Vermeiden Sie diese 7 nervtötenden Fehler im M-Commerce

Von Stephan Lamprecht | 14. Oktober 2015 |

Vermeiden Sie diese 7 nervtötenden Fehler im M-Commerce
Der immer noch wachsende Anteil mobiler Geräte am Traffic zwingt Shopbetreiber und Händler regelrecht dazu, sich intensiver mit M-Commerce auseinander zusetzen. Und wie bei allen neuen Themen eröffnen sich hier viele neue Chancen. Es gibt aber auch reichlich Möglichkeiten, etwas falsch zu machen und letztlich den Kunden zu verärgern. Viele Ärgernisse wären durchaus vermeidbar. Wenn sich der Anbieter nur auch einmal als Kunde sehen würde.

Mobile Commerce beschäftigt mich nicht nur als regelmäßiger Autor von etailment, sondern auch unmittelbar als Kunde. Und beim Shoppen, