Mobile Payment: Eine grandiose Idee, die in der Praxis hinkt

Von Julian Heck Julian Heck | 19. Februar 2015 | 1 Kommentar Kommentieren

Yapital Mobile Payment
Was theoretisch gut klingt, muss praktisch nicht zwingend gut funktionieren. Das habe ich am Beispiel Mobile Payment mal wieder erleben dürfen. Über die Dreiecksbeziehung von Rewe, Yapital und mir.

Ich bin ein absoluter Smartphone-Junkie und dachte mir vor wenigen Wochen: Warum eigentlich nicht das Smartphone zum Zahlen nutzen? Das ist ja schließlich auch das Argument, mit dem Anbieter wie Yapital antanzen. Also habe ich mich mit den Möglichkeiten des Mobile Payment befasst und mir Rewe als mein persönliches Testlabor herausgesucht.

Die Yapital-App also heruntergeladen, mit meinem Bankkonto verbunden und einen kleinen Betrag aufgeladen. Der Rest würde sich dann schon ergeben, dachte ich. In meinem „Stamm-Rewe-Markt“ stehe ich an der Kasse und sage: „Ich würde gerne mit Yapital zahlen“. Ein fragender Blick kommt als Antwort. „Dieses mobile Bezahlen. Steht auch auf dem Blatt mit den Zahlungsmöglichkeiten, der da an der Kasse klebt“, sage ich. Die Schlange ist lang, die Kassiererin weiß nichts von Yapital und für mich war es auch das erste Mal. Ich verzichte. Ein anderes Mal habe ich eine andere Kassiererin vor mir - ebenfalls ratlos.

So funktioniert das nicht. Da wird das Bezahlen mit Yapital schon seit Ende 2013 in allen Rewe-Märkten angeboten und die Mitarbeiter vor Ort wissen nicht, wovon der zahlungswillige Kunde spricht.

Wenn sie es nicht wissen, dann eben der Kunde. Ich informierte mich also, wie man die Zahlung durchführt und fand heraus: Das ist total einfach! Es folgte mein dritter Versuch: 

Mobile Payment: Eine grandiose Idee, die in der Praxis hinkt
So ulkig die Begegnung mit dem jungen Kassierer dann auch gewesen ist - ich bin ziemlich enttäuscht.

Und frustriert.

Und zwar aus zwei Gründen:
  1. Obwohl die Zahlungsmethode schon vergleichsweise lange im Einsatz ist, funktioniert es in der Praxis wegen Unkenntnis der Mitarbeiter nicht. Beworben wird das - im Falle von Rewe - Bezahlen mit Yapital ebenfalls nicht. Warum eigentlich?
  2. Zwar ist der Bezahlvorgang wirklich einfach zu handhaben und geht schnell. Aber wirklich schneller als mit meinem Portemonnaie mit Bargeld oder der EC-Karte bin ich auch mit Yapital nicht. Wenn dann noch das mobile Netz nicht das beste ist, dann habe ich nicht nur keine Zeitersparnis, sondern einen Zeitverlust. 

Erfolgversprechend scheint mir Mobile Payment nur dann zu werden, wenn der Einsatz quasi überall möglich ist - bestenfalls sogar mit der gleichen App respektive einer einzigen Registrierung. Die Technik dahinter ist im Grunde genommen schon vorhanden und wird natürlich ständig weiterentwickelt, aber die Verbreitung ist einfach noch nicht fortgeschritten genug. Hinzu kommt, dass selbst dort, wo Händler sich schon auf das Bezahlen 2.0 eingelassen haben, nicht selbstbewusst dafür geworben wird. Damit Mobile Payment nichts für Nerds bleibt - die offenbar in meinem heimischen Rewe-Markt nicht einkaufen gehen -, braucht es regelrecht eine Kampagne dafür. Jene ist aber bisher noch nicht zu erkennen. Noch nicht.


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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 19. Februar 2015 23:54 | Permanent-Link
    nettoapp

    Hi Olaf,

    Dann teste mal die App von netto. Die wird in den Märkten beworben und ist fix zu bedienen. Optisch kein Highlight aber schnell und die Mitarbeiter sind geschult. Zumindest auf unserem Dorf wissen sie bescheid. ;)

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