StitchFix: Mit ausgefuchsten Daten wird der Style-Berater zum Kundenversteher

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 17. Juni 2015 |

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Auf den ersten Blick ist das Startup StitchFix nicht weiter als einer jener Modeanbieter rund um das betreute Shoppen ala Outfittery, die den Abo-Kunden monatlich mit neuer Mode versorgen. Doch das US-Startup sammelt nicht nur Investorengelder in Serie ein und wächst unaufhaltsam. Es zeigt zusätzlich auch einige vielversprechende Ansätze rund um Personalisierung.

 

Fünf Kleidungsstücke für Frauen gibt es bei StitchFix monatlich im Paket. Inzwischen gibt es sogar Schwangerschaftsmode. Dafür zahlen die Kunden eine „Styling-Gebühr“ von 20 Dollar, die dann auf den Kaufpreis angerechnet wird. Das bremst schon mal Kunden ein wenig aus, die nur eine Retouren-Party veranstalten wollen.

Anders als manch andere Curated –Shopping-Anbieter, ich erinnere mich da an meine überbordend gefüllte Box von Zalando (heute Zalon) beschränkt sich die Auswahl der Stylisten bei StitchFix auf fünf Artikel.  Wer sich an die magische Zahl 7 aus der Verkaufspsychologie erinnert, wird einen Sinn in der Begrenzung der Auswahl erkennen. Mehr Auswahl führt nämlich zu Desorientierung und nicht selten zu kompletter Kaufverweigerung.  

Bei einer beschränkten Auswahl soll die Trefferquote passender Produkt natürlich im Idealfall nahe 100 Prozent liegen. Dafür sorgen wie auch bei anderen Anbietern persönliche Stilberater mit einem Vorgespräch und Feedback nach dem Kauf.

"We believe in the strength of our recommendations. Our value proposition is that you’re able to find things that you never realized you were going to love.” Katrina Lake, CEO Stitch Fix"


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5 Stücke, dann ist Schluss (Foto: StitchFix)
Zusätzlich aber werden die Stylisten von Algorithmen unterstützt und dafür greift Stitch Fox auch auf Kundenbewertungen auf anderen Plattformen, Pinterest sowie beispielsweise Wetterdaten zurück.  Dabei aber kommt es auch darauf an, wie sehr man die Daten atomisiert, sortiert und dann wieder interpretiert. Und dafür hat das Startup auch einen schlauen Kopf an Bord, nämlich Chief Analytics Officer Eric Colson. Der kommt von Netflix, das für seine Datenexpertise und ausgefuchste Empfehlungsalgorithmen fast schon berüchtigt ist, uns sagt  "Data is in the DNA at Stitch Fix". 

Auf die clevere Verbindung von Vorlieben und Datenpunkten wird es im Wettbewerb der Curated Shopping-Anbieter künftig ankommen. Gerade auch für stationäre  Händler wie Nordstrom nach dem Aufkauf von Trunkclub oder Peek & Cloppenburg mit der Fashion ID-Stilbox. Wenn Sie es lernen, die Lehren aus diesen Daten auf die Fläche zu bringen, verschaffen sie sich womöglich einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber jenen Händlern, die nur devote VerkäuferInnen aufbieten, die für ein bisschen Umsatz alles toll finden, was Kunde oder Kundin trägt.   

Kolportierte 200 Millionen Dollar Umsatz zeigen, dass die Rechnung zumindest  für StitchFix aufgeht.


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Thema: News

Schlagworte: Big Data, Start-up, Personalisierung

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