Roman Kirsch, Fab: "Mobiles Shoppen ist die Zukunft"

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 12. Oktober 2012 |

roman kirsch fab
50 Prozent seiner Kunden will Fab schon 2013  über mobile Endgeräte erreichen. Da war eine deutschsprachige App für iPhone und iPad überfällig. Jetzt ist sie da und punktet wie das US-Vorbild mit flotter, intuitiver Optik und sozialen Elementen.

Im Interview mit etailment kündigt Senior Vice President Roman Kirsch bereits die nächste Stufe der Offensive an. Eine TV-Kampagne  in Europa rückt näher. Sie soll noch in diesem Jahr starten.

Welche Rolle spielt Onlinewerbung für Fab?

Wir setzen auf einen breiten Mix aus verschiedenen Marketingkanälen – als Internetunternehmen ist es naheliegend, dass unser Fokus auch auf Onlinewerbung liegt. Diese gibt uns Transparenz und lässt uns Effektivität sehr genau messen. Über 50 Prozent unserer neuen Mitglieder kommen dabei nicht über klassische Onlinekanäle, sondern über soziale Netzwerke. Auch wenn wir die Performance jeder einzelnen unserer Kampagnen in den 24 Ländern messen, achten wir mit noch stärkerer Vehemenz auf die Darstellung unserer Marke.

Gibt es Pläne für eine TV-Kampagne in Deutschland?

Vor zwei Wochen haben wir unsere erste TV-Kampagne in den USA gestartet. Dieses Jahr wird es auf jeden Fall noch ein Land in Europa geben, in dem wir TV als zusätzliches Werbemedium nutzen werden.

Der Umsatz lebt bei Fab auch von den sozialen Elementen. Andere Händler messen solchen Systemen eher homöopathischen Wert bei, lassen sogar Social-Logins links liegen. Tickt die Fab-Zielgruppe einfach anders?

Unsere Produkte sprechen Menschen aus allen Schichten, Regionen, Bildungshintergründen an. Das heißt also nicht, dass unsere Zielgruppe anders ist, sondern dass wir uns sehr viel Mühe geben, die User Experience auf der Seite so überzeugend und einfach wie möglich zu gestalten, die sozialen Elemente so intuitiv wie möglich zu integrieren.

Für viele hat Fab sicher den Reiz des Neuen. Wie will Fab die Kunden langfristig an sich binden?

Ganz einfach: Weiterhin durch aufregende, einzigartige Designprodukte und die beste User Experience, angefangen von der Website auf Computer, Smartphone oder Tablet über den Bestellprozess bis zum Paket und Service.

Fab_App_iPhone
Fab legt großes Gewicht auf Mobile. Mit Erfolg. Was macht Fab besser als andere?

Wir haben uns gefragt, wie Mobile Shopping in der idealen Welt aussehen soll. Also keine kleinere Version der Online-Seite, sondern von Grund auf eine neues Erlebnis. Das war vor 6 Monaten, entstanden ist nun daraus die neue App, die auf iPad wiederum anders ist als auf dem iPhone. Und ebenfalls schon iPhone 5 optimiert ist. Genau wie auf der Seite haben wir außerdem auch bei unseren Apps großen Wert darauf gelegt, dass eine tiefe Integration aller sozialen Features intuitiv und einfach existiert.

Ist Mobile wirklich mobile oder am Ende doch nur Couch Commerce?

Fab prognostiziert: Mobiles Shoppen ist die Zukunft. 50 Prozent der Verkäufe sollen in naher Zukunft über die App erfolgen. Momentan sind es in den USA 33%. Mit einem stark steigenden Trend.

Fab.de, das war einst Casacanda. Wie viel Casacanda steckt noch im Unternehmen?

Wir sind mittlerweile ein globales Unternehmen, mit Büros in New York, London, Berlin und Puna. Und gleichzeitig legen wir bei Fab sehr viel Wert darauf, überall das gleiche Markenversprechen, die gleiche Qualität bei Produktauswahl, Verpackung und Kundenservice zu garantieren, egal ob der Kunde in Los Angeles oder Südostrumänien ansässig ist. Natürlich hat der deutsche Kunde teilweise andere Vorstellungen, was gutes Design oder einen guten Kundenservice ausmacht – an diese lokalen Besonderheiten passen wir uns jedoch stets an. Von Berlin aus soll auch die europäische Expansion vorangetrieben werden.  

roman kirsch fab
Roman Kirsch, Senior Vice President von Fab, ist einer der Referenten auf dem „4. Europäischen Online-Handelskongress – etailment Summit 2012“ am 19. und 20. November in Berlin. Zusammen mit  Sascha Weiler und Christian Tiessen gründete er 2011 den Design-Shoppingclub  Casacanda.  Im Frühjahr 2012 übernahm Fab dann Casacanda. 10 Millionen Dollar sollen dafür gezahlt worden sein. Die Casacanda-Gründer Sascha Weiler, Christian Tiessen und Roman Kirsch blieben an Bord. Berlin dient nun als Schaltzentrale des Europa-Geschäfts.


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