„Mompreneure“ machen eine halbe Milliarde Euro Umsatz im Web

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 27. Juni 2016 |

„Mompreneure“ machen eine halbe Milliarde Euro Umsatz im Web
Bettina Leisten Rodriguez verkauft mit "Kids-Comfort" Kinderartikel. Zunächst bei eBay, dann auch mit einem eigenen Laden und Online-Shop. Heute beschäftigt die zweifache Mutter ein 15-köpfiges Team (Foto: eBay)
Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Vorzeige-Gründerinnen wie Sabrina Schönborn und Laura Gollers (Sugarshape), Nora Hofbauer (Gourmesso), Chalwa Heigl (Gugl)  oder Julia Bösch und Anna Alex (Outfittery). Doch auch jenseits hipper Startups verstehen Frauen das Geschäft. "Mompreneure" werden in diesem Jahr einen Milliarden-Umsatz erzielen.

Unter "Mompreneuren" (Mom plus Entrepreneur) versteht eBay in einer aktuellen Studie selbstständige Mütter mit minderjährigen Kindern. Die werden in diesem Jahr  42,4 Milliarden Euro Umsatz erzielen. Dabei reicht das Spektrum vom Micro-Business im eigenen Haushalt bis zum Geschäft mit einem Multi-Millionen-Umsatz. Vor allem im boomenden Online-Handel wächst der Anteil der „Mompreneure“. Gemäß der aktuellen Studie steigen allein diese Erlöse in diesem Jahr um 6,1 Prozent auf 505 Millionen Euro. Aktuell sind fast eine halbe Million Mütter (461.000) mit noch minderjährigen Kindern selbständig tätig.

Der Löwenanteil der Mompreneure findet sich aber im Gesundheits- und Sozialwesen. Im Onlinehandel gibt es rund 5.200 Mompreneure. Sie bringen es immerhin schon auf einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatz von 97.141 Euro im Jahr. Bis 2020 wird der Wert weiterhin stark, um fast ein Drittel (31,6 Prozent), auf 127.857 Euro zulegen. Seit 2010 wäre damit dann ein Wachstum der Pro-Kopf-Erlöse im E-Commerce von fast 200 Prozent zu beobachten.

eBay, das sich mit der Studie natürlich auch als ideale Plattform für Gründerinnen mit Kind in Position bringen will, hat selbstverständlich auch eine Reihe von Erfolgsstorys parat.

Zur Studie:

Die Studie wurde von Statista aufbereitet. Den Berechnungen des Research- und Analysedienstleisters lag ganz überwiegend Datenmaterial des Statistischen Bundesamtes und des Handelsverbands Deutschland (HDE) bis zum Jahr 2014 zugrunde. Werte für die Jahre 2015 bis 2017 wurden daher durch eine lineare Fortschreibung, ab 2018 über eine Bevölkerungsvorausberechnung ermittelt. Als „Mompreneure“ wurden für diese Analyse alle selbständigen Frauen mit Kindern unter 18 Jahren betrachtet. Ihre Umsatzwerte wurden dann anteilig über Daten für Kleinstunternehmen errechnet. Die Kleinstunternehmen sind dabei definiert mit einer Größe von bis zu 9 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von bis zu 2 Millionen Euro. Statista hat hierbei auch für den Anteil der Mütter im Einzel- und Online-Handel die in Deutschland gängige Selbständigenquote von 10,3 Prozent zugrunde gelegt.


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Thema: Studien

Schlagworte: Gründerinnen

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