HelloFresh - oder mit welchen Kniffen ein Startup von Rocket Internet seriös wird

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 6. Januar 2012 |

HelloFresh Samwer
Abo-Commerce mit Rundum-Sorglos-Paketen für das zeitsparende Kochen daheim ist quasi das Pizza-Taxis 2.0 und ein zunehmend hart umkämpfter Markt, nachdem Kommtessen mit mächtigem Presse-Echo den Markt bereitet hat.

Da poppt nun „Unsere Schlemmertüte“, ein Tochterunternehmen von Linas Matkasse aus Schweden auf, das mit einem landesweiten Lieferservice zu den erfolgreichsten Startup-Unternehmen in Schweden gehört und auch Rocket Internet hebt mit Hello Fresh einen Service aus dem Klon-Labor der Samwer-Brüder. Hello Fresh belegt gleich mal wie hart die Bandagen in dem Segment schon sind und mit welchen Tricks man ein Startup aufpeppen kann, um es vertrauenswürdiger wirken zu lassen.

hellofresh samwer
Dann doch nun lieber ohne Bio-Siegel?

Clever sind die kleinen Details mit denen Hello Fresh auf der Startseite arbeitet. Clever, weil nicht falsch, aber für den flüchtigen Betrachter durchaus irreführend. Manche der Tricks waren wohl selbst den Machern um Dominik Richter und Arnt Jeschke nicht ganz geheuer.

Da wurde beispielsweise zum Start gleich mal prominent auf der Hauptseite ein eigenes Bio-Siegel in Anlehnung an das offizielle Bio-Siegel des deutschen Verbraucherschutzministeriums präsentiert. Erstmal nicht weiter dramatisch, denn neben dem staatlichen Siegel haben auch etliche Supermärkte und Hersteller ihre eigenen Bio-Siegel. Doch auch dann müssten meines Wissens Produkte und Sortiment Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung entsprechen. Nun, das Siegel ist nach wenigen Tagen wieder verschwunden.

HelloFresh
Bekannt: Nicht HelloFresh, aber das Konzept. Wer will da kleinlich sein

Wie erzeugt man Vertrauen und Seriosität? In dem man seine Reputation mit Beiträgen in Film, Funk und Fernsehen belegt. Nun hat ein Start-up selten direkt die Aufmerksamkeit etablierter und glaubwürdiger Medien. Das Konzept, schließlich ist man ja nicht der erste mit der Idee, aber schon. Und so kann man dann doch als vertrauensbildende Maßnahme die Logos renommierter Medien einblenden, wenn man nur geschickt genug formuliert: „Konzept bekannt aus“.

Und: Man muss schon genaue Text-Exegese betreiben, damit klar wird, dass mit „3x Tüte jetzt bestellen“ gleich auch ein fortlaufendes Abo eingerichtet wird. Eine Nachlässigkeit an der auch andere Abo-Commerce-Anbieter kranken.

Macht aber vermutlich nichts: Denn wie auch andere Systeme von Rocket Internet ist vermutlich auch Hello Fresh weniger auf langfrsitige Kundenbindung denn auf schnelles Wachstum ausgelegt.

Ausführlich stellt Deutsche Startups http://www.deutsche-startups.de/2011/12/21/hellofresh-zutaten-rezepte/ Hello Fresh vor.

Nico Lumma http://lumma.de/2011/10/12/familienspeisung-mit-kommtessen/ über KommtEssen und ein Interview mit der Gründerin Lisa Rentrop


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Thema: News

Schlagworte: Food, Rocket Internet, Abo-Commerce, Samwer

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