Schluss mit Flash - warum Händler spätestens jetzt etwas tun sollten

Von Stephan Lamprecht | 17. September 2015 |

Schluss mit Flash - warum Händler spätestens jetzt etwas tun sollten
Flash hat seine Verdienste. Keine Frage. Ohne Flash wären viele aufregende Animationen und zahlreiche Online-Apps vor einigen Jahren nicht denkbar gewesen. Die Infografik des Tages zeigt es aber deutlich. Das Web beginnt damit, sich von Adobe Flash zu verabschieden. Und das ist auch gut so.

Ich gebe es zu, ich habe Flash satt. Ständig gibt es neue Updates und kaum ist eine Sicherheitslücke geschlossen, scheint es erneut ein paar kritische Lecks im Programmcode zu geben. Und wenn mein Browser streikt, dann hat in 90 Prozent aller Fälle das Flash-Plug-in seinen Dienst eingestellt. So wie mir, geht es offensichtlich auch anderen Nutzern.

Das Ende von Flash naht - diesmal aber wirklich!?

Gefordert wurde das Ende von Flash von Sicherheitsexperten und Administratoren immer mal wieder. Aber selten so deutlich, wie in einem Tweet von Alex Stamos, der bei Facebook als Chief Security Officer arbeitet:

Schluss mit Flash - warum Händler spätestens jetzt etwas tun sollten

Quelle: https://twitter.com/alexstamos/status/620306643360706561?lang=de

Zu einem solchen Schritt hat sich Adobe zwar aus nachvollziehbaren Gründen nicht durchringen können, aber faktisch ist das Ende von Flash absehbar.

Schließlich wird es für die Nutzer bereits jetzt schwieriger, Flash-Inhalte zu konsumieren. Apple liefert sein Betriebssystem ohne Flash-Player aus. Der Nutzer muss dies also manuell einrichten und steht anschließend vor der Aufgabe, das System ständig aktuell halten zu müssen. Und auch bei Google hat ein Umdenken eingesetzt. Chrome bringt einen integrierten Flash-Player mit, der in einer so genannten Sandbox läuft. Aber zukünftig soll der Nutzer Flash-Animationen manuell starten. Und das bei einem Browser mit einem Marktanteil von 40%.

Zäh gestaltet sich der Umstieg unter anderem noch deshalb, weil in Agenturen Werbemittel nach wie vor gern in Flash programmiert werden. Was einerseits daran liegt, dass die Alternativen eben nicht ein Format eines Herstellers sind, für das es Erweiterungen für Kreativprogramme gibt. Zum anderen werden die Werbemittel, die damit gestaltet werden, etwas größer sein.

Was Shopbetreiber jetzt tun sollten

Das liegt auf der Hand. Nach Alternativen suchen! Eher kurz- als mittelfristig wird an HTML 5 kein Weg vorbei führen. Deswegen sollte jetzt mit dem Umstieg begonnen werden.

  • Prüfen Sie, ob und wo in Ihrem Shop überhaupt Flash eingesetzt wird. Das geht am einfachsten, wenn Sie in Ihrem Browser das Flash-Plug-in deaktivieren (beim Internet Explorer finden Sie das unter "Add-ins", in Chrome mit einem "about:plugins" in der Adresszeile und bei Safari können Sie in den Einstellungen rasch unter "Sicherheit" alle Erweiterungen abschalten). Sind alle Promotionsflächen zu sehen? Stehen alle Funktionen zur Verfügung? Tauchen irgendwo Platzhalter auf? Denken Sie auch an Unterseiten und vor allen Dingen Landing-Pages!
  • Wenn Sie feststellen, dass Flash verwendet wird, wenden Sie sich am besten an Ihren Dienstleister, um die entsprechenden Funktionen auf Basis einer anderen Technologie umzusetzen.
  • Für alle Händler, die Werbung im Web schalten: Ein Anruf bei Ihrer Kreativagentur sollte bereits genügen, um eine Übersicht aller flashbasierten Werbemittel zu bekommen. Beginnen Sie bei neuen Kampagnen dann gleich mit alternativen Formaten.

Noch ist genügend Zeit, um den Umstieg in Ruhe zu planen und umzusetzen. Aber Zeit ist es!


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Thema: Technologie

Schlagworte: Flash, HTML5, Werbemittel

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