E-Food und der Content: Mal karge Euro-Palette, mal reizvolle Rezept-Welten

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 25. September 2014 |

E-Food und der Content: Mal karge Euro-Palette, mal reizvolle Rezept-Welten
Virtueller Supermarkt (Foto: Mediadidact/ Der Handel)
Was erwarten Kunden in Lebensmittel-Onlineshops? Gute Preise und viele Produkte. Natürlich. Aber auch Rezeptideen oder Nährwertangaben wären eine hübsche Sache. Von wegen Service und Einkauferlebnis. Einige Branchengrößen zeigen sich da aber so karg wie eine leergeräumte Euro-Palette.

Der Content-Spezialist Textprovider hat fünf Shops, die online Lebensmittel verkaufen, einem umfangreichen Benchmark unterzogen, schaute den Shops mit Blick auf Semantik (Aktualität und Stil), Formalien (Übersichtlichkeit und Rechtschreibung), Sichtbarkeit und Funktionalität (Produktbeschreibungen, Service-Content) in die digitalen Regale.

Während die Tester bei Edeka24  in Sachen Content eher Discount-Atmo sahen, überzeugte Mitbewerber Rewe mit verschiedenen Glossaren sowie Spezialwissen zu Wein, Kaffee oder Gewürzen sowie Rezepten und inzwischen auch Nährwertangaben. Generalist Amazon zeigte sich gleichfalls karg, Lebensmittel.de schaffte einen akzeptablen Mittelwert. Gefallen konnte aber ganz besonders Allyouneed, eine DHL-Tochter.

Der Testsieger Allyouneed glänzt mit selbst geschriebenen Produktbeschreibungen, einem gepflegten Blog, gut strukturierten Inhalten und schönen Rezeptideen, die den Nutzer zum Kauf animieren. Sehr gut: Die Zutaten sind in den Rezepten verlinkt, so dass dem Nutzer eine aufwendige Produktsuche erspart bleibt und er die Zutaten gleich in den Warenkorb überführen kann.

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Allyouneed: Reichlich Mehrwert und eine gute Struktur

Rewe, Nummer 2 im Test, hat indes die  Produktbeschreibungen größtenteils vom Hersteller übernommen, besetzt aber mit seinen Glossaren dafür einen USP.  Der Ratgeberbereich könnte indes eine bessere Sichtbarkeit vertragen.

E-Food und der Content: Mal karge Euro-Palette, mal reizvolle Rezept-Welten
Rezeptseite bei Rewe: Ideal wären hier Verlinkungen zu den einzelnen Rezeptzutaten

Edeka24 liebt vielleicht Lebensmittel, aber nicht den Internet-Kunden. Ebenso wie bei Lebensmittel.de werden Produkte teilweise gänzlich ohne Beschreibung präsentiert. Zudem gibt es bei Edeka weder einen Blog, einen Glossar oder Rezepte, die Mehrwert bieten. Bei Lebensmittel.de sind dagegen immerhin die Produkte der Rezepte verlinkt. Der Blog vorhanden, aber ungepflegt.

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Magazinige Inhalte des Testsiegers

Nur Schonkost bietet Amazon den  Kunden. Allerdings fällt Amazon in diesem Test etwas heraus, da es sich nicht um einen eigenen Lebensmittel E-Commerce-Shop handelt, sondern um eine zusätzliche Kategorie. Der Lebensmittelbereich des Generalisten entspricht dem Aufbau der anderen Kategorien, wodurch Aktualität und Content auf der Strecke bleiben. Content-seitig wird zudem nur das Nötigste getan und ganz bequem Herstellertexte übernommen. Nährwertangaben werden gemacht, wenn der Hersteller diese vorgibt. Da bietet Amazon in anderen Segmenten mehr auf.

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