Axel Schmiegelow: Business-Pläne sind Klopapier

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 9. März 2012 |

Axel Schmiegelow
Auf den Digital Days in Wiesbaden fand Axel Schmiegelow markige Worte für die deutsche Gründerszene:  „Business-Pläne sind Klopapier.“ Der Gründer der denkwerk-Gruppe, Investor und einstige Top-Manager bei der Video-Plattform Sevenload, sieht Business-Pläne lediglich als Werkzeug, um die Metrik des Geschäfts zu verstehen. Ihr Prognosewert sei dagegen gleich null.

 Schmiegelow, der mit seiner Beteiligungsgesellschaft dw capital in Startups wie itravelarmedangelsPaperC und coupies investiert, findet deutsche Gründer vielfach auch zu verzagt. Sie hätten vielfach nur den deutschen Markt im Blick. Stattdessen müssten sie Europa als Heimatmarkt begreifen.

Vielfach fehle es auch am Blick für neue Trends. Es mache wenig Sinn, sich wie die Lemminge auf ein Geschäftsfeld zu stürzen. „Wenn alle darüber sprechen, ist es zu spät einzusteigen“, so Schmiegelow. Erfolg sei antizyklisch.

Dabei sind die Chancen für Start-ups, die auf der Suche nach Investorengeldern sind, so günstig wie selten. Diesen Eindruck vermittelt gerade wieder der Halo Report für die USA. Der Report verfolgt Early Stage Investment Activitäten von Business Angels und entsprechenden Investment-Gruppen.

Gut für deutsche Gründer: US-Investoren suchen zunehmend auch in Deutschland nach frischen, finanzierbaren Ideen. Wer also hierzulande keine Geldgeber findet, nicht mal im Bereich der drei F  "Friends, Family and Fools", der sollte sich vielleicht ein Flugticket kaufen:  Tipp von Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher:  „Wenn jemand richtig gut ist, hindert ihn niemand, in ein Flugzeug zu steigen und sich von woanders Kapital zu holen. Bei Qype kam das erste Geld aus Frankreich.“

Aber auch Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und Seedmatch, bei denen Geldgeber schon mit Kleckerbeträgen in Projekte einsteigen können,  können ein brauchbarer Weg sein. Einen Business-Plan zum Vorzeigen braucht es dann aber schon.  


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