collins einen Netto-Umsatz von rund 25 Millionen Euro erreicht haben.
 

Monoqi verdoppelt Umsatz:

Die Berliner Design-Kuratoren von Monoqi, an denen der Verlag Conde Nast beteiligt ist, konnte den Umsatz von knapp 10 Millionen Euro (2014) auf über 23 Millionen Euro in 2015 mehr als verdoppeln. Auch die Zahl der Mitglieder wuchs von einer Million (2014) auf 1,8 Millionen (2015) an. Womöglich einer der Gründe: Das Angebot an Flash Sales, den täglich neuen und zeitlich begrenzten Verkaufsaktionen, wurde im Verlauf des Jahres verdoppelt: Jeden Tag werden nun mehr als 100 neue Produkte von zehn verschiedenen Designern präsentiert. Zudem gibt es einen „Deal of the Day“, der jeweils nur 24 Stunden im Shop verfügbar ist. Das E-Commerce-Unternehmen erwirtschaftet außerdem inzwischen die Hälfte des Umsatzes im Ausland.  Gewinne soll es aber erst 2017 geben.

Wine in Black profitiert von eigenen Editionen:

Wine in Black, Online-Händler für Premium-Weine, macht 15 Prozent Umsatz mit exklusiven eigenen Wein-Editionen.  Lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Studie "Consumer Barometer" des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH). Danach scheint es den Kunden nach Eigenmarken in allen Sortimenteb regelrecht dürsten.

Neue Manager bei Cyberport:

Bei der Burda-Beteiligung Cyberport tritt Joachim Kürten als neuer Geschäftsführer Einkauf an. László Kovács wird den E-Commerce der Münchener verantworten. Kürten war zuvor unter anderem für Logitech und United Navigation tätig. Kovács war zuletzt beim E-Commerce-Unternehmen Empiriecom und beim Onlinemarketing-Spezialisten Octobo beschäftigt, beide Firmen gehören zur Otto-Gruppe.

INTERNATIONAL


Amazon-Logistik in UK bei 80 Prozent:

Bei Tamebay kursiert gerade die Statistik von einem Händler, der im Februar 1000 Sendungen über FBA abgewickelt hat. Danach werden in Großbritannien bereits knapp 80 Prozent der Bestellungen direkt von Amazon verschickt. Auf Platz 2 folgt Royal Mail mit 15,21 Prozent, DPD auf Platz 3 schafft gerade noch auf  4 Prozent. Wir geben zurück zu Hans-Otto-Schrader (siehe oben).

Amazon eröffnet weiteren Buchladen:

Amazon kann von Buchläden doch nicht genug bekommen. Jetzt eröffnet der Online-Riese nach dem Shop in Seattle einen weiteren Laden in San Diego in der  University Towne Center Mall. Eröffnung: Irgendwann in diesem Sommer. Um die Ecke sind ein Laden von Tesla und Apple.

North Face berät per App mit IBM Watson::

Die Outdoor-Marke erweitert eine Beratungslösung, die auf IBM Watson aufsetzt, vom Desktop im kommenden Monat auf die Shopping-App. Die Funktion kann man sich jetzt schon unter der Webadresse www.thenorthface.com/XPS ansehen. Da findet sich ein "persönlicher Shopping-Assistent", der nach Texteingaben auf die Frage, wann man wann wohin will und was man dort tun möchte, passende Textilien empfiehlt.

TRENDS & FAKTEN


Rewe, Snapchat,
Rewe zeigt sich bei Snapchat:

Mutiger Versuch von Rewe. Der Handelskonzern versucht sich beim Bilder-Messenger Snapchat. Allerdings nicht, um ein paar Joghurtbecher mehr zu verkaufen. Rewe nutzt Snapchat als Recruiting-Tool. Kudos.

Virtual Reality bei Tchibo

Mainstream-Barometer Tchibo bietet jetzt eine Virtual Reality Smartphone-Brille, die dem Google Cardboard nachempfunden ist und im Verbund mit einem Smartphone VR für Arme bietet. Die Papp-Brille, tauglich ab Android 4.1 und iPhone 5, kostet 12,95 Euro. Die Brille für die ersten Gehversuche mit Virtual Reality gibts auch online.


Kunden wollen Eigenmarken:

Ein Weckruf auch für Onlineshops, ihre Eigenmarken-Strategie zu überdenken: Fast jeder zweite Konsument macht die Wahl seiner Einkaufsstätte auch vom Angebot an Handelsmarken abhängig, zeigt die aktuelle Studie Consumer Barometer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die "Der Handel" vorstellt. 


Lesetipp des Tages: Es liegen Welten zwischen traditioneller taggleicher Lieferung und innovativen Same-Day-Prozessen im E-Commerce, sagt bevh-Top-Mann Martin Groß-Albenhausen und rät zum "Umparken im Kopf".

Grafik des Tages:
Großartige Sammlung allerlei Amazon-Zahlen und Tabellen. Ein Numbercruncher-Heaven.

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