Fab: Europa-Offensive mit neuen sozialen Features

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 24. September 2012 |

saschaFab
50 Prozent der neuen Mitglieder und des Umsatzes  holt Fab in den USA bereits über Social Media-Kanäle. 

Tools wie Live Feed, der Fab Social Ticker und etliche andere Social-Commerce-Elemente etabliert das rasant wachsende Design-Kaufhaus  jetzt auch in Deutschland und seinen europäischen Dependancen.

Kunden benötigen nun auch hierzulande keine Registrierung mehr für den Schaufensterbummeln bei Fab.com. Ein wichtiger Schritt Richtung Massenmarkt. Vor allem aber sollen die neuen Social-Media-Elemente das Markenerlebnis dramatisch verbessern. 

etailment sprach mit Sascha Weiler, Vice President International Product bei Fab Europe, über die neue Social Commerce Engine, die den Einkauf noch interaktiver macht.

Einen Like-Button, den bieten längst etliche Online-Shops. Fab geht erheblich weiter. Fab 3.0, zunächst in den USA gelauncht, baut via  Facebook-Integration auf die Option, per Stream zu verfolgen, was die Freunde kaufen, teilen und mögen. Und sie können die Produkte auch direkt aus dem Life-Feed heraus kaufen. Produkte lassen sich zudem nicht nur nach Kategorien filtern, sondern auch nach Preis und Farbe.

Für Fab ein echter Umsatzbooster. Vernetzte Kunden kaufen mehr und öfter. Jetzt kommt das vernetzte Shoppen bei Fab auch nach Deutschland. Auch mobil rüstet Fab in Europa auf und wird seine sozial ausgerichtete US-App, ein wichtiger Umsatzgarant,  auch nach Europa bringen, erklärt Sascha Weiler, Vice President International Product bei Fab Europe und Mitgründer von Casacanda, das dann von Fab aufgekauft wurde , im Interview.

Mobil ist für Fab ein wichtiger Verkaufskanal. 30 % der tägliche Besuche und des Umsatzes kommen in den USA via App. Ist der heutige Relaunch auch mobil schon angekommen?

Die neue Website funktioniert auch auf mobilen Endgeräten sehr gut. Eine dezidierte App kommt in wenigen Wochen auch nach Europa.  Sie wird eine Nutzererfahrung bieten, die speziell an Erwartungen und  Möglichkeiten bei Smartphones und Tablets orientiert ist und nicht nur schlicht die Website umsetzt.

Der Relaunch in den USA ist nicht mal ein halbes Jahr her. Die Einführung der soziales Features in Europa kommt da überraschend schnell.  

fab livefeed
Fab lebt von der Technologie-Plattform und steht für Social Commerce. Deshalb wollten wir die Social Experience so schnell wie möglich ausrollen. Der Look war zwar bereits angepasst, aber die bisherige Website bot nicht das Markenerlebnis, das wir unseren Kunden bieten wollen. Jetzt gibt es mehr Möglichkeiten, die Produkte zu entdecken und mit den Designern in Kontakt zu treten.  Wir haben von vielen Kunden zudem gehört, dass sie Features wie den Live-Feed oder die Navigation auch in Europa gerne nutzen würden.

Wurde das System 1:1 übernommen?

Nein. Genau deshalb hat es es auch einige Monate gedauert. Wir haben einige Elemente speziell für Europa angepasst. Nichtsdestotrotz ist es jetzt ein globale Plattform. Alle Features, die wir in den USA haben, sind auch in Deutschland verfügbar. Andererseits haben wir in Deutschland lange vor den USA bereits Paypal als Zahlungsoption angeboten.

Bei vielen Online-Händlern endet Social Commerce beim Like-Button. Warum tickt Fab da anders? 

Wir haben eine sehr breite Zielgruppe. In den USA haben wir trotzdem festgestellt, dass alle Kunden diese sozialen Features extrem gut annehmen. Deshalb wollen wir ein Vorreiter im Social Commerce sein. In den USA haben wir darüber hinaus gesehen, dass der lifetime value der Kunden, die die sozialen Feature nutzen, fast doppelt so hoch ist.  Das steht aber bei uns nicht im Vordergrund. Wichtiger ist das Markenerlebnis durch soziale Features, das andere so nicht bieten.

sascha fab
Muss man die Kunden zusätzlich motivieren, Elemente des Social Commerce zu nutzen?

Bei Fab ist es ein Selbstläufer. Wir haben aber auch die Einbindung so einfach und so intuitiv wie möglich gestaltet.

Um die Plattform kennen zu lernen ist nun kein Log-in bzw. keine Registrierung mehr nötig. Was ist der Grund? Lust auf den Massenmarkt?

Das hängt vor allem mit der Marke zusammen. Kernbestandteile der Marke sind drei Werte: discover, connect und share. Die Öffnung der Plattfrom war daher wichtig, um das Element "connect, die Verbindung und den Kontakt mit den Designern zu erleichtern und ihnen eine Plattform zu bieten, mit der sie  ihre Produkte einem breiteren Publikum anbieten können.

Wie wichtig ist die Suchfunktion für Fab? 

Wir sehen, dass die Suche von den Nutzern immer intensiver genutzt wird. Wir werden in nächster Zeit einige Ressourcen darauf verwenden, diese noch innovativer zu gestalten.

Was ist dein Lieblingsfeature auf der Plattform?

Bei 500 Features ist das eine schwierige Frage. Ich mag den Feed, schauen was andere Leute machen, was ihnen gefällt. Wir haben inzwischen eine Produkttiefe erreicht, die es nahezu unmöglich macht, jedes Produkt anzusehen. Der Feed ist da eine wunderbare Möglichkeit, auf Entdeckungsreise zu gehen.  Sehr viel Spaß macht auch das browsen nach Farben.

Zahlen und Fakten zu Fab Europa:

2 Millionen Mitglieder

Fab Europe dürfte Ende des Jahres 30 % des Gesamtumsatzes ausmachen

200 Mitarbeiter bei Fab Europe

Zu den Fab-Investoren gehören A Grade Investment, Jon Anderson, Andreessen Horowitz, Baroda Ventures, Don Baer, First Round Capital, Jason Goldberg, Lars Hinrichs, Mark Kingdon, Ashton Kutcher, Ben Ling, Menlo Ventures, Allen Morgan, Dave Morgan, Guy Oseary, Kevin Rose, SoftTech VC, SV Angel, Dave Tisch, Thrive Capital, The Washington Post Company und Zelkova Ventures.


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Thema: Social Commerce

Schlagworte: Fab, Social Commerce

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