Haushaltswaren aus der Provinz ins Netz

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 15. Juni 2015 |

Mittelständischen Händlern, die sich im Web versuchen, gilt ja häufig ein eher etwas mitleidiger Blick. Doch man kann auch als Familienunternehmen aus der Provinz noch seinen Platz im Web erobern. Sogar mit einem eher ubiquitären Sortiment wie Haushaltswaren.

 

Cloppenburg, das ist zwar die größte Stadt des nach ihr benannten Landkreises, irgendwie aber eben auch niedersächische Provinz. Es gibt eine Reihe bekannter Markenläden und große Ketten in dem Mittelzentrum. Alles ist ein bisschen gediegen.

Und es gibt das Haushaltswarengeschäft Bley. Seit 6. Generationen. Genauer: Seit 1827. Den Onlineshop Bleywaren gibt es seit 2013. Auch da, und das sollte man positiv verstehen, geht alles etwas gediegener zu. Eben solide, verlässlich, ein bisschen vom alten Schlag, wo noch Kaufmannstugenden hochgehalten werden. Beispielsweise mit Blick auf die Mitarbeiter.

Die und ihre jahrzehntelangen Erfahrungen spielen nämlich bei Bley auch in der digitalen Welt mit seinen rund 2500 Produkten eine zentrale Rolle.  „Das Personal musste sich mit dem neuen Thema erst anfreunden und sah zum Teil gar seinen Arbeitsplatz in Gefahr. Dabei soll der Onlinehandel das stationäre Geschäft nicht ersetzen, sondern ergänzen“, sagt Firmenchef Thomas Grimme.

Haushaltswaren aus der Provinz ins Netz
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Aufklärung und Schulung der Mitarbeiter, sie werden auf der Website mit Bild  vorgestellt, sei daher ganz wichtig. Denn auch oder gerade in der Multichannel-Welt geht es um die menschliche Ansprache und das Engagement der Mitarbeiter.

 

    1. Beispiel Eins: Personalisierte Pakete mit handgeschriebener Notiz als persönliches Moment im anonymen Onlinehandel bringen dem Händler reichlich positives Feedback.
    2. Beispiel Zwei: Die Kommissionierung von Bestellungen erfolgt auch aus dem Ladengeschäft, da nicht alle Produkte immer noch einmal im Lager liegen.
    3. Beispiel Drei: Großzügiger Umgang bei Retouren. Die landen dann als Vorführgeräte im Geschäft. Allerdings erfolgt die Retourenabwicklung etwas hemdsärmelig per Mail.

 

Trotzdem bleibt Ärger nicht aus: Beispielsweise Kunden, die nicht zahlen wollen oder können. Bley verzichtet daher auf Rechnung als Zahlverfahren und rät jedem Händler, nur abgesicherte Zahlarten anzubieten oder eine Bonitätsprüfung zu implementieren. Bley selbst bietet EC-Karte, Kreditkarte und Paypal und nutzt Paymill als Gesamtlösung für die Zahlungsabwicklung.

Weil der Fachhändler vor allem auf schmucke und hochwertige Haushaltswaren setzt, gibt es für die eher beratungsorientierte Online-Kundschaft  in einem eigenen Blog (und bei Fadebook) reichlich Hintergrundinfos rund um Marken und Produkte und das Geschehen bei Bley.

 

Technisch vertraut Bley übrigens auf  die gebührenfreie Open-Source-Lösung Spree Commerce. Die bietet zwar eher wenige Schnittstellen für den deutschen Markt, aber eine aktive und entwicklungsfreudige Community.  Das hilft weiter. Grimme: „Eine von uns genutzte Extension wurde von der Community weiterentwickelt, die wir jetzt nach einem System-Upgrade implementieren können.“


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Thema: Player

Schlagworte: Multichannel

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