So teuer sind Retouren wirklich - und wie Händler dabei sparen könnten

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 29. September 2015 | 1 Kommentar Kommentieren

40 Prozent der Onlinehändler wissen nicht, wie sehr die Retoure im Geschäft ins Geld geht. Womit Händler durchschnittlich kalkulieren müssen, das hat nun die EHI-Studie „Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce 2015“ errechnet. 

So teuer sind Retouren wirklich - und wie Händler dabei sparen könnten

Obwohl gesetzlich nicht verpflichtet, übernehmen gut drei Viertel der befragten Händler grundsätzlich die Versandkosten für die Retoure. Hinzu kommen die Kosten für die Bearbeitung wie Prüfung und Aufbereitung. Das geht ins Geld. Im Durchschnitt fallen pro retourniertem Artikel Kosten von bis zu 10 Euro an, hat das EHI errechnet.

So teuer sind Retouren wirklich - und wie Händler dabei sparen könnten


Als wichtigste Maßnahmen, um die Zahl an Retouren möglichst gering zu halten, sieht der Großteil (83 Prozent) der befragten Händler detaillierte Produktinformationen auf der Internetseite, Kontaktmöglichkeiten für persönliche Beratung (48 Prozent) und einen schnellen Versand (44 Prozent). Bereits auf Platz 4 folgt die sichere Verpackung (38 Prozent).

Versandfertig verpackt

Für ein Viertel der Befragten – darunter viele Pureplayer – wäre es vorteilhaft, Artikel für den Onlineversand von den Lieferanten bereits versandfertig verpackt zu erhalten, da sich dadurch Aufwand und Kosten verringern lassen. Neben der Kostenersparnis wurden hierzu auch die Faktoren Verbesserung der Transportsicherheit und schnellere Lieferzeiten genannt. 16 Prozent sprechen sich hingegen gezielt dagegen aus, ihre Ware versandfertig verpackt zu erhalten, da sie ihre Artikel für die stationären Filialen und den Onlineshop gebündelt einkaufen und die Aufträge ihrer Kunden in der Regel mehrere Artikel enthalten.

Weniger Outsourcing

Über die Studie

Für die Studie befragte das EHI 134 Onlinehändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie 7 Versanddienstleistern, unter ihnen die führenden KEP-Dienstleister (Kurier-Express-Paket-Dienst). Die befragten Händler erwirtschafteten zusammen einen Gesamtumsatz in Höhe von rund 12 Mikliarden Euro. Eine Betrachtung der Vertriebskanäle zeigt, dass fast alle (99 Prozent) der befragten Händler einen eigenen Onlineshop betreibt. Die Hälfte (50 Prozent) vertreibt Produkte über einen Online-Marktplatz, wie Amazon oder Ebay, und knapp ein Viertel (23 Prozent) über den klassischen Versandhandel. Fast drei Viertel (72 Prozent) sind als klassische Multi- bzw. Omnichannel-Händler sowohl online als auch stationär aktiv.
Eine signifikante Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich hinsichtlich der Frage, ob die Händler die logistischen Prozesse selbst durchführen oder an externe Dienstleister outgesourct haben. Ein Großteil (59 Prozent) der befragten Händler nimmt die Warehousing-Prozesse aus Gründen der Kontrolle, Transparenz und Qualitätssicherung, aber auch der Kundennähe und -bindung bevorzugt selbst in die Hand. Weitere 40 Prozent haben mindestens einen der Warehousing-Prozesse im Onlinekanal an einen Dienstleister abgegeben, in 2014 waren es noch mehr als die Hälfte (57 Prozent).

Die Onlinehändler, die ihre Produkte auch stationär vertreiben, haben die Wahl zwischen einer separierten und einer integrierten Logistik. 62 Prozent der befragten Händler nutzen sowohl für die Kommissionierung der Online-Artikel als auch für die Artikel, die über den stationären Kanal vertrieben werden, dasselbe Verteilzentrum. Davon geben 42 Prozent an, dies als langfristige Lösung zu planen, weil sie Synergieeffekte, Flexibilität, Effizienz und Kostenvorteile sehen.

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Thema: Studien

Schlagworte: Logistik, Retouren

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 30. September 2015 14:36 | Permanent-Link
    Deusche Händler sollten die Kosten offen legen und endlich auch berechnen

    Wir arbeiten mit Textilien im Überlängen und Übergrößenbereich und da lassen sich Retouren leider nicht vermeiden. Wir berechnen nur eine Versandkostenpauschale in Höhe von 3,99 EUR, egal für wie viele Hosen und wir legen unseren Kunden auch einen Retourenaufkleber nebst einem Formular bei. Allerdings berechnen wir eine Bearbeitungspauschale in Höhe von 2,50 EUR - wer die nicht mag, braucht ja auch nichts kaufen und wir verstehen auch nicht, dass sich der größte Teil der Händler noch nicht einmal die Versandkosten zahlen lässt .... in anderen Ländern ist das auch Standart und da kaufen die Kunden auch online ein. Die Händler sollten mutiger werden und den Kunden einfach die Stirn bieten.

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