Subshops: Ein System für alle Fälle

Von Gastautor | 27. November 2012 | 1 Kommentar Kommentieren

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E-Commerce erfordert immer höhere Flexibilität. Bei der Expansion, der Ausweitung des Angebots oder dem Ausbau des Geschäftsmodells kann sich ein unflexibles Shopsystem als Bremsklotz erweisen. Gastautor Johannes W. Klinger, Vorstandsvorsitzender des Shop-Lösungs-Spezialisten Websale, erklärt, warum Systeme, die von Haus aus verschiedene  Vertriebskanäle unterstützen, anspruchsvollen Versandhändlern weitreichende Wettbewerbsvorteile bieten.

Wer im Onlinehandel mehr bewegen und nachhaltiges Wachstum erzielen will, kommt früher oder später an den Punkt, an dem Onsite-Marketing und E-Mail-Kampagnen als Maßnahmen zur Verkaufsförderung nicht mehr ausreichen. Spätestens, wenn es gilt, ausländische Zielmärkte zu erschließen, auch den mobil einkaufenden Kunden anzusprechen, einen B2B-Kundenkreis optimal zu bedienen etc., sind meist grundlegende Eingriffe in die Shopsoftware nötig. Nicht selten stellt sich sogar heraus, dass das bisher genutzte Shopsystem die anvisierte neue Struktur gar nicht unterstützt und komplett ersetzt werden muss, was mit hohen Kosten und einem erheblichen Zeitbedarf verbunden ist.

Kundenspezifisch programmierte Erweiterungen für bestehende Shopsysteme sind eine Alternative zum Komplettaustausch. Sie bringen jedoch meist hohe Kosten und etliche Risiken mit sich. So kann die Änderung oder Erweiterung einer Software durch einen Dritten die Supportmöglichkeiten aushebeln oder auch die Gewährleistung des ursprünglichen Softwareherstellers außer Kraft setzen. Ferner bringen mehr Schnittstellen und mehr Plattformen einen spürbar erhöhten Dokumentations- und Administrationsaufwand mit sich. Ein dritter Risikofaktor betrifft die Zukunftssicherheit. Denn erfahrungsgemäß zieht die Marktentwicklung laufend erneute Erweiterungen des Shops nach sich. Hier stellt sich häufig heraus, dass diese durch die vorherigen Erweiterungen des Codes immer schwieriger und unübersichtlicher werden und sich das individuell ergänzte Shopsystem gewissermaßen selbst immer mehr im Weg steht.

Softwarearchitektur flexibel ausrichten

Um für künftige Trends gewappnet zu sein – gerade für solche, von denen man heute noch gar nichts weiß –, sollten Onlinehändler daher ein Shopsystem wählen, das vielfältige Kanäle und Funktionen von vornherein unterstützt und dessen Software von einem professionellen Entwicklerteam laufend weiter geführt wird.

Einen intelligenten Ansatz zur Erweiterung des Shops insbesondere zur Ansprache neuer Zielgruppen und Zielmärkte stellt die Subshop-Technologie von Websale dar. Die grundlegende Architektur des Websale-Shopsystems bietet die Möglichkeit, eine theoretisch unbegrenzte Zahl von sogenannten Subshops an den Hauptshop anzubinden. Der Begriff „Subshop“ beschreibt dabei die programmiertechnische Beziehung, in der ein solches Modul zum Hauptshop steht. Jeder Subshop kann ganz unterschiedliche individuelle Ausprägungen haben, je nach Zielgruppe und Vertriebskanal. Onlinehändler können so auf einer einzigen technologischen Basis verschiedene, individuell gestaltete Erweiterungen ihres Geschäftsmodells abbilden und nach Bedarf laufend erweitern.

Krämer Pferdesport nutzt Subshops für Multichannel-Strategie

Krämer Pferdesport Reitsport Reitbekleidung Reithosen Reitjacken Reitsportartikel
Krämer Pferdesport ist in vier Ländern präsent

Ein gutes Beispiel für die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten der Subshops ist Krämer Pferdesport. Das Unternehmen ist mit dem Webshop kraemer-pferdesport.de nicht nur als Onlinehändler tätig, sondern betreibt in Deutschland, Österreich, der Schweiz und  Frankreich auch stationäre Ladengeschäfte, die sogenannten Megastores. Über die Subshop-Technologie wird für jedes Land ein eigener Webshop bereitgestellt. Zudem können sich Onlinekunden im Webshop zu jedem Produkt die Verfügbarkeit in einem beliebigen Megastore anzeigen lassen.

Möglich ist dies, weil der Shop durch die Schnittstelle zur Warenwirtschaft auch stets aktuelle Informationen über den Bestand in den Filialen vor Ort bezieht. Aktiv soll dem Kunden stets das komplette Sortiment des Onlineshops angeboten werden, zudem hat er aber die Möglichkeit, den Kauf im gewünschten Megastore abzuschließen. Erfahrungswerte zeigen, dass Kunden, die die online gewählten Produkte in der Filiale kaufen, oft mit mehr Produkten aus dem Laden gehen als nur mit den Produkten, die sie sich vorab online ausgesucht haben. Indem die Shop-Technologie unterschiedliche Shopping-Präferenzen unterstützt, ermöglicht sie die differenzierte Ansprache unterschiedlicher Kundengruppen und trägt zu höheren Umsätzen bei.

Einen weiteren zielgruppenspezifischen Kanal zum Produktsortiment von Krämer Pferdesport bietet der mobile Shop. Das Shopsystem erkennt, wenn die Anfrage an den Shop von einem mobilen Endgerät kommt, und leitet den Besucher automatisch in den mobilen Subshop um, dessen Design und Usability für die Darstellung auf Smartphones optimiert ist. Auch hier werden unterschiedliche Präferenzen von Kunden optimiert unterstützt. Wer vom Handy aus nur stöbern, aber noch keinen Kauf abschließen möchte, kann seine unterwegs im Mobile-Shop ausgewählten Artikel am heimischen PC nochmals in Ruhe durchgehen, bevor er bestellt. Denn ein übergreifendes Kunden-Login für bestimmte Subshops von Krämer ermöglicht den Zugriff auf den gemeinsamen Warenkorb und eine gemeinsame Merkliste, die sich diese Subshops teilen. So gehen die unterwegs ausgesuchten Artikel bis zur Bestellung von zu Hause aus nicht verloren.

Gezielt ansteuern kann der Kunde dagegen die Ländershops, die Krämer Pferdesport für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Frankreich betreibt. Diese vier Subshops unterscheiden sich sowohl in Bezug auf länderspezifische Angebote und Lieferkonditionen als auch auf die Währung und Sprache. Die integrierte Textpflegeplattform des Shopsystems dient hierbei als komfortables Content-Management-System für die Pflege der allgemeinen Texte und Meldungen im Shop. Die Produkttexte und -daten kommen aus den Inhouse-Systemen. Über die Textpflegeplattform können Inhalte fremdsprachiger Subshops bequem online übersetzt werden.

Durch den Einsatz der Textpflege-Plattform lassen sich die Aufwände zum Übersetzen und Aktualisieren von Texten in den einzelnen Shops erheblich reduzieren. Zudem können gezielt auch lediglich einzelne Texte oder Begriffe übersetzt werden, zum Beispiel einige aus Platzgründen kürzere Textvarianten für den mobilen Shop. Alle anderen Texte, die nicht an die Variante angepasst werden müssen, werden automatisch von der Ursprungssprache übernommen. Dies erspart eine separate Pflege und Synchronisation gleicher Texte. Durch die Websale-Subshop-Technologie und die integrierte Textpflegeplattform wird der Gesamtaufwand zur Bedienung verschiedener Kanäle erheblich minimiert.

Tennis Peters verknüpft B2C und B2B

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Tennis Peters spannt die Tennislehrer ein

Der Sportversender Tennis Peters verfolgt ein anderes Geschäftsmodell, das ebenfalls sehr effizient mit Subshops abgebildet ist. Der hoch spezialisierte Sportfachhändler verkauft über tennis-peters.de nicht nur an Endkunden, sondern auch an Wiederverkäufer wie etwa Tennislehrer. Diese empfehlen ihren Schülern häufig für deren Ausbildungsstand geeignete Produkte. Da Tennis Peters den Tennislehrern für diese Zielgruppe attraktive Sonderkonditionen anbietet, sind sie motiviert, diese auch direkt an Schüler weiterzuverkaufen. Wer sich einmal durch Einsendung eines Trainerscheins akkreditiert hat, erhält Zugangsdaten für den B2B-Shop von Tennis Peters und kann dort Produkte für den Wiederverkauf zu speziellen Konditionen bestellen. Weitere Subshops werden als Service für Vertriebspartner im europäischen Ausland betrieben, die dort für Tennis Peters in der Art eines Generalimporteurs im Onlinevertrieb arbeiten.

Divestore bietet "Shop in Shops" für Topmarken

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"Shop in Shop" der Marke Aqualung
"Shop in Shop" der Marke Aqualung

Eine Variante der Subshoplösung von Websale ermöglicht darüber hinaus auch das Konzept „Shop in Shop“, wie es im stationären Handel häufig für bestimmte Marken zu finden ist. So bietet der Tauchsport-Fachhändler Divestore in seinem Shop Tauchversand.com die Möglichkeit, direkt in den "Shop in Shop" der Marke Aqualung zu wechseln. Von dort gelangt man über einen ebenso gestalteten Reiter wieder zurück in das Komplettsortiment mit allen Warengruppen. Den vielen Kunden, die auf diese im Tauchsport führende Herstellermarke schwören, wird das Shoppen somit erheblich erleichtert, weil sie anstatt über das nach Warengruppen gegliederte Menü direkt innerhalb des Markenangebots suchen können. Die freie Gestaltbarkeit des Subshops bietet die Möglichkeit, diesen an das Look and Feel der Marke anzupassen, bis hin zu einem Design, das komplett von dem des Hauptshops abweichen kann. Obwohl die Shops optisch komplett unterschiedlich aufgebaut sind, wandern alle Artikel, ob sie im Hauptshop oder im Aqualung-Bereich ausgewählt werden, in ein und denselben Warenkorb. Die differenzierte Zielgruppenansprache verbindet sich hier also mit einem effizienten und schlanken Kaufprozess und ebensolcher Auftragsbearbeitung.

Durch die Software-as-a-Service-Philosophie und das Zusammenspiel von Shopentwicklung und Betrieb in der eigenen Servercloud wird die Inbetriebnahme eines neuen Subshops im laufenden Betrieb gewährleistet.

Die aufgezeigten Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Subshop-Technologie zur effizienten Zielgruppenansprache und Unterstützung verschiedener Kanäle genutzt werden kann, ohne Änderungen am Hauptshop oder gar der Software vornehmen zu müssen.

Der Autor Johannes W. Klinger ist Vorstandsvorsitzender der Websale AG in Stein bei Nürnberg, einem Anbieter von Shoplösungen

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Thema: Player&People

Schlagworte: Websale, Shopsysteme

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 27. November 2012 16:50 | Permanent-Link

    habe bisher nur negative Erfahrungen mit diesem System gemacht, da der Online-Shop-Händler durch einzelne Mietpreise, die sich sehr schnell auf hohe monatliche Summen summieren, sehr abhängig von diesem Dienstleister macht. In der heutigen Zeit ist es auch kleinen Shops mit sehr guter OpenSource Software wie z.B. Magento und einer Online-Agentur seines Vertrauen möglich, sehr komplexe Shop-Systeme für rel. wenig Investment zu betreiben. Als Shop-Betreiber kann ich mir dann aus einem sehr großen Markt für Erweiterungen das individuelle Sysrem anpassen. Großer Vorteil, der Shop gehört dann auch dem Unternehmer. Ein nicht ganz zu vernachlässigender Aspekt bei Verhandlungen...

    Beste Grüße aus München,

    Stefan Wolf
    www.management-wolf.de

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