Martin Zander von Yapital: „Der Multi-Channel-Handel ist längst Realität, nur die Bezahlung kommt noch nicht hinterher"

Von Julian Heck Julian Heck | 19. Februar 2015 |

Wenn wir hierzulande von Mobile Payment sprechen, dann ist auch immer die Rede von Yapital. Das Unternehmen wurde 2011 als hundertprozentige Tochter der Otto-Group gegründet und treibt europaweit das bargeldlose Cross-Channel-Payment voran. In Deutschland hat Yapital vor allem mit der Integration der Payment-Lösung in die Rewe-Supermärkte und Douglas-Filialen für Aufmerksamkeit gesorgt. Seit Ende 2013 lässt sich der Wochenendeinkauf schon mit dem Smartphone zahlen - im Idealfall. Nun gibt Yapital zahlreiche neue Kooperationen bekannt - mit TeleCash, cardtech, CCV und ICP -, die das Payment-Ökosystem dahingehend erweitern, dass ein „schneller und unaufwändiger Roll-Out für bundesweit rund 350.000 Händler“ möglich wird. Kurzum: Yapital hat viel vor und glaubt an sich, wie der Leiter der Unternehmenskommunikation Martin Zander im Interview verrät. Am Ende, wenn vermutlich nur noch eine Handvoll Payment-Anbieter übrig bleiben werden, möchte Yapital ganz oben mitspielen.

Martin Zander von Yapital

Herr Zander, mal ganz allgemein: Warum muss das Smartphone zum Zahlen herhalten, wenn es bisher mit dem Portemonnaie doch auch gut funktioniert?

Martin Zander: Schon jetzt schaut der deutsche Handynutzer rund 150-mal am Tag auf sein mobiles Gerät - Tendenz steigend. Er liest Nachrichten, kauft Tickets, telefoniert vielleicht auch mal, verwaltet Adressen und Termine, lässt sich navigieren, liest, hört Musik oder surft im Internet. Das Smartphone ist doch längst lieb gewonnener und geschätzter Begleiter in allen Lebenslagen, außerdem immer dabei. Warum also nicht damit bezahlen? Wir halten Mobile Payment, vielmehr Cross-Channel-Payment, für einen typischen Evolutionsschritt, der hohen Sinn macht.

Yapital hat vor allem durch große Kooperationen wie mit Douglas und Rewe von sich Reden gemacht. Wie schlägt sich Yapital dort in der Praxis?

Martin Zander: Zahlen können wir hier nicht nennen. Das Feedback, das wir bekommen, ist jedoch sehr positiv.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Mitarbeiter noch keinen blassen Schimmer haben. Wie kann das sein und was tun Sie dagegen?

Martin Zander: Wir sind hier in der Abstimmung mit der Rewe Group. Es hat natürlich bereits Mitarbeiterschulungen gegeben – auch in der Breite. Diese werden jedoch jetzt noch einmal intensiviert. Wir wissen, dass hier Nachholbedarf besteht und arbeiten gemeinsam daran, das Kundenerlebnis ständig zu verbessern.

„Wir halten Cross-Channel-Payment für einen typischen Evolutionsschritt, der hohen Sinn macht“

Finanzen und Internet sind für viele Menschen ein heikles Thema. Wie sicher ist Bezahlen mit Yapital?

Yapital Mobile Payment
Martin Zander: Das Bezahlen mit Yapital ist sehr sicher. Ich behaupte, sicherer als viele andere Bezahlmethoden. Zunächst einmal ist die Yapital App selbst PIN-geschützt – wie das Smartphone übrigens im Zweifel auch. Hinzu kommt, dass sich die App nach kurzer Zeit automatisch schließt. Gleiches geschieht bei ruckartigen Bewegungen, beispielsweise dann, wenn Sie das Handy fallen lassen oder es Ihnen entrissen wird. Über unseren Customer Support oder Ihren Yapital-Web-Account können Sie Ihr Smartphone außerdem jederzeit für die Yapital-Nutzung sperren lassen.

