"Besser und größer": Spreadshirt kommt im April mit neuer TV-Kampagne

Von Klaus Janke | 13. Februar 2013 |

philip rooke spreadshirt
CEO Philip Rooke hat sich für Disco entschieden

Ein sattes Plus von 42 Prozent kann die Leipziger Clothing-Plattform Spreadshirt für 2012 vorweisen - weltweit wurden 65 Millionen Euro umgesetzt, wie das Unternehmen heute bekanntgab. In diesem Jahr geht die Offensive weiter: Im April startet eine neue TV-Kampagne, die nach Aussagen von CEO Philip Rooke "besser und größer" als die Vorgänger-Offensive von Mai 2012 sein soll. Als Kreativpartner ist laut Rooke die Agentur Moccu an Bord. Auch in anderen Ländern stehen TV-Spots auf dem Programm.

etailment sprach mit Philip Rooke über die Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Kunden, Facebook und die weiteren Expansionspläne.

 

Herr Rooke, was tragen Sie heute für ein T-Shirt?

Es trägt die Aufschrift „I Love You, But I’ve Chosen Disco.“ Ich habe es von einem Freund bekommen, der Discjockey in einem Berliner Club ist. Der Spruch ist so was wie ein Running Gag zwischen mir und meiner Frau – sie ist ein ganz großer Disco-Fan.

T-Shirts von Spreadshirt werden in letzter Zeit besonders gern von Amerikanern getragen. Warum wächst das Unternehmen dort so schnell?

Unser Plus im nordamerikanischen Markt lag 2012 bei 69 Prozent. Die USA sind mittlerweile das wichtigste Absatzland, noch vor Deutschland. Die Gründe für den Erfolg sind aber dieselben, die auf der ganzen Welt gelten: Die Menschen haben sich zum einen daran gewöhnt, dass alle Dinge, die sie sich wünschen, irgendwo da draußen wirklich erhältlich sind.  Zum anderen machen wir es ihnen sehr leicht, etwas zu kreieren und damit selbst auf den Markt zu gehen.

Unterscheiden sich die Amerikaner als Kunden von den Deutschen?

Oh ja, sehr sogar. In den USA kaufen die Leute zu 80 Prozent Produkte mit vorgefertigten Designs, sie wollen keine eigenen Ideen verwirklichen. Deutschland dagegen hat die höchste Rate an Leuten, die wirklich am Customizing interessiert sind.

Vielleicht liegt das daran, dass die Amerikaner da noch einen Lernprozess vor sich haben. In Deutschland ist Spreadshirt ja schon viel länger präsent.

Glaube ich nicht. Der Grund ist eher ein kultureller Unterschied. Die Amerikaner wollen etwas Vorgefertigtes konsumieren, das in dieser Woche originell ist, und in der nächsten Woche kommt etwas anderes. Die Deutschen dagegen bevorzugen individuelle Dinge, die vor allem sehr lange halten sollen.

Wie groß ist die Konkurrenz für Spreadshirt in Nordamerika?

Deutlich größer als in Europa. Das tut uns aber sehr gut, weil wir den Markt nicht allein machen müssen. Hier gibt es als ernsthaften Wettbewerber eigentlich nur Shirtinator, das ist von der Marktdynamik her ein Nachteil.

Wie hoch ist der Umsatz in Deutschland?

Das geben wir nicht detailliert bekannt. Nur so viel: Deutschland ist das zweitwichtigste Land für uns, ungefähr ein Viertel der Bestellungen kommen von hier.

Spreadshirt hat 2012 in Deutschland erstmals im Fernsehen geworben. Mit welchem Erfolg?

Mit großem Erfolg. Die Erfahrungen, die wir mit der Kampagne gemacht haben, werden wir nun auch in anderen Ländern umsetzen. In Deutschland wird die nächste Kampagne noch besser und größer werden.

Wie wichtig ist Facebook als Werbe- und Absatzkanal?

Als Absatzkanal ist Facebook nicht besonders wichtig – für die Marke Spreadshirt aber schon. Es ist toll, dass die Leute dort Mundpropaganda für uns machen, jedoch bleiben die Shops der Spreadshirt-Partner hinter den Erwartungen zurück, unter anderem, weil Facebook sie schwer auffindbar macht. Unsere Werbung auf Facebook bringt vergleichsweise auch nicht besonders viel.

Und wie steht es mit Pinterest, dem Hype des vergangenen Jahres?

Eine tolle Plattform, um zu sehen, wie Ideen entstehen. Aber einen starken Link zu unseren Sales gibt es nicht. Was uns kommunikativ viel bringt, sind Kooperationen mit Prominenten. In den USA arbeiten wir zum Beispiel mit Chuck Norris zusammen, der dort sehr populär ist. Entsprechend gut verkaufen sich die Produkte. Und jetzt kommt’s: Der zweitstärkste Markt für die Norris-Shirts ist Finnland. Warum? Weil Chuck Norris dort gerade in einer großen Werbekampagne für ein Telekommunikationsunternehmen zu sehen ist und die Menschen ihn jetzt auch cool finden. So unvorhersehbar läuft heutzutage Werbung. Der Vorteil von Spreadshirt ist, dass wir in jeder Situation sehr flexibel reagieren können, da wir kein starres Produkt anbieten.

Wo kann Spreadshirt noch wachsen? Eher durch weitere Expansion, oder durch neue Produkte?

Beides. Wir planen, in der nächsten Zeit jedes Jahr zwei bis drei neue Länder zu erschließen. Zurzeit sind wir in 17 Märkten aktiv. Aber wir haben natürlich auch unzählig viele andere Ideen, auch für neue Produkte. iPhone-Hüllen sind jetzt schon das am viertstärksten nachgefragte Produkt bei uns. Letztlich werden wir aber vor allem dadurch wachsen, dass wir die Dinge möglichst einfach machen. Wenn etwas ganz schnell und ganz einfach geht, sind die Menschen motiviert, aktiv und kreativ zu werden. Daher müssen wir alles daran setzen, die Prozesse weiter zu optimieren. Hier liegt der Schlüssel zu weiterem Wachstum ähnlich wie 2012.

Etailment.de gibt es auch bei Facebook, Twitter und Google+. Oder abonnieren Sie den Newsletter

Sie wollen mit uns werben? Unsere Mediadaten.


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: Player&People

Schlagworte: Spreadshirt, Philip Rooke

Kurz vor 9: Amazon erschreckt mit massiven Verlusten, PayPal, eBay, Urbanara, Apple,
Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer 1 der Deutschen. Gute Sichtbarkeit im Ranking kann daher d ...
Topartikel
Kurz vor 9: Amazon erschreckt mit massiven Verlusten, PayPal, eBay, Urbanara, Apple,
Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer 1 der Deutschen. Gute Sichtbarkeit im Ranking kann daher d ...
Die Top 100 der umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland
Die Dominanz der Top 3 im deutschen Onlinehandel - Amazon, Otto, Zalando - ist schier erdrückend. Zu ...
Trendreport: Wie alltaugstauglich sind die Zukunftsvisionen für den E-Commerce?
Über 12.000 Produkte im ersten richtigen Virtual-Reality-Kaufhaus; ein Vertriebs-Bot, der E-Mails an ...
Rewe Digital: Schweizer Taschenmesser im Kampf gegen Amazon
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Eine Studie der News-Organisation ProPublica zeigt gerad ...
oliver samwer
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Oliver Samwer, Gründer von Rocket Internet, bekommt für ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats