Mal ehrlich: Fragebogen @ Andreas Milles, Spreadshirt

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 20. März 2012 |

Andreas Milles
Wie sieht der Startbildschirm bei einer Branchengröße aus, welcher Top-Manager hat kein Smartphone, welcher Trend im E-Commerce wird völlig unterschätzt, wie steht es im Wettbewerb Bricks gegen Klicks, welche Tech-Aktien würden Entscheider kaufen und wer googelt seinen Namen ganz besonders oft?

Diese und andere Fragen, mal verspielt, mal ganz sachlich, stellt etailment in loser Folge den Branchengrößen.

Diesmal: Andreas Milles, Director Brand & Communication bei Spreadshirt.

Also mal ehrlich, Herr Milles,

was zeigt Ihr Start-Bildschirm, wenn Sie den Computer einschalten?

Aktuell ein „Game of Thrones“ Desktop Motiv. 

Wieviel Prozent Ihrer E-Mails löschen Sie unbesehen?

Je mehr ich darüber nachdenke - viel zu wenige. Vermutlich weil ich denke, ich könnte etwas Wichtiges verpassen. 

Was haben Sie zuletzt online gekauft? Wo?

Zuletzt: Kinderschuhe (bei Limango), zuletzt für mich: eine SSD-Festplatte (bei Amazon).

Ihre Lieblings-Websites beruflich?

Netvibes, Buzzrank, Cotweet und natürlich spreadshirt.de.

Ihre Lieblings-Websites privat?

Feedly (der bessere Google Reader), Youtube, Transfermarkt. Hobbyseiten wie Busfreaks.de, Alter-Schwede.de oder battle.net.

Wer hat den besten Online-Shop?

Thomann. Faszinierend, wie sie es geschafft haben, ihr Kataloggeschäft ins Internet zu verlagern. Und nebenbei meinem Vater eCommerce beigebracht haben.

Welches Konsum-Produkt würden Sie niemals online kaufen?

Brot und rohe Eier. Alles andere habe ich glaube ich schon durch. 

Muss jeder Retailer ein E-Tailer sein?

Ja.

Geht künftig nur noch Clicks UND Bricks?

Nicht zwingend. Manche Anbieter (und deren Kunden) profitieren ja gerade davon, dass sie sich die „Bricks“ sparen. Dennoch gehe ich davon aus, dass wir in Zukunft einige erfolgreiche Beispiele sehen, die online & offline besser verknüpfen als es derzeit der Fall ist.

Welcher Trend im E-Commerce wird am meisten unterschätzt?

Social Commerce. (Dicht gefolgt von SEO)

Welcher Trend im E-Commerce wird am meisten überschätzt?

Social Commerce. (Dicht gefolgt von SEO)  Die Gefahr einer Fehleinschätzung bei Social Media ist hoch, da Erfolgsbeispiele und Muster nicht auf beliebige Unternehmen übertragbar sind. Was bei dem einen gut funktioniert, muss bei dem anderen nicht zwingend genauso gut sein. Das Thema wird allgemein zu häufig auf Kampagnen- und Maßnahmen-Ebene reduziert, und zu selten auf die grundlegende Unternehmensphilosophie. 

Dann überlässt man das Feld Beratern und Dienstleistern, von denen manche selbst nicht wissen, wovon sie erzählen. Fast könnte man sagen, Social Commerce ist sowas wie die Homöopathie des eCommerce. Lassen Sie am besten die Finger davon, wenn Sie nicht daran glauben! 

Blackberry oder iPhone? Oder Android?

Immer offen für alles. Im Moment: Android. 

Auf welches (noch nicht marktreife) digitale Tool möchten Sie nicht mehr länger warten müssen?

Auf das digitale Fahrradschloss. Es nervt, es ist zeitraubend – und häufig trotzdem nutzlos. Und etwas ernsthafter: es gibt ein paar Prototypen, die aus Smartphones und Tablets medizinische Scanner machen -- nach dem Star Trek Vorbild eines „Tricorders“ können in Echtzeit wichtige Gesundheitsdaten ausgelesen werden. Das finde ich faszinierend und wäre ein echter Fortschritt für die Menschheit insgesamt – abgesehen davon verschwenden wir im Wartezimmer eines Arztes vermutlich noch mehr Zeit als mit der Diebstahlsicherung eines Fahrrads.     

Würden Sie Facebook-Aktien kaufen?

Wenn ich sie hinterher teurer verkaufen kann, klaro.

Wieviel Zeit verbringen Sie täglich vor dem Bildschirm?

24 Stunden. (sagt meine Frau) 

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? Gedruckt oder elektronisch?

Beruflich: „Gamestorming“ - ein Sachbuch, das Meetings spielerischer und kreativer macht. Privat „Goldstein“, den dritten Teil von Volker Kutschers Krimireihe, die in den 30er Jahren in Berlin spielt. Geschichtlich sehr spannend. Beides gedruckt.

Wie häufig googeln Sie Ihren Namen?

Bis ich etwas Sinnvolles gefunden habe. (Hoffentlich) nicht häufiger als andere.

Mit wem würden Sie gerne einmal den Schreibtisch tauschen?

Idole habe ich keine, aber interessieren würde mich vieles – ich würde zum Beispiel gerne mal mit meinem Sohn den Schreibtisch tauschen und die „digitale Welt“ aus Kindersicht neu erfahren. 

Wo holen Sie sich Kraft und Anregungen für den Job?

Um ehrlich zu sein: meistens im Job selbst, durch die Zusammenarbeit mit tollen Kollegen. Natürlich mache ich auch gerne Urlaub mit meiner Familie, reise gerne und lasse mich durch die Natur und neue Erfahrungen inspirieren.

Was wäre die Welt ohne Internet? Besser? Schlechter?

Anders. Für mich selbst vermutlich schlechter. 

Andreas Milles ist als Director Brand & Communication bei Spreadshirt verantwortlich für Marke & Kommunikation. Er twittert unter  @ami

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