Mega-IPO: Die wichtigsten Fakten zum Börsengang von Zalando im Schnelldurchlauf

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 3. September 2014 |

Es ist für den E-Commerce in Deutschland sicher der wichtigste Börsengang in diesem Jahr. Einer, der auch für Start-ups das Klima deutlich verbessern kann. Und es ist ganz sicher ein IPO, der in seiner Größenordnung für Deutschland zu den Schwergewichten zählt. Wir zählen die wichtigsten Fragen und Antworten auf und sagen, warum Zalando eine Notierung im Prime Standard gewählt hat.
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Wie viel wird verkauft?

Das Unternehmen strebt eine Platzierung von 10 bis 11 Prozent seines Eigenkapitals (nach IPO) an.

Die bestehenden Zalando-Gesellschafter behalten ihre Anteile. Die fünf größten Aktionäre sind Investment AB Kinnevik (36%), Global Founders (17%), Anders Holch Povlsen (10%), DST Europe (8%) und Holtzbrinck Ventures (8%).

Es soll also eine Kapitalerhöhung werden.

Volumen und Vergleiche

Das Emissionsvolumens könnte bis zu 750 Millionen Euro betragen. Zalando wurde zuletzt mit rund vier Milliarden Euro bewertet. Zum Vergleich: Der Börsengang von O2 brachte 2012 ein Volumen von 1,45 Milliarden Euro, Praktiker holte 205 rund 500 Millionen.

Wie teuer wird die Aktie?

Der Ausgabepreis soll nach dem 29. September bekannt gegeben werden.

Welche Banken?

Morgan Stanley, Goldman Sachs, und Credit Suisse wurden als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners mandatiert. Deutsche Bank und J.P. Morgan fungieren als Joint Bookrunners. Jefferies und Stifel Nicolaus Europe agieren als Co-Lead Manager. Es sind alte Bekannte: Credit Suisse, Morgan Stanley, J.P.Morgan Chase, Goldman Sachs waren auch am Börsengang von Facebook beteiligt. Lorenzo Grabau, CEO beim Investor Kinnevik, war früher übrigens Investmentbanker bei Goldman Sachs.

Wo?

An der Frankfurter Wertpapierbörse im regulierten Markt im Prime Standard. Zuvor war in der Gerüchteküche so ziemlich jeder Platz der Welt außer den Berliner Flohmärkten und eBay gehandelt worden.

Warum Prime Standard?

Um internationale Investoren anzuziehen. Der Prime Standard verlangt den Unternehmen über den regulierten Markt hinausgehende internationale Transparenzanforderungen ab. Neben den üblichen internationalen Rechnungslegungsstandards, Quartalsberichten und Ad-Hoc-Mitteilungen sind auch Analystenkonfernzen und Berichte in englischer Sprache nötig. Und: Nur wer sich dem Prime Standard unterwirft, kann auch in den DAX.

Kredit?

Zalando hat im Juli 2014 zudem eine Kreditlinie über 200 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Die Kreditlinie kann für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Das verschafft liquiden Spielraum.

Umsatz derzeit?

Das 1. Halbjahr 2014 brachte gruppenweit eine EBIT-Marge von 1.2% und in DACH von 4.6%. Der Nettoumsatz auf Gruppenebene stieg dabei um 29,5 % auf 1,047 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2013: 809 Millionen Euro). In der DACH-Region schaffte Zalando ein Plus von 21,2 % auf 594 Millionen Euro.

Umsatzdetails?

Zalando hat 3,7 Millionen aktive Kunden (eine Bestellung in 12 Monaten)
30% des Umsatzes kommen von mobilen Geräten
Anzahl der Bestellungen in Q2/ 2014: 10,4 Millionen
Seitenvisits in Q2/ 2014: 322,7 Millionen
Durchschnittliche Bestellung pro aktivem Kunden: 2,77

Warenkorb?

179 Euro Brutto-Transaktionsumsatz pro aktivem Kunde - vor der Retoure, natürlich.
Durchschnittlicher Warenkorb: 62 Euro
Marketingkostenverhältnis: 17,6 %


Bekanntheit?

Die Markenbekanntheit erreicht gestützt 88%.
Gleichzeitig mit der Bekanntgabe des Börsengangs wurde die Website relauncht.

Alle offiziellen Zahlen aus dem Zalando-Factsheet (pdf)

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Schlagworte: Zalando, IPO

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