Infografik: Die Top 20 Apps auf dem iPhone

Von Karsten Werner Karsten Werner | 15. Juli 2013 |

App Monitor Februar 2013
Im Ranking der Top 20 iPhone-App führt unverändert Facebook, das von 63,2 Prozent der deutschen iPhone-Besitzer genutzt wird. Knapp dahinter: WhatsApp. Auf Platz 3 folgt schon eBay Mobile mit einer Nutzungsreichweite von 31,8 Prozent. Neu in den Top 20 sind wetter.com (15,3 Prozent) und eBay Kleinanzeigen (14,5 Prozent). Abgestiegen sind TV Spielfilm und McDonalds. Mehr zu den App-Charts. Und zum Wetter. Nach dem Klick. 


Praktiker ist insolvent. Schuld ist -natürlich- das Wetter: Wenn es regnet, macht niemand irgendetwas zu seinem "20%-auf alles-ohne-Stecker-Projekt", sondern bleibt auf dem Sofa liegen. Die Anschaffung der nächsten Heckenschere wird dann vorerst vertagt... Pech für die Baumarktkette. Auch die iOS-App-Charts des Fokus App Monitor aus dem Monat Juni scheinen teilweise direkt mit Petrus' Hohheitsgebiet verbandelt zu sein. Wettergetrieben.

wetter.com konnte sich um 106 Plätze auf den 13. Rang verbessern - Eine App als "Sonnenmacher".

Das verwundert nicht. Die Vorhersagegenauigkeit der Wetter-App, die Apple dem iPhone "ab Werk" spendiert, ist in der Regel so miserabel wie der diesjährige Sommer selbst: Über den Download einer alternativen Wetter-Vorhersage schien sich das iOS-Volk offensichtlich einen "richtigen" Sommer, oder zumindest die Hoffnung auf eine Verbesserung der Gesamtwetterlage, gleich noch mit herunterladen, beziehungsweise aufrecht erhalten zu wollen: Besseres Wetter, dank besserer App? Schräge Self Fulfilling Prophecy, aber angesichts eines Blickes aus dem Fenster auch wieder nachvollziehbar. Irgendwie.

Der Abstieg von Mc Donald's - Regen ist gut für Bringdienste. 

Auch "gefühlt" wetterabhängig. Der Juni war so kalt und nass, dass sich wohl weniger nächtliches Party-Volk in die Fritten-Schmieden "Zum goldenen Bogen" verirren wollte. Und im Regen am Drive In-Schalter warten zu müssen, erschien vielen Burger-Fans offensichtlich auch wenig verlockend. Da ließ mal man lieber den Brindienst kommen. Und wenn denn mal tatsächlich Sommer war, wurde lieber selbst Hand an den Grill gelegt. Den heimischen.

Der Abstieg der TV-Spielfilm-App - Vorbote eines Strukturwandels.

Gänzlich wetterunabhängig. Unwahrscheinlich, dass es die TV-Spielfilm-App künftig noch einmal auf eine Spitzenposition in den Apps-Charts schaffen wird: Die Generation, die lineares Fernsehen noch als vollwertiges Unterhaltungs-Medium begreift, lädt sich eh keine Apps herunter, sondern kreuzt sich die Sendetermine von Wetten Dass? und Rosamunde Pilcher-Verflmungen in Supplements wie prisma und rtv an. Oder in der HÖRZU, die man "schon immer" im Abo hat.

Die Kernzielgruppe der Anwendung hingegen, die Generation der Grenzgänger zwischen analogem und digitalem Medienkonsum, begreift gerade, dass auch durch die klasse Usability dieser Hilfe-App das Programm selbst nicht besser wird und lässt dementsprechend die Finger davon. Erschwerend kommt hinzu: Die "bittere" Erkenntnis, dass Wetten Dass? und Co. nie wirklich unterhaltsam waren, macht sich in dieser Generation breit: Man hatte sich das nur -mangels Alternativen in der eigenen Kinheit- einfach jahrzehntelang unhinterfragt weichgezeichnet. Ein Sinneswandel, der sich an jedem Wochenende anhand von Legionen an negativen Facebook- und Twitter-Einträgen nachvollziehen lässt: Fortlaufend verärgertes Nörgeln und Mosern über die Programmqualität, das letztlich in den Erkenntnisgewinn mündet, dass die eigentlich ja nie anders war... Irgendwann werkt es halt jeder.
 
