Die fatalen Irrtümer des stationären Handels

Die fatalen Irrtümer der stationären Handels
Es ist einer der Grundirrtümer des klassischen Handels zu glauben, der Kunde mache sich noch Gedanken über den Einkaufskanal. Es ist nicht der einzige Irrtum. Auch mit anderen Überzeugungen stehen die Händler in den Fußgängerzonen auf verlorenem Posten. Das zeigen aktuelle Studien, die den Online-Handel mehr denn je auf der Straße der Gewinner sehen.

 

„Five Truths for Future Marketers“ betitelt SDL, ein Technologieunternehmen und Anbieter von Lösungen im Umfeld von Customer Experience Management, die Ergebnisse einer globalen Umfrage unter 1800 Menschen im Alter von 18 bis 36 Jahren.

Für die Mehrheit ist demnach der Vertriebskanal für das Kundenerlebnis irrelevant. 58 Prozent der Befragten erwarten, jederzeit und über alle Kanäle mit dem Anbieter in Kontakt treten zu können. Hinzu kommt: Gerade diese Altergruppe hat im Überfluss Zugriff auf digitale Geräte und will diese auch nutzen. 30 Prozent der Befragten geben zu, innerhalb von 24 Stunden sogar mehr als vier verschiedene Geräte zu benutzen. Anders gesagt: Ohne mobile Angebote kann man sich von dieser Zielgruppe gleich verabschieden. 

 

Die fatalen Irrtümer der stationären Handels

Wem das nicht Warnung genug ist, der sollte eine frische Studie von Studie von der Universität Münster und Roland Berger zur Hand nehmen. Der "German Digitalization Consumer Report 2014"  (pdf) attestiert nämlich dem Online-Handel steigende Beratungsqualität.

Ein Asset, das sich bislang immer der stationäre Handel zu Gute hielt. Doch Dank Individualisierung, Personalisierung, Service-Funktionen wie Live-Chat und Video-Chat, besseren Produkdarstellungen bis hin zum Catwalk im Bewegtbild  haben die Pure Player und einige innovative Mulitchannel-Händler hier fast schon Augenhöhe erreicht. Mindestens.

Denn was bieten dagegen Filialisten auf? Überforderte Verkäufer, die auch noch im Lager aufräumen müssen.

Solch eine Kanalerfahrung hinterlässt Spuren und trägt mit dazu bei, dass branchenübergreifend 41 Prozent aller kaufentscheidungsrelevanten Informationen inzwischen aus digitalen Medien stammen. So das Ergebnis der repräsentative Studie.

Die positive Erfahrung der Kunden im Web wird zudem eher noch intensiver: 41 Prozent aller nicht-routinierten Einkäufe erfolgen in Deutschland inzwischen digital. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Kunde sich auch bei seinen Routine-Einkäufen sagt: Ich bin doch nicht blöd.


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Thema: Studien

Schlagworte: Multichannel

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 19. Juli 2014 19:20 | Permanent-Link
    Digitalisation rock on!!!

    Digitalisation rock on!!! Es wird Zeit, dass der stationäre Einzelhandel endlich aufwacht und sich enstprechend positioniert. Gerade die Information und die Beratung der Kunden wird online sträflich vernachlässigt.

    Stefan Wolf
    Wolf Management & Beratung GmbH

  2. Erstellt 20. Juli 2014 14:29 | Permanent-Link
    Zeigt doch mal die positiven Folgen des Online- für den Offline Handel auf!

    Ich freu mich auf die Zukunft, auf stationäre Händler die mir haptische Erlebnisse bieten, gute Düfte, nette Verkäufer und da Gefühl etwas besonderes gekauft zu haben.
    Und, ich sehe immer mehr stat. Händler, die kapieren, wo ihre Zukunft liegt.
    Ich denke wir sollten aufhören immer nur über die negativen Folgen des Online-Handels für den stat. Handel zu schreiben und stattdessen mal die vielen positiven Beispiele bringen und beschreiben, die der stat. Handel uns heute schon bietet.
    Auch eine Form wie man den Wandel darstellen kann, nur eben mit einer positiven, rosaroten Brille.

  3. Erstellt 23. Juli 2014 11:08 | Permanent-Link
    Der stationäre Handel steuert auf schwere Zeiten zu

    Ein sehr guter und treffender Blogpost. Der stationäre Handel wird es nicht leicht haben in Zukunft, es ist ein unumkehrbarer Wandel im Begriff. Wir haben in unserem neuen Blog GoodTimes Post die Thematik aufgegriffen und noch etwas hinzugefügt, denn die „fatalen Irrtümer“ des stationären Handels sind auch ohne weiteres übertragbar auf andere Bereiche.
    http://goodtimespost.de/die-tausend-tode-des-stationaeren-handels-wer-nicht-handelt-wird-untergehen/

    Schöne Grüße
    GoodTimes Post

  4. Erstellt 24. Juli 2014 12:24 | Permanent-Link
    So schlimm ist es nicht.

    In der Wirtschaftswoche habe ich zu dem Thema auch noch einen interessanten Artikel gelesen, der alles nicht ganz zu düster sieht.

    http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/einkauf-der-zukunft-das-ende-der-alles-verkaeufer/10238422.html

  5. Daniel Kaspers
    Erstellt 12. August 2014 14:20 | Permanent-Link

    Doch ... es könnte so schlimm werden. Wir sind oft und gerne bei VC Pitches z.B. als Gastredner. Was uns dabei auffällt ist, dass die meisten neuen Startupmodelle darauf abzielen, etablierte Geschäftsmodelle zu "zerstören" bzw. zu disruptieren. Ganz besonders davon betroffen ist der Einzelhandel. Wer hier keine Antworten findet, dem könnten die Umsatzeinbußen recht schnell das Genick brechen.
    Wer da ein Beispiel braucht, der schaue bitte auf Ubercar, MyTaxi & Co. ... schon klar, das ist kein Einzelhandel aber es zeigt wie es gehen kann. Vor allem wie schnell eine Branche beginnen muss, ums Überleben zu kämpfen.
    UND WENN ICH MIR SO ANSCHAUE ... was da auf uns an neuen Modellen zurauscht, bekomme selbst ich ein flaues Gefühl.

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