Kurz vor 9: Zalando holt Retouren in Wien, Gelbe Karte für Streichpreise, Otto, Sheego, Payback, PayPal, Rocket Internet, Spreadshirt, QVC, Bonprix, Amazon

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 17. März 2016 |

Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!

Der digitale Handel wird gerade mal voll Retro. Dem Shopping-TV haftete allen Umsatzerfolgen und Wachstumszahlen ja immer etwas Spießiges, Rückwärtsgewandtes an. Teleshopping klang immer ein bisschen wie Teletext. TV und Shopping -  in Zeiten des Second Screen - ein Modell von Gestern?
So schien es. Doch nun rückt das Konzept der verkaufsfreudigen Plaudertaschen mit Macht ins Web. Otto, QVC und Amazon zeigen sich mit fröhlichem Bewegtbild-Verkäufern bei Youtube und Co. Fast könnte man meinen, allzuviel ändert sich nicht im Handel und im Marketing. Das stimmt ja auch ein Stück weit. Denn nur die Kanäle und Werkzeuge ändern sich. Die Prinzipien der Kommunikation mit dem Kunden bleiben bestehen. Und die hat man beim Shopping-TV immer schon verstanden.
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Otto übt bei Youtube unter der reanimierten Marke „Refashion“ den Verkauf per Bewegtbild


Details und mehr kompakte und kuratierte News zum digitalen Handel nach dem Klick.

Zalando testet Retouren-Abholung in Wien:

Nach ersten Gehversuchen Köln startet Zalando nun zusammen mit Liefery und Hermes die Abholungen von Retouren-Paketen in der österreichischen Hauptstadt Wien. Der Service, er ist in der Pilotphase kostenlos, bietet zwei Optionen: Die Abendabholung zwischen 19 und 21 Uhr am Wunschtermin und die Sofortabholung, bei der das Paket innerhalb von 90 Minuten ab Buchung zwischen 9 und 18 Uhr von einem Kurier abgeholt wird. Zalando rückt damit immer näher und schneller an den Kunden, nachdem bereits in Berlin, Köln und Düsseldorf Same Day Delivery erprobt wird. Über die Aussichten von Same Day Delivery diskutierten wird jüngst mit Nils Fischer von Liefery. (Video, Podcast)


Bonprix wächst zweistellig:

Der Umsatz von Bonprix ist im Geschäftsjahr 2015/16 um 11 Prozent auf 1,432 Millionen Euro gewachsen. Auch im Kernmarkt Deutschland konnte der Modeversender um rund 5 Prozent wachsen. Die Rendite (EBT) liegt erneut klar über 5 Prozent. Der Anteil des Mobile Commerce am Online-Umsatz erhöhte sich um 10 Prozentpunkte auf rund 35 Prozent.


Zahlverfahren: PayPal und Co sind die Nummer 1:

Nach der Payment-Studie des ECC hat nun auch der Branchenverband bevh seine repräsentativen Zahlen zu den Online-Zahlungsverfahren veröffentlicht. Demnach favorisieren 43 Prozent (plus 4 Prozentpunkte) der Verbraucher elektronische Bezahlsysteme wie PayPal beim Kauf im Online- und Versandhandel. Der Kauf auf Rechnung befindet sich auf Platz zwei mit 29 Prozent. 9 Prozent bevorzugen Kreditkarte und 8 Prozent das Lastschriftverfahren. Lediglich 5 Prozent nutzen Vorauskasse. Alle Zahlen im Überblick (pdf). Die Studie des ECC hatte unter anderem die Rechnung deutlich weiter vorne gesehen.

Otto testet Youtube als Shoppingsender:

Otto übt bei Youtube unter der reanimierten Marke „Refashion“ den Verkauf per Bewegtbild. Eine Moderatorin präsentiert in der regelmäßig geplanten "QVC-Version für Arme" verschiedene Outfits und Produkte. Dafür muss Otto aber einen Umweg nutzen. Links zu den Produkten in den Videoclips gibt es in der Textbeschreibung. Weitaus professioneller und durchdachter in Sachen Shoppable Content wirkt da neue 30minütige TV-Show "Style Code Live" von Amazon mit einem eigenen Web-Auftritt.