Und Jüngere? Die noch nicht zusammen mit dem Privatfernsehen groß geworden sind -und dieses einst noch als Erweiterung der Programmvielfalt empfunden hatten? Die verorten TV-Werbeblöcke eh irgendwo zwischen "Hausfriedensbruch" und "Diebstahl von Lebenszeit" und legen ihren Fokus dementsprechend direkt auf Youtube, Apple-TV, Watchever et al. oder aber die Infrastrukturen von Kim "Dotcom" Schmitz und Co...

"Rallye" der ebay Kleinanzeigen Applikation - Spiegelt den Zeitgeist wieder. 

Auch nicht wettergetrieben. Sharing und Second Hand sind gerade "in". Neben dem Aufstieg der Re-Commerce-Anbieter, ist es dank moderner Technik und kinderleichter Apps für Verbraucher mit immer weniger Hürden verbunden, sich "P2P" von Überschüssigem zu trennen. Per digitalem Hosentaschen- Flohmarkt. Sozialer und lokaler C2C-Commerce via Mobil-Geräte kommt und ebay legt hier mit seinem werbefinanzierten Gratisangebot vor (und hält deutlich smartere Anbieter wie Stuffle damit gezielt auf Abstand, denen dadurch ein Provisions-Ansatz als künftiges Erlösmodell verschlossen bleibt).

Smartphones können Commerce lokal und sozial machen. Das gute Gefühl, seinen Kram schnell loswerden zu können und gleichzeitig jemandem in der Heimat eine Freude zu machen, schlägt mitunter den Wunsch nach Erlösmaximierung.
Und wem es in erste Linie um Geschwindigkeit geht, der kann die teilweise horrenden Abschläge der Re-Commerce-Anbieter auch gleich mit "einpreisen" und seine Flohmarkt-Güter lokal weitergeben.

iPhone App-Charts

Grafik: Statista


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: Studien

Schlagworte: App, Ranking

Amazon erklärt Hachette, wie man billigere E-Books und mehr Gewinne macht

Amazon erklärt Hachette, wie man billigere E-Books und mehr Gewinn macht

Der Streit zwischen Amazon und Hachette um höhere Rabatte für E-Books, den der Online-Riese auch mit ...

Topartikel

So clever macht Deichmann den Onlinehandel zum Erfolg

So clever macht Deichmann den Onlinehandel zum Erfolg

Geben Sie es zu: Wenn Sie an Deichmann denken, dann kommen Ihnen nicht als erstes Begriffe wie sexy, ...
Benjamin Otto:

Benjamin Otto: "Ein paar Stellschrauben reichen nicht für den Handel der Zukunft"

Von Medien herbeigeschriebene Nachfolger-Debatten? Gründerenkel Benjamin Otto bewegen an der Spitze ...
Gute Produktdaten für Google sind der Schlüssel zum E-Commerce-Erfolg

Google Shopping: Gute Produktdaten sind der Schlüssel zum E-Commerce-Erfolg

Das Erdöl des 21. Jahrhunderts, das Gold des digitalen Zeitalters – derzeit gibt es kaum ein Bild, d ...
Im Backend steckt der Gewinn! - Warum Shopbetreiber nicht wie Konsumenten denken dürfen

Im Backend steckt der Gewinn! - Warum Shopbetreiber nicht wie Kunden denken dürfen

Wonach haben Sie eigentlich Ihren Shop ausgewählt? Das eingehende Studium allerlei Ratgeber und Chec ...
Die fatalen Irrtümer der stationären Handels

Die fatalen Irrtümer des stationären Handels

Es ist einer der Grundirrtümer des klassischen Handels zu glauben, der Kunde mache sich noch Gedanke ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats