Trendreport: Wie alltagstauglich sind die Zukunftsvisionen für den E-Commerce?

Von Robert Koch | 22. September 2016 | Kommentieren Kommentieren

Trendreport: Wie alltaugstauglich sind die Zukunftsvisionen für den E-Commerce?
Kaufhaus vor dem Kopf (Foto: eBay)
Über 12.000 Produkte im ersten richtigen Virtual-Reality-Kaufhaus; ein Vertriebs-Bot, der E-Mails analysiert und bearbeitet sowie intelligente Einkaufstaschen, die am Ladenausgang ein automatisches Check-Out ermöglichen – drei Beispiele für weltweit innovative E-Commerce-Trends. Wie alltagstauglich die Lösungen aus den Bereichen Virtual Reality, Artificial Intelligence und Internet of Things sind, untersucht ein Trendreport von eBay und Trendone.

Die insgesamt 30 weltweiten Cases zeigen, dass technische Entwicklungen einen rasanten Einzug im E-Commerce halten und zur Alltagstauglichkeit mit variablen Einsatzmöglichkeiten gereift sind.

Virtual & Augmented Reality

Die chinesische Onlineplattform für Luxusreisen, Zanadu, ermöglicht Nutzern mit Hilfe ihrer Virtual-Reality-App, die exklusiven Reiseziele vorab immersiv zu erleben und durch diese Eindrücke Entscheidungshilfen für die Wahl eines Luxustrips zu erhalten. Zanadu eröffnete extra ein eigenes Studio, um Virtual-Reality-Inhalte und 2D-Filme zu produzieren.     

Auch eBay selbst hat im Bereich VR-Technologie weiter investiert: Der Online-Markplatz testet in Australien gemeinsam mit der Warenhauskette Myer ein virtuelles Kaufhaus. Über die dazugehörige App und ein VR-Headset wählen Kunden aus 12.500 Produkten. Dank integrierter „Sight Search“-Technologie können Nutzer ein Produkt mit den Augen fixieren, es dadurch bewegen und in den Warenkorb legen.

Personalisierungsfeatures helfen, den persönlichen Geschmack jedes Kunden besser zu treffen. Das Sortiment kann somit bei darauffolgenden Besuchen individuell angepasst werden. Das eBay-Tochterunternehmen StubHub, der Online-Marktplatz für Tickets, hat eine Virtual-Reality-App in Kanada gelauncht, die Nutzern die Möglichkeit bietet, vorab einen realistischen Eindruck von den Sitzplätzen im Stadion bzw. der Location zu bekommen. Bisher können mehr als 40 verschiedene Eventlocations auf diese Weise erkundet werden. Das erlaubt eine individuelle und fundierte Entscheidung für eine bestimmte Ticketklasse am Computer oder Smartphone – ohne böse Überraschung vor Ort.

Download: Der Trendreport als pdf

Künstliche Intelligenz

Die US-Warenhauskette Macy’s führt ihre Kunden mit Hilfe künstlicher Intelligenz durch ihre Geschäfte. Der Nutzer öffnet dafür im Browser seines Smartphones die hierfür eingerichtete Seite mit dem System „Macy’s On Call“. Die Test-Plattform basiert auf IBMs Supercomputer Watson und ist in der Lage, die in natürlicher Sprache gestellten Fragen zu beantworten. So fragt der Kunde etwa nach bestimmten Artikeln oder Marken, und „Macy’s On Call“ liefert Navigationsangaben, die ihn zu den gewünschten Produkten führen.    


Auch eBay setzt vermehrt auf künstliche Intelligenz und nutzt maschinelles Lernen, um Suchanfragen schneller und genauer zu bearbeiten und relevantere Ergebnisse zu liefern. Das System soll kognitive Fähigkeiten von Menschen simulieren, um Suchanfragen zu übersetzen und Einträge einzubeziehen, die originär in einer anderen Sprache verfasst wurden. Außerdem ordnet der Algorithmus „Best Match“ die Suchergebnisse an, indem neben der üblichen Verschlagwortung auch erlernte Kundenwünsche berücksichtigt werden, wie besondere Rückgabebedingungen oder Kaufoptionen.

Das US-amerikanische Startup Legion Analytics hat den Bot „Kylie“ entwickelt, der auf Grundlage von künstlicher Intelligenz Verkäufer oder Handelsvertreter bei ihrer Arbeit unterstützen kann. Den Entwicklern zufolge identifiziert Kylie wichtige Passagen in Texten, welche den Vertrieb betreffen. So könnte der Bot im E-Mail-Verkehr den weniger relevanten Teil übernehmen und erst dann den Verkäufer informieren, wenn die Konversation sich in Richtung Abschluss bewegt. Legion Analytics hat den Bot bereits so weit entwickelt, dass Kylie Small Talk beherrscht und darüber hinaus auch flirten kann.

Internet of Things

Schwedens größte Supermarktkette ICA testet in Zusammenarbeit mit dem Smart Home Start-up Glue und PostNord einen neuartigen Lieferservice: Dabei werden Onlinebestellungen nicht bis vor die Haustür, sondern direkt in den Kühlschrank geliefert. Über einen digitalen Schlüssel, den der Nutzer über die Glue-App erstellt, kann der Lieferant von NordPost in einem vorher festgelegten Zeitfenster das intelligente Schloss von Glue entriegeln. Der Personal-Shopping-Service  Modomoto hat den „Modomoto-Button“ entwickelt, mit dem Kunden vom Kleiderschrank aus per Knopfdruck ein neues Outfit bestellen können.    


Das US-Startup Twyst hat die Einkaufstasche „Smart Bag“ entwickelt, die am Ladenausgang ein automatisches Check-out per App ermöglicht. Die intelligente Einkaufstasche besteht aus einer Außen- und einer Innentasche. Über Bluetooth Low Energy erkennt die Tasche Produkte, die mit einem RFID-Aufkleber versehen sind und in die Tasche gelegt werden. Wird die Innentasche aus der Außentasche entfernt, sendet diese ein Signal an die App und der Bezahlvorgang wird automatisch abgeschlossen. Den Kundenbeleg gibt’s per E-Mail.


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Thema: Studien

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