Urteil bremst Streichpreise aus:

Das Landgericht Köln bremst die Streichpreis-Orgie, meldet die Wettbewerbszentrale. Die Werbung mit unverbindlicher Preisempfehlung und Streichpreisen ist unzulässig, wenn der Händler die Ware ausschließlich in seinen Onlineshops vertreibt und zudem selbst unterschreitet. In dem vorliegenden Falle hatte der Anbieter für seine Eigenmarken mit einer Preisreduzierung bis zu 60 Prozent geworben und einen als „UVP“ gekennzeichneten Preis seinem aktuell geforderten Preis gegenüber gestellt. Mit diesen Preisgegenüberstellungen warb das Unternehmen über einen längeren Zeitraum. Gleichzeitig warb das Unternehmen aim Web für den Exklusivvertrieb seiner Produkte ausschließlich über seine Onlineshops.


Neues Provisionsmodell bei Spreadshirt:

Spreadshirt ändert ab Anfang Mai sein Provisionsmodell. An Stelle des bisherigen Shopartikel-Aufschlages tritt eine Affiliate-Provision. Anbieter eigener Designs bekommen für jeden Verkauf automatisch 20 Prozent aus der Summe von Produkt- und Druckpreis als Affiliate-Provision gutgeschrieben.


Payback gewinnt Sheego:

Der Plus-Size-Versender sheego, Tochter der Otto-Group, ist neuer Partner bei Payback. Auffallend, dass es dem Bonusprogramm offenbar nun immer häufiger gelingt, Onliner aus dem Fashion-Segment (dress-for-less.de) anzudocken. 

Rocket Internet verliert Marketingchef:

Arthur Gerigk, Marketingchef bei Rocket Internet, wechselt zu Facebook. Gerigk leitete das Marketing seit Oktober 2013. Vor ihm waren bereits Vize-Finanzchef Uwe Gleitz, Justiziarin Franziska Leonhardt und Pressechef Andreas Winiarski abgewandert.

INTERNATIONAL


Post baut Marktplatz für das "Who is Who" des österreichischen Handels:

Die Österreichische Post hat für 2016 den Launch des lokalen Marktplatzes shöpping.at angekündigt. Ein eigener Onlineshop ist dabei für die Händler keine Voraussetzung. Ziel ist es, das „Who is Who“ des österreichischen Handels auf die Plattform zu holen, weiß etailment.at.

QVC tanzt bei Youtube:

Otto muss sich für sein Shopping-Projekt bei Youtube gar nicht so sehr schämen. Auch QVC versucht es jetzt mit dem Verkauf bei Youtube. Da aber gibt es nicht nur Textlinks unter dem Video. Die Produkte sind auch direkt im Video anklickbar. Es wird aber nicht so viel geredet wie bei Otto. Die Moderatorin tanzt in wechselnden Kollektionen.


Amazon Twitch wird zum Koch-Kanal:

Es war 2014 ein Mega-Deal. Für rund eine Milliarde Dollar kaufte Amazon Twitch an dem auch Google interessiert war. Twitch ist vor alle eine bei Gamern hochgradig populäre Video-Website. Nun nutzt Amazon Twitch auch als Food-Kanal bei dem rund um die Uhr Kochshows zu sehen sind.

TRENDS & FAKTEN


Zahl des Tages:
Fast jeder zweite Nutzer von Online-Videoportalen (42 Prozent) gibt an, zumindest manchmal Produkte aus der Werbung rund um Online-Videos zu kaufen. Dies ist das Ergebnis der Studie „Überspringen in noch 7 Sekunden“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, für die 2000 Internetnutzer im Februar 2016 repräsentativ befragt wurden.


Lesetipp des Tages: Seit Mitte 2015 bietet die Preisvergleichs-Plattform Idealo Kunden die Möglichkeit, Produkte auf der Plattform direkt zu kaufen - ohne Weiterleitung in den jeweiligen Webshop. Philipp Schrader von Idealo zieht im Interview mit Internet World Bilanz.


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