Kurz vor 9: Reuter kämpft gegen Online-Preisknebel, Amazon, Notebooksbilliger, Rocket Internet, Kaufhof, Geschenke, MyTime, Bünting

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 5. Februar 2016 |

Guten Morgen, etailment-Leserinnen und Leser!

Wer im digitalen Handel zu Hause ist, für den ist der Blick auf den stationären Handel gerne ein mitleidiger. Gerade große Filialisten und Warenhausketten gelten schnell als Dinosaurier. Der rasante Wandel bei Media-Saturn aber auch Beispiele wie Deichmann zeigen, dass Tanker dann doch nicht so schnell sinken, sondern sogar Fahrt aufnehmen können.
Nun kommen auch vom Kaufhof hoffungsvolle Signale. Das sollte Mut machen. Mut zum Wandel und zum Multichannel. Es geht dabei nicht darum, Brücken abzubrechen, sondern eher darum, über Brücken zu gehen. Das werden vielleicht nicht sieben Brücken sein, sicher aber so einige. Ebenso sicher werden sie nicht auf Dauer geöffnet sein.   

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Reuter klagt über Preisknebel von Cor:

Der Fach- und Onlinehändler Reuter bereitet eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe gegen den Möbelhersteller COR vor. Grund: Weil Cor eine freie Verkaufspreisgestaltung im Onlinehandel verhindere, würden dem Bad- und Wohnhändler Reuter Gewinne entgehen. Der Händler sieht sich von COR-Geschäftsführer Leo Lübke als auch den COR-Verkaufsleiter unter Druck gesetzt, dass Reuter seinen Endkunden gegenüber allenfalls bestimmte „Maximalrabatte“ zu gewähren habe.
 

Tweet des Tages:

 

Kaufhof führt Webshop und Warenhäuser enger zusammen:

Die Hudson‘s Bay Company (HBC) will nach der Übernahme von Kaufhof das stationäre Geschäft deutlicher mit dem Onlineshop verschränken. Dazu soll künftig unter anderem die Online-Reservierung von Waren in den Filialen gehören und die Annahme von Retouren in den Warenhäusern. Einen kleinen Teil des Sortiments will man auch direkt aus den Filialen versenden. Die Ziele sind ehrgeizig: Bis 2020 soll der Online-Anteil am Umsatz, der zuletzt bei rund 3 Prozent am deutschen Netto-Erlös von etwa 2,7 Milliarden Euro lag, auf 20 Prozent steigen. 2015 lag der Onlineumsatz bei 81 Millionen Euro, und damit 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr lieferte Kaufhof acht Prozent seiner Online-Bestellungen in eigene Filialen. Insgesamt holten Kunden rund 136.000 online bestellte Pakete per Click Collect ab, in diesem Jahr soll die Zahl auf 170.000 bis 200.000 steigen.
etailment 2.015: Druckbetankung in Bildern
Besonders am Anfang sind hohe Investitionen erforderlich. Klaus Hellmich, Multichannel-Boss beim Kaufhof, auf dem etailment-Kongress im Herbst 2015 (Foto: Thomas Fedra)


Neuer Store für Notebooksbilliger.de:

Notebooksbilliger.de könnte nach Filialen in München, Düsseldorf und dem Ladenverkauf in Sarstedt bei Hannover noch im zweiten Quartal 2016 ein weiteres stationäres Geschäft im Hamburg eröffnen.

Geschenke.de zeigt sich im TV:

Der Hamburger Company Builder Hanse Ventures bringt Geschenke.de nach Übernahme und Relaunch nun zum Valentinstag mit einem Spot ins TV. In zwei unterschiedlichen Spotkreationen mit jeweils vier Partnern empfiehlt die Plattform die besten Geschenke zum Valentinstag. Dabei setzt das Startup auf die Sendergruppen El Cartel, SevenOne und Discovery. Das Startup wird von den beiden ehemaligen Parship-Führungskräften Sabrina O. Beck und York N. Fischer geführt. Das Führungsteam komplettiert Ulf Unbehaun von Personello.


Bünting beendet d-Living:

Mytime-Betreiber Bünting wickelt seinen Nonfood-Shop d-Living ab. Einen Teil des Sortiments soll es künftig bei MyTime geben.

Julie & Grace plant internationale Expansion:

Schmuckhersteller und E-Commerce-Unternehmen Julie & Grace hat unter der Führung von Dr. Richard Lenz (Rigato), der eine Gruppe von Unternehmern und Family Offices anführt, neue finanzstarke Partner gewonnen, mit denen die Gründer Simon-Peter Nötzel und Markus Bosse nun nach Frankreich, UK, Spanien, Italien sowie Thailand, China, Malaysia und auf die Philippinen expandieren wollen.

INTERNATIONAL

Ladenpläne von Amazon - Was vom Gerücht bleibt:

Sandeep Mathrani, Boss des Einkaufscenter-Betreibers General Growth Properties Inc, hat seine Behauptung aufgeweicht, Amazon plane bis zu 400 Buchläden in den USA. Nun heißt es, die Äußerung  „war nicht dafür bestimmt, Amazons Pläne wiederzugeben.“ Ach was. Sicher scheint aber, dass mit Steve Kessel, ein enger Vertrauter von Jeff Bezos, über Store-Konzepte grübelt. Re/Code macht zudem zu Recht klar, dass es Amazon wohl kaum allein um Buchläden gehen dürfte, sondern um Stores, in denen Amazon-Geräte wie Kindle und Echo eine zentrale Rolle spielen. Campus-Stores als Pick-up-Points, von denen es erklärtermaßen mehr geben soll, Pop-up-Flächen in Einkaufszentren und Stellenangebote für einen weiteren Buchladen in Kalifornien deuten aber an, dass Amazon das Thema stationärer Handel ganz klar auf dem Radar hat.

Störung bei Amazon:

Mehrstündige Ausfälle im Checkout bei Amazon sorgten am Dienstag für Frust bei den Kunden und wohl für Millionenverluste.


Farfetch weitet Angebot aus:

Beim lokal ausgerichteten Mode-Marktplatz Farfetch gibt es jetzt mehr zu gucken und zu kaufen. Allein im vergangenen Jahr schlossen sich 100 unabhängige Boutiquen der Plattform an. 400 Partner-Stores in 35 Ländern sind nun mit dabei. Darunter 29 deutsche Einzelhändler, weiß die TextilWirtschaft. Jetzt wird das Sortiment des Luxus-Marktplatzes um Kidswear und Beauty erweitert.

TRENDS & FAKTEN

Lamudi - Altinvestoren schießen Geld nach:

Rockets Immobilienplattform Lamudi erhält 31,4 Millionen Dollar. Das Geld kommt von den Altinvestoren um Holtzbrinck und Tengelmann sowie der Asia Pacific Internet Group. Die Plattform vermittelt Immobilien vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern.

 
Zahl des Tages: Die Sichtbarkeitsraten für Display Ads befinden sich im deutschen Markt weiter im Sinkflug: Mit einem erneuten Rückgang der Viewability um drei Prozentpunkte kommen im vierten Quartal 2015 nur noch 58 Prozent der ausgelieferten Ad Impressions tatsächlich beim Nutzer an. Dies ist das Ergebnis des aktuellen „Viewability Benchmarks“, den der Ad Verification Anbieter Meetrics herausgegeben hat.
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