Bei der Transaktion selbst werden nur die zwingend notwendigen Daten übertragen – und das natürlich verschlüsselt. Wie beispielsweise bei einer Zahlung per Kredit- oder Giro-Karte sind dies Name, Zahlungsbetrag, -ort und -zeit der jeweiligen Transaktion. Bei der Onlinezahlung müssen Sie keinerlei Daten eingeben. Sie scannen lediglich den Yapital-QR-Code und fertig. Ein klares Sicherheitsplus gegenüber anderen Bezahlmethoden. Als lizensiertes E-Geld-Institut sind wir im Übrigen dazu verpflichtet, höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Anderenfalls würden wir den Verlust unserer unsere Lizenz riskieren.

Übrigens: Den Verlust des Smartphones bemerkt der Eigentümer laut Studien im Schnitt nach zwei Minuten, den des Portemonnaies erst nach über zwanzig. Und dann ist das Portemonnaie im Zweifel weg – oder  zumindest das darin enthaltene Bargeld.

Wo ist Yapital derzeit überall im Einsatz? Und wo wird es zukünftig - auch dank des Ausbaus Ihres Partner-Netzwerks - noch möglich sein?

Martin Zander: Wir haben inzwischen Verträge mit über 500 Händlern geschlossen; bei über 60 sind wir bereits live. Dazu gehören Marktführer wie die REWE Group, Rakuten oder Douglas, aber auch sehr viele kleinere und mittelständische Unternehmen. Unsere Idee, ein Cross-Channel-Payment für wirklich alle Branchen und Dienstleistungen jeder Art und Größe anzubieten, greift hier also sehr gut. 

„Ich glaube, dass es letztendlich drei bis vier größere Anbieter in Europa geben wird. Und wir werden dazu gehören.“ 

Anders als andere Mobile-Payment-Anbieter ist es bei Ihnen möglich, mobil am POS sowie online oder gar auf Rechnung zu bezahlen. Warum fahren Sie diese Cross-Channel-Strategie?

Martin Zander: Es ist keine neue Erkenntnis, dass die Grenzen zwischen Offline- und Onlinehandel immer mehr verschwimmen. Kunden informieren sich online und kaufen dann doch beim Stationärhändler ein oder es genau anders herum. Darauf reagiert der Handel. Online-Retailer eröffnen Läden in der Innenstadt. Der klassische Stationärhandel bietet zusätzlich den Einkauf im Internetshop. Der Multi-Channel-Handel ist längst Realität, nur die Bezahlung kommt noch nicht hinterher.

Grundsätzlich wollen Kunden heutzutage dort einkaufen können, wo sie sich gerade bewegen und dann eben gerade nicht mehr darüber nachdenken wollen, mit welcher Bezahlmethode dies gerade möglich ist. Mit Yapital erreichen wir genau das. Hinzu kommt, dass das Bezahlen mit Yapital Spaß macht und damit nicht mehr notwendiges Übel im Rahmen eines Einkaufsprozesses, sondern integraler Bestandteil ist. Wir sind schlicht näher am Kaufimpuls des Kunden – übrigens auch mit unserer neuen Funktion ‚Scan2Order‘, die es dem Handel erlaubt, seine Waren 24/7 anzubieten und gleichzeitig Marketingkanäle zu Vertriebskanälen zu machen.

Yapital Payment Ökosystem

Damit der Wunsch der Kunden, eine App für alle Gelegenheiten zu haben, wahr wird, dürfte sich nur ein Anbieter auf dem Markt durchsetzen. Warum soll das gerade Yapital sein?

Martin Zander: Unsere Lösung ist in Europa einmalig und exakt auf die Wünsche und die Bedürfnisse des Handels ausgerichtet. Zudem funktioniert sie nicht nur auf allen Vertriebskanälen, sondern auch auf allen gängigen Smartphone-Betriebssystemen und eben nicht nur beispielsweise auf einem iPhone 6. Im Übrigen glaube ich, dass es letztendlich drei bis vier größere Anbieter in Europa geben wird, genau wie dies beispielsweise bei herkömmlichen Zahlmethoden auch der Fall ist. Und wir werden dazu gehören. 

Abschließender Blick in die Glaskugel: Wann wird Mobile Payment in der breiten Masse angekommen sein?

Martin Zander: Jedenfalls weitaus schneller als viele Kritiker meinen. Schon in 2015 wird Mobile Payment, auch in Deutschland, eine rasante Entwicklung nehmen. Spätestens in drei Jahren wird der Anteil derer, die mit dem Smartphone bezahlen, eine sehr relevante Größe erreicht haben.


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