"Netz trifft Tüte": Online-Kunden wollen sich austauschen

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 23. Februar 2012 |

oliver-klante
Der hybride Kunde, für den Handel ist er vielfach das unberechenbare Wesen. Er kauft einfach, wo er will. Zunehmend auch im Netz. Wobei die Betonung auf „auch“ liegt.

„Netz triftt Tüte“ betitelte deshalb Prof. Oliver Klante, Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Hamburg, die Ergebnisse einer Studie über den hybriden Multichannel-Konsumenten beim Kauf von Bekleidung und Accessoires.

Vor allem bei den über 30-Jährigen etabliert sich laut der Studie, die Klante heute auf dem E-Fashion-Kongress der TextilWirtschaft vorstellte, das Web als Einkaufskanal. 63 Prozent der 31- bis 40-Jährigen kaufen bereits online. Bei den unter 30-Jährigen sind es lediglich rund 50 Prozent. Auffallend: Bei 39 Prozent aller Befragten fand der letzte Einkauf online statt.

Und dabei haben die Kunden ganz klare Bedürfnisse.

Erstaunliche 85 Prozent erwarten beim Shoppen auch die Möglichkeit, sich mit anderen Kunden auszutauschen. E-Commerce ist offenbar mehr Social Commerce als es manch einer noch wahr haben will.

Die Studie offenbart zudem einen deutlichen Kundenauftrag in Richtung klassischer Retailer. Ein Web-Auftritt allein genügt nicht. 83 Prozent erwarten vom Online-Auftritt eines Handelsunternehmens, dass dort auch Shopping möglich ist.

Was die Kunden vom Online-Händler erwarten:

  • Präzise Angaben zu Lieferzeiten und Verfügbarkeit
  • Gütesiegel/Qualitätsgarantie
  • Aufwandlose Bestellung und Bezahlung
  • Klare Angaben zu Versandkosten.

Mit Blick auf das hybride Einkaufsverhalten erhoffen sich zudem 85 Prozent, vom Web-Auftritt Informationen über die Offline-Verfügbarkeit von Waren im Geschäft. Auch Treueaktionen sollten nach dem Wunsch der Kunden (81 Prozent) Kanalübergreifend angeboten werden.

Wenn Kunden dann doch nicht einkaufen, dann haben womöglich folgende Gründe zum Bestellabbruch geführt:

  • Versandkosten und Mindestbestellwert zu hoch (71 Prozent)
  • Präferierte Zahlungsmöglichkeit fehlt ( 47 Prozent)
  • Registrierung im Shop erforderlich (40 Prozent)
  • Zu lange Lieferzeit (32 Prozent)

Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

PIM: Zentrale Tipps für das digitale Pflichtprogramm
Sowohl für Online Player, als auch für stationäre Händler und Omnichannel-Anbieter sind datenbasiert ...
Topartikel
Top-Platz im Ranking: Diese Elemente liebt der Suchalgorithmus von eBay
Ebenso wie bei Google und bei Amazon geht auch bei eBay das schickste Produkt unter, wenn die eBay-M ...
Zalando Zipcart wird größer: Testfall mit Tempo für das mobile Betriebssystem für den Modehandel
Zalando experimentiert sich gerade schwindelig in Sachen Mobile und auch bei Same Day Delivery. Die ...
SEA: Wie Shops trotz Mobile Shift erfolgreich sind
Der Anteil des mobilen Traffics ist in manchen Branchen bereits auf mehr als 40 Prozent gestiegen. V ...
Beacon und Co: Hype im Kaff oder kalter Kaffee?
Im Karlsruher Stadtteil Durlach wollte Gelbe Seiten den Händlern und Kunden am verkaufsoffenen Woche ...
Ein deutsches Start-up hilft Shop-Entwicklern beim Cross-Border-Commerce
Die Geschichte hinter dem Start-up PhraseApp hätte eine PR-Agentur nicht besser erfinden können. Die ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats