Car-Sharing 2.0: Wenn das Auto vom Nachbarn kommt

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 22. Mai 2012 |

rentnroll sharing
Zugang wird wichtiger, nicht der Besitz. Davon profitieren Sharing-Lösungen. Davon profitieren Autohersteller wie Daimler mit Smart als “Car-to-go“, also “Auto zum Mitnehmen” oder BMW mit seinem Car-Sharing-Projekt Drive Now. Doch geteilt wird dabei ein Auto des Herstellers. Doch den eigenen Besitz teilen? Des deutschen liebstes Kind?

Was bei Wohnungen mit Modellen wie Airbnb funktioniert, soll auch mit dem Auto klappen. Gemeinsam das eigene Auto mit Freunden, Nachbarn oder Unbekannten teilen. In den USA aber auch in Frankreich testen gleich mehrere Start-ups den Markt dafür, aber auch hierzulande stehen bereits Anbieter bereit.

Eines der für deutsche Verhältnisse wohl angenehmsten Modelle  kommt aus San Francisco von Getaround. Während andere Anbieter auf eine schlüssellose Fahrzeugübergabe per App bauen, können Mieter und Vermieter bei dem Modell von Gründerin  Jessica Scorpio die  Schlüssel von Angesicht zu Angesicht tauschen. Das erhöht das Vertrauen. 

Eine deutsche Variante des Airbnb für Autos nennt sich beispielsweise rent-n-roll. Die Gründer Ingo Struckmeyer, Ralf Struckmeyer und Oliver Skopec wollen damit in jeder deutschen Großstadt eine Rent'n'Roller-Community aufbauen. 

Nutzer können ihren PKW auf der Plattform anbieten und das Angebot mit Bildern gestalten. Über eine digitale Landkarte ist der Standort des Fahrzeuges erkennbar. Bewertungen der Fahrzeuge zeigen, welche Erfahrungen andere User möglicherweise bereits gemacht haben. Der Fahrzeugzustand wird gemeinsam protokolliert, das Fahrzeug ist zudem über die Plattform versichert.  Die Zahlungsabwicklung läuft via PayPal.

Sicherlich ein Modell mit Zukunft, das aber einen langen Atem braucht. Denn bis die Deutschen ihr Auto einem Fremden in die Hand geben,  muss jenseits des Vertrauens in den Prozess und die Sicherheit auch noch ein Bewusstseinswandel bei den Besitzern eintreten.  Obendrein stellt sich die Frage, in wie weit solche Peer-to-Peer-Lösungen angesichts der Transaktionenkosten für Plattform und Nutzer im Wettbewerb mit den anders kalkulierbaren Sharing-Modellen der Autohersteller wettbewerbsfähig sind. 


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Thema: Social Commerce

Schlagworte: Sharing, Trend, Autos

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