4 Horror-Prognosen für den Handel im Jahr 2020

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 11. April 2014 |

Zukunft, das lehrt schon die Kurzgeschichte "Minority-Report" von Philip K. Dick, ist nicht festgelegt, kann sich in unterschiedlichen Bahnen bewegen. Selbst Präkogs können sich irren und unterschiedlicher Meinung sein. Das IFH Köln hat solcherlei Visionäre nicht. Dafür aber Zahlenmaterial. Und die Prognosen daraus für das Handelszenario 2020 sind weniger für eine Science Fiction-Story gut, als vielmehr eine Horrorgeschichte für den stationären Handel. Denn für ihn geht die Geschichte in jeder Variante der möglichen Zukünfte nicht gut aus. Für den Onlinehandel aber schon. Immer.


Vier Szenarien hat das IFH Köln für die Handelswelt im Jahr 2020 berechnet. Ein Kernergebnis: Für stationäre Händler geht es abwärts. Bis 2020 rechnen die IFH-Experten – abhängig vom jeweiligen Szenario - mit 24.000 bis 58.000 Geschäften weniger in Deutschland.

Während die Online-Szenarien „E-Basic 1.0“ und „E-Motion 1.0“ von weiterhin anhaltend hohen Wachstumsraten im Online-Handel ausgehen, wird in den Offline Szenarien „Discount 2.0“ und „City Revival 2.0“ der Online-Handel zwar weiterhin an Bedeutung gewinnen, aber nur noch abnehmende Wachstumsraten realisieren. In den beiden letzten Szenarieren schafft es der Handel nämlich entweder mit einer preisorientierter Positionierung oder mit einer Mehrwert-Perspektive und verstärkter Markenorientierung Zielgruppen zu binden oder zu gewinnen.

Man könnte es auch das Optimismus-Szenario nennen.
Realistischer erscheinen mir aber die Netz-Szenarien.
4 Horror-Prognosen für den Handel  im Jahr 2020

Denn
1. Werden auch im E-Commerce Marken stärker und strahlender. Der Webshop ist der neue Flagship-Store.
2. Gewinnt dank Mobile Commerce das Web für spontane Shopping-Erlebnisse enorm an Fahrt. Das IFH irrt, wenn es glaubt, dass für spontane Shopping-Erlebnisse der stationäre Handel "unerlässlich" sei. Unerlässlich sind nur Produkte.

Je nach Szenario des IFH wird der Online-Umsatzanteil am Einzelhandel 2020 zwischen zehn und 22 Prozent liegen.
Auch das kann man als ein noch vergleichsweise konservatives Szenario sehen.
Dafür sprechen drei Gründe:
- Großen Ketten dämmert erst jetzt, dass das Internet nicht mehr weg geht.
- Große Bevölkerungsgruppen haben bislang kaum oder gar nicht im Netz eingekauft. Hier tritt in den kommenden Jahren noch ein Bewusstseinwandel ein.
- Mobile stellt eine engere Verbindung zu E-Commerce-Angeboten her.

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Thema: Studien

Schlagworte: Prognose, IFH

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