Was verdienen die Zalando-Bosse? Willkommen in der Liga der Millionäre

Von Bert Rösch | 12. März 2014 | 1 Kommentar Kommentieren

Bislang fallen die Bezüge der Zalando-Geschäftsführer mit jeweils weniger als 200.000 Euro pro Jahr verhältnismäßig gering aus. Das könnte sich zum Jahresende ändern. Dann hat die Führungsriege um die Gründer Robert Gentz und David Schneider die Möglichkeit, ihre Optionsrechte in Anteile umzuwandeln – und diese gegebenenfalls auch zu verkaufen. Wie erst jetzt durch eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger bekannt wurde, wurden dem Management Ende 2011 Optionsrechte zum damaligen Wert von 6,94 Millionen Euro gewährt. Laut Zalando hat sich der Wert inzwischen um etwa ein Drittel erhöht.

Was verdienen die Zalando-Bosse? Willkommen in der Liga der Millionäre
Standardgehalt, aber vielversprechende Optionen: Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider

Die Optionen würden seit 2012 über einen Zeitraum von drei Jahren und anteilig zur Betriebszugehörigkeit ausgegeben. Im ersten Jahr sei bereits ein Betrag von 4,4 Millionen Euro inklusive Gehälter gebucht worden.

Was Zalando verdient

Zalando hatte seinen Gruppenumsatz 2013 um 52% auf 1,76 Mrd. Euro gesteigert. Der operative Verlust erhöhte sich von 84 auf etwa 118 Mill. Euro.

Hauptgesellschafter des Online-Händlers ist derzeit die schwedische Investmentfirma Kinnevik mit 36,5% der Anteile. Es folgen der European Founders Fund der Samwer-Brüder mit 17% und Besteller-Eigentümer Anders Holch Povlsen mit 10%. Hinzu kommen unter anderem DTS Global (9%), Holtzbrinck (8%) und Tengelmann (6%).

„Die Zalando-Gesellschafter wollen mit diesem unternehmerischen Vergütungsmodell die Geschäftsführer dazu motivieren, das Unternehmen zu einem nachhaltigen Erfolg zu führen“, erklärt ein Zalando-Sprecher. Schließlich lohne sich die Umwandlung der Optionen in Zalando-Anteile nur im Erfolgsfall. Bislang schreiben die Berliner lediglich im deutschsprachigen Markt schwarze Zahlen.

Wie sich die besagten 4,44 Millionen Euro auf die vier Geschäftsführer verteilten, ist nicht bekannt. Sollten die Manager die Bezüge brüderlich unter sich aufgeteilt haben, erhielten Robert Gentz, Rubin Ritter und David Schneider – rein theoretisch – je 1,26 Millionen Euro. Der Ende Juli 2012 ausgeschiedene Geschäftsführer Frank Biedka hat nach dieser Berechnung rund 647.000 Euro bekommen. Gentz und Schneider halten zusammen mit inzwischen ausgeschiedenen Zalando-Gründern derzeit etwa 6% der Zalando-Anteile.

Was verdienen die Zalando-Bosse? Willkommen in der Liga der Millionäre
Aktuelle News zu den Player der Branche bietet auch die App der TextilWirtschaft
Mit den voraussichtlich millionenschweren Bezügen ist das Management, das innerhalb von nur fünf Jahren aus einem kleinen Start-up einen der größten Online-Modehändler Europas gemacht hat, auch gehaltstechnisch in der ersten Liga des Handels angekommen.

Schließlich sind derart hohe Einkommen bei Unternehmen mit einem Milliardenumsatz Gang und Gäbe. „Die Summen sind nicht zu hoch gegriffen und bei der Unternehmensgröße durchaus üblich“, sagt Peter Rath, der vor einem Jahr für die Beratungsfirma BBE Media die Gehaltsstudie „GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2013“ erstellt hat, gegenüber der TextilWirtschaft.

Bert Rösch berichtet für die Fachzeitschrift TextilWirtschaft über E-Commerce, Logistik und IT in der Modebranche. Sie erscheint, ebenso wie etailment, in der dfv Mediengruppe.


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: Player&People

Schlagworte: Zalando

handmade amazon
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Wie weltumspannend und umfassend ist Amazon? Die Antwort ...
Topartikel
Kurz vor 9: Amazon erschreckt mit massiven Verlusten, PayPal, eBay, Urbanara, Apple,
Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer 1 der Deutschen. Gute Sichtbarkeit im Ranking kann daher d ...
Die Top 100 der umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland
Die Dominanz der Top 3 im deutschen Onlinehandel - Amazon, Otto, Zalando - ist schier erdrückend. Zu ...
Trendreport: Wie alltaugstauglich sind die Zukunftsvisionen für den E-Commerce?
Über 12.000 Produkte im ersten richtigen Virtual-Reality-Kaufhaus; ein Vertriebs-Bot, der E-Mails an ...
Rewe Digital: Schweizer Taschenmesser im Kampf gegen Amazon
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Eine Studie der News-Organisation ProPublica zeigt gerad ...
Marc Opelt
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Den Satz kennen Sie sicher: Kunden brauchen keine Bohrma ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Style?
    Erstellt 12. März 2014 20:34 | Permanent-Link

    Na dann können sich die drei wenigstens mal ein paar vernünftige Klamotten leisten!

stats