Branchenreport des IfH: „Multi-Channel kann kein Händler ignorieren“

Studie Internethandel
So deutlich ist die Schwäche des  klassischen Versandhandel im Internet: Fast drei Viertel des Marktvolumens  im E-Commerce (27,6 Mrd. Euro) werden von Anbietern erwirtschaftet, die ihren Ursprung nicht im klassischen Versandhandel haben.

Vor allem Internet-Pure-Player, Onlineshops stationärer Händler und Hersteller-Webshops sind es nach Beobachtung des IfH Institut für Handelsforschung Köln, die den Internethandel prägen.

Der aktuelle IfH-Branchenreport „Internethandel“ zeigt dabei auch, dass gerade für den stationären Handel Multi-Channel-Effekte enorm wichtig sind.

Am häufigsten werden Fashion und Accessoires online gekauft. Mit rund 27 Prozent Marktanteil stellen sie mittlerweile den größten Markt im Internet. Hier gehen die Impulse laut IfH neben den stationären Modeketten verstärkt von Internet-Pure-Playern, wie Zalando, und den großen Fashionlabels aus. In anderen Bereichen wie Consumer Electronics, Heimwerken und Garten sowie Wohnen und Einrichten hat sich hingegen Nachholbedarf aufgestaut. "Gerade die stationären Handelsketten stimulieren hier  nur sehr begrenzt die Märkte. Dies könnte sich langfristig nachteilig auswirken, da auch in diesen Sortimentsbereichen die Internet-Pure-Player bereits in den Startlöchern stehen", heiß es in dem Branchenreport.

Grafik_Internethandel_Umsatz

Dabei lassen sich die vom ECC Handel belegten informationsbezogenen Wechselwirkungen zwischen Onlineshops und stationären Ladengeschäften  von beiden Seiten gewinnbringend nutzen. Vor allem der stationäre Handel profitiert von Kunden, die sich zunächst im Internet informieren und dann im Geschäft vor Ort kaufen.

Media-Markt beziffert die Pick-up-Rate bei seinem Abhol-Konzept (Click & Collect) mit 39 Prozent. Bei Saturn liegt sie bei 45 Prozent. Das soll auch Zusatzumsatz erzeugen. 

Laut IfH lösten Online-Offline-Wechselwirkungen in der Branche 2011 einen Umsatz von knapp 16 Mrd. Euro aus, wovon der größte Teil  auf Käufe im stationären Handel entfällt. Smartphones machten hieran bereits jetzt schon rund 4,5 Mrd. Euro aus. Tendenz steigend.

 „Multi-Channel kann kein Händler mehr ignorieren. Unser Branchenreport zeigt, dass der Umsatzanteil des stationären Handels, der auf Recherchen im Online-Handel zurückzuführen ist, enorm ist. Kaum ein Händler kann es sich heute noch leisten, online nicht präsent zu sein“, so Studienautor Hansjürgen Heinick.

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Thema: Studien

Schlagworte: Multichannel, ECC, IFH

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Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Klaus Weber
    Erstellt 14. Juni 2012 18:09 | Permanent-Link

    Der Einzelhandel tut gut daran, sich so bald wie möglich am neuen Markt zu beteiligen und seine Position auszubauen. Sonst geht es ihm wie der Musikindustrie, die am Anfang mit kriminalisierung der potentiellen Kunden und später mit überteuerten Downloads den Einstieg in den Online-Handel völlig vermasselt hat.

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