Leitfaden: Wie Online-Händler sich neue Märkte im Ausland erschließen

Von Gastautor | 11. August 2015 |

Der deutsche Online-Handel ist auf Wachstumskurs. Während auf dem hiesigen E-Commerce-Markt ein immer stärkerer Wettbewerbsdruck herrscht, bietet die Expansion ins Ausland Online-Händlern neue Entwicklungs- und Umsatzpotenziale. Einige von ihnen haben die internationalen Möglichkeiten bereits erkannt, andere scheuen sich nach wie vor, den Schritt über die Grenzen zu wagen – zu groß ist die Unsicherheit. Zwar gibt es bei der Internationalisierung im E-Commerce keinen universellen Weg und keine allgemeingültigen Best Practice-Beispiele – jedes Land ist schließlich anders – dennoch kann sich die Auslandsexpansion lohnen, wenn man ein paar Punkte beachtet. Daniel Hölzer, Experte für Online-Shop-Umsetzungen bei United E-Commerce, gibt bei etailment und in einem kostenlosen Leitfaden Hilfestellung bei der strategischen, technologischen und logistischen Erschließung neuer Märkte.
Leitfaden: Wie Online-Händler sich neue Märkte im Ausland erschließen
Daniel Hölzer, United E-Commerce

 

1.            Analysieren Sie zuerst die für Sie infrage kommenden Märkte im Hinblick auf ihr Potenzial (Kaufkraft, Nachfrage, Wettbewerbssituation etc.) und hinsichtlich der Stabilität des Wirtschafts- und Währungssystems sowie der technischen und logistischen Infrastruktur vor Ort. Bedenken Sie auch sprachliche, kulturelle und rechtliche Hürden, die es als deutscher Online-Shop im Zielland zu überwinden gilt.

 

2.            Beginnen Sie mit der internationalen Expansion in den Ländern, in denen es eine ähnliche Mentalität, Kultur und Sprache gibt wie in Deutschland. Mit zunehmender Erfahrung lassen sich später auch Länder erschließen, die sich stärker vom Ausgangsmarkt unterscheiden, wie beispielsweise Frankreich, die USA und die asiatischen Märkte.

 

3.            Legen Sie eine detaillierte Strategie fest, wie Sie sprachliche, kulturelle und rechtliche Herausforderungen bewältigen wollen und wie Sie die notwendigen Geschäftsprozesse optimal auf die Zielländer übertragen. Sorgen Sie dafür, dass notwendige Werkzeuge, wie beispielsweise eine verlässliche IT-Infrastruktur, vor Ort zur Verfügung stehen und die personellen Verantwortungsbereiche und Zuständigkeiten klar definiert sind.

 

4.           Achten Sie darauf, dass Ihr Online-Shop, insbesondere die Produktinformationen, den Ansprüchen und Gewohnheiten der nationalen Zielgruppen entsprechen – von der Sprache über Maßeinheiten und Währung bis hin zu ansprechendem Bildmaterial. Optimieren Sie die Usability auch hinsichtlich beliebter Bezahlverfahren je Land und einer verständlichen Shop-Navigation.



Mehr zum Thema lesen Sie auch in unserem neuen Dossier "Internationalisierung".


 

5.            Um mit einem Online-Shop in mehreren Ländern aufzutreten, eignet sich ein Shopsystem mit einer Multistore-Umgebung. Dieses besteht aus einem zentralen Datenstamm, auf dem die lokal angepassten Shops und Frontends aufbauen. Engagieren Sie einen international erfahrenen Hosting-Provider, der dafür sorgt, dass Ihr Online-Shop im Zielland problemlos aufrufbar ist – und das ohne Ausfallzeiten oder große Latenzen.

 

6.            Neben der Shop-Website müssen aber auch die Produkte den Weg ins Zielland finden. Prüfen Sie im Vorfeld die Konditionen von Versanddienstleistern und die Möglichkeit, Ihre Waren über ein eigenes Distributionszentrum oder bestehende Filialen zu vertreiben. Alternativ können Sie auch auf einen Fulfillment-Partner vor Ort zurückgreifen. Wichtig ist, dass Shop-Besucher die Lieferbedingungen leicht auffinden können.

 

Der Leitfaden

Der Leitfaden ist ein Auszug aus dem E-Book „International handeln“. Auf 30 Seiten zeigen E-Commerce-Spezialisten – aus den Bereichen Shop-Entwicklung und -Optimierung, Suchtechnologie und Usability-Beratung, Produktdatenmanagement und Online-Marketing sowie Payment und Recht – worauf es bei der Internationalisierung ankommt und welche Aspekte es zu beachten gilt. Checklisten, Experten-Tipps und Exkurse zu den Kaufgewohnheiten in anderen Ländern bieten eine praxisorientierte Unterstützung für Cross-Border-Shop-Betreiber und jene, die es werden möchten. Interessenten können das E-Book hier kostenfrei herunterladen: http://www.united-ecommerce.de/ebooks/.

7.            Orientieren Sie sich bei der Kommunikation an landestypischen Besonderheiten. Marketingrelevante Anlässe sind beispielsweise in Deutschland der Karneval, in den USA der Super Bowl oder in China der Singles Day. Je besser Sie die Märkte kennen, desto gezielter können Sie sich mit passenden USPs vom Wettbewerb vor Ort abheben. Ein effektives und effizientes Mittel hierbei ist ein internationales E-Mail-Marketing mit Hilfe multivarianter, mehrsprachiger Mastervorlagen, die sich zentral verwalten und gleichzeitig lokal anpassen lassen. Beim internationalen SEO und SEA sollten Sie zudem die lokalen Suchmaschinen wie Baidu in China oder Yandex in Russland nicht vernachlässigen.

 

8.            Machen Sie Ihre Erfolge und Misserfolge sichtbar: Um ungenutzte Potenziale und schleichende Risiken identifizieren zu können, sind nicht nur Umsätze, sondern auch Klick- und Konversionsraten, die Anzahl der Retouren und die Zusammensetzung Ihrer Kundschaft interessant. Diese Auswertungen helfen dabei, Optimierungsbedarf zu erkennen und zeitnah Verbesserungen umzusetzen.


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Thema: Studien

Schlagworte: Tipps, Internationalisierung

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