Die wichtigsten „Zukunftsthemen im E-Commerce 2014“, die uns bleiben werden

Von Gastautor | 1. Juli 2014 |

Die wichtigsten „Zukunftsthemen im E-Commerce 2014“
Tim Hahn ist Mitgründer und einer der Geschäftsführer der E-Commerce-Agentur netz98
"Man müsste jetzt." So fangen Unternehmensplanungen in der digitalen Welt gerne an. Doch dann kommt der nächste Hype um die Ecke, steht das nächste Zukunftsthema vor der Tür, dem sich der Onlinehandel dringend widmen muss. Alljährlich analysiert die E-Commerce-Agentur netz98 deshalb die aktuellen Entwicklungen im E-Commerce, stellt die wirklich relevanten Neuerungen vor und sammelt innovative und nachahmenswerte Best Practices – als Inspiration für den Online-Handel.

Was bleibt?

Tim Hahn, Mitgründer und einer der Geschäftsführer der E-Commerce-Agentur netz98, stellt für etailment ein "Best of" der Zukunftsthemen zusammen.

                 

1. Verkaufskonzepte – Wie Sie den Umsatz ankurbeln

 

Was begeistert Nutzer, verspricht Umsatzsteigerungen und erhöht die Konversion? Hier einige Antworten zu den zentralen Fragen im E-Commerce.

Die virtuelle Umkleidekabine

Schöne Kleidung, schöne Präsentation, am liebsten würde man sofort kaufen … aber welchen Schnitt haben Hose, Kleid oder Pulli denn nun wirklich und wie fallen sie aus? Kunden können nun entweder auf gut Glück bestellen – oder sie nutzen eine virtuelle Umkleidekabine, wie sie fits.me zur Integration in Webshops anbietet. Hier gibt der Besucher seine Körpermaße an. Anschließend kann er anhand der Produktbilder die gewünschte Passform auswählen, je nachdem ob das Kleidungsstück enger oder weniger eng anliegen soll. Möglich wird das durch Robotik: Im Vorfeld werden Roboter-Mannequins, die unterschiedlichste Körperformen simulieren können, mit ausgewählten Kleidungsstücken in jeder zur Verfügung stehenden Größe angekleidet und abfotografiert. So erhalten Nutzer eine sehr genaue, ihre individuellen Maße und Wünsche abbildende Methode zur Kleidungsanprobe im Internet. Das steigert die Konversion und senkt die Retouren.

 

Persönlich empfohlen – durch interaktive Videos

Anschauliche, unterhaltsame und persönliche Produktempfehlungen per Video? In B2C-Shops unterstützt dies die Kaufentscheidung häufig stärker als reine Produktinformationen in Textform. Videos sollten daher ein fester Bestandteil eines ganzheitlichen Marketingkonzepts sein. Die britische Modekette Asos ließ dazu mehrere Mitarbeiterinnen ihre Lieblings-Sommeroutfits ganz persönlich präsentieren. Als weiteren Mehrwert können Kunden jederzeit auf einen Artikel im Video klicken, um sich Produktdetails, das Kleidungsstück an einem Model oder weitere dazu passende Artikel anzusehen und die Produkte in den Warenkorb zu legen. Das steigert Kundenbindung, Konversion und die Größe des Warenkorbs.

 

Pakete an die Kette legen

Onlineshopping erfreut sich unter anderem großer Beliebtheit, weil die Artikel bequem direkt nach Hause geliefert werden. Umständlich wird es, wenn der Kunde gerade nicht daheim ist, und das Paket dann beim Nachbarn, dem örtlichen Zustelldienst oder von der Paketstation abholen muss. Das Startup Lockbox bietet hier eine robuste Lösung: Das Paket wird mithilfe einer patentierten Technik gesichert, bestehend aus einem Stahldrahtseil, einem stabilen, verschließbaren Behälter und einem Metallhaken, der unter der Wohnungstür verankert wird. Damit der Kunde seine Waren in einer Lockbox erhalten kann, muss der Onlineshop lediglich an einen Paketdienst angeschlossen sein, der den Lockbox Dienst anbietet. Über die Website oder via App kann der Kunde die Abholung der leeren Box veranlassen.

 

2.      Multichannel – Was die Nutzer lieben

Die Vernetzung unterschiedlicher Vertriebskanäle, z.B. Print, Online, Mobile und lokales Geschäft ist bei den deutschen Konsumenten sehr beliebt. Laut einer Studie der IFH Köln nutzen knapp 90 Prozent Multichannel-Angebote und mittlerweile gibt es Tausende Apps, die beim kanalübergreifenden Shopping unterstützen. Im Folgenden einige innovative Beispiele:

 

Social Media am POS

Einkäufe über Social-Media-Kanäle zu bewerten und die Erfahrung mit anderen zu teilen, ist mittlerweile ein alter Hut. Aber dass Social-Media-Aktivitäten die Einkaufssituation im Laden beeinflussen können, das ist neu. Die Fashionkette Nordstrom in den USA zeigt, wie das funktionieren kann. Die Modeartikel, die auf Pinterest besonders viele Pins erhalten, werden in den Filialen gut sichtbar markiert. So sehen die Kunden, welche Produkte momentan besonders angesagt sind.

 

Wohnung wird Showroom

Der Modeanbieter The Line braucht keine eigenen festen Verkaufsräume, er mietet einfach eine Wohnung. Hier werden dann Designprodukte in einer heimischen Umgebung präsentiert. Die Kunden werden über Einladungen zum Abendessen, Filmvorführungen oder andere exklusive Events in die Wohnung gelockt. Die Artikel können allerdings nur online gekauft werden. Auch der Onlineshop ist weitab vom Standard. Nicht klassische Produktpräsentation und -information stehen im Vordergrund, sondern vielmehr Geschichten über die Menschen, die „The Line“ Produkte nutzen, ihr Leben und über die Ideen hinter den Produkten. 

Die wichtigsten „Zukunftsthemen im E-Commerce 2014“
 

Guideshops – Service sells

Ein persönlicher Service ist immer noch eines der wirksamsten Mittel, um Kaufentscheidungen zu fördern. Die US-Marke Bonobos bietet daher die Möglichkeit, online einen Beratungstermin in der Filiale zu vereinbaren. Der Point-of-Sale ist allerdings kein normales Ladenlokal, sondern exklusiv auf die männliche Zielgruppe ausgerichtet. Es gibt kein lästiges Warten bis ein Mitarbeiter frei ist und der Kunde kann sicher sein, dass auf seine Bedürfnisse und seinen Stil eingegangen wird. Die Verkäuferinnen nehmen sich bis zu 45 Minuten Zeit für eine Beratung und der Einkauf wird nach Hause geliefert. Das ist Service vom Feinsten.

 

3.      B2B-E-Commerce

Die Anforderungen von Geschäftskunden (B2B) unterscheiden sich auch im E-Commerce deutlich von denen der Endkunden (B2C). Im Folgenden zwei Beispiele.

 

Qualitätscheck vor dem Kauf

Über den Autor

Tim Hahn ist Mitgründer und einer der Geschäftsführer der E-Commerce-Agentur netz98 new media GmbH (www.netz98.de). Er verantwortet Sales sowie Marketing und kann auf mehr als 15 Jahre Erfahrungen aus E-Commerce- und B2B-E-Commerce-Projekten verweisen. Seine Fachgebiete sind strategische E-Commerce-Beratung, Realisierung von Magento-Shopsystemen sowie Market-Strategien und Qualitätssicherung. Zu diesen Themen bloggt er auch regelmäßig auf www.regalsprecher.de.

Aufgrund der hohen Stückzahlen sind gerade im B2B-Umfeld Produktqualität und Transparenz von besonders großer Bedeutung. Die Möglichkeit, sich vor dem Kauf die Produkte genauer anzusehen, auszutesten und sich von deren Qualität zu überzeugen, ist gerade im Neukundegeschäft ein entscheidender Faktor. Beim Verpackungsspezialist Rajapack kann man schnell und unkompliziert über den Onlineshop entsprechende Gratismuster bestellen. Gerade bei Artikeln im Niedrigpreissegment, die in großen Stückzahlen von Geschäftskunden angefragt werden, bietet sich eine solche Shop-Funktion an.

 

Same-Day Delivery

Same-Day Delivery (SDD), auf Deutsch: bestellen und am selben Tag beliefert werden, ist aus Sicht des B2B‑Handels ein besonders spannendes Thema, zum Beispiel wenn es um die Lieferung von dringend benötigten Ersatzteilen geht. Walmart, als weltweit tätiger US-amerikanischer Handelskonzern, macht es bereits vor und auch Amazon arbeitet aktuell an Konzepten wie dem Drohnen-Lieferdienst Amazon Prime Air. Auch für B2C-Kunden ist SDD eine interessante Option, allerdings sind sie in der Regel nicht bereit, die aktuell noch recht hohen Kosten zu zahlen.

 

Die vollständigen „Zukunftsthemen im E-Commerce 2014“, können unter www.zukunftsthemen-im-ecommerce.de angefordert werden.

Unter dem Motto "Vom Retail zum Me-Tail: Interaktiver Handel zwischen Nische, Nähe und globalen Kunden" widmen wir uns auch auf dem etailment Summit vom 7. bis 9. Oktober in Berlin-Tempelhof den Lösungen für die Gegenwart und den Aufgaben und Optionen der Zukunft.


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Schlagworte: Trends, Gastbeitrag

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