Endlich vergleichbar: Der interaktive Handel in der DACH-Region

Von Klaus Janke | 8. Oktober 2014 |

Endlich vergleichbar: Der interaktive Handel in der DACH-Region
Bislang wurden Daten über den interaktiven Handel und den E-Commerce in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf unterschiedlichem Wege ermittelt und waren daher nicht vergleichbar. Jetzt haben sich daher die Branchenverbände Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), Handelsverband Österreich und der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) zusammengetan und eine abgestimmte Verbraucher- und Firmenbefragung in den drei Ländern durchgeführt.

Damit ist eine gemeinsame Datenbasis entstanden. Sie wurde erstmals am Rande des heute beginnenden etailment Summit 2.014 in Berlin präsentiert. Ergebnis: Der Umsatz der Online- und klassischen Versandhändler in der DACH-Region lag 2013 bei 60 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Anteil von 9,6 Prozent am gesamten Einzelhandelsvolumen. Zum Vergleich: 2010 lag der Umsatz nach Berechnung der Verbände noch bei knapp 40 Milliarden Euro. Der Markt ist also innerhalb von nur drei Jahren um mehr als 50 Prozent gewachsen.

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Schaut man sich die Zahlen näher an, ergeben sich durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. So liegt der absolute Anteil des interaktiven Handels (Online und klassischer Versand) in der Schweiz mit 6 Prozent noch am niedrigsten. In Deutschland und Österreich hat er bereits 10 beziehungsweise 11 Prozent erreicht. In Deutschland sind im Vergleich die Nicht-Online-Kanäle noch recht stark ausgeprägt:  Der Anteil des Onlinehandels am gesamten interaktiven Handel beträgt hier 81 Prozent, die Schweiz und Österreich kommen auf 86 Prozent beziehungsweise 85,5 Prozent.

Einen deutlichen Vorsprung hat die Schweiz in puncto E-Food. Durch das starke Engagement der beiden größten Händler Migros und Coop liegt der Anteil von Lebensmittel am gesamten interaktiven Handel bei 12,8 Prozent – das ist mehr als dreimal so viel wie in Deutschland und Österreich. Patricia Mussi, Geschäftsführerin des österreichischen Handelsverbands, erklärt das Phänomen: „Dass der interaktive Handel mit Lebensmitteln in Österreich am wenigsten weit entwickelt ist, ist auf die sehr hohe Versorgungsdichte mit Supermärkten zurückzuführen.“ Insgesamt zeichne den interaktiven Handel in Österreich eine starke Orientierung am deutschen Markt aus: „Bis zu 50 Prozent der Umsätze der Österreicher fließen ins Ausland.“

Und was wird am liebsten gekauft? In allen drei Ländern macht die Warengruppe Textil & Schuhe mit insgesamt 19,3 Milliarden Euro den größten Anteil am Umsatz des interaktiven Handels aus. In Deutschland beträgt der Umsatz gut 16 Milliarden Euro, es folgen die Gruppen CD, DVD, Bücher, Audio mit 8,3 Miliarden Euro und Multimedia, HiFi, Elektrogeräte mit 5,5 Milliarden Euro. In Österreich und der Schweiz dagegen ist der Umsatz mit CD, DVD, Büchern und Audio schwächer ausgeprägt. Hier folgen Multimedia, Hifi und Elektrogeräte direkt auf den Spitzenreiter Bekleidung. Dieser hat in Deutschland den größten Abstand vor den nächststärksten Warengruppen. „In Deutschland haben die Textilversandhändler traditionell eine Stärke, die sie mit innovativen Online-Konzepten verteidigen“ konstatiert Gero Furchheim, Präsident des bevh.

Hier geht's zum kompletten Zahlenwerk.

Anmerkung zur Methodik: Da die Werte auf Verbraucherwerten basieren, handelt es sich um Bruttowerte. Die Schweiz hat mit 8 Prozent einen deutlich niedrigeren Mehrwertsteuersatz als Deutschland (19 Prozent) und Österreich (20 Prozent), was sich im Gesamtvolumen widerspiegelt.

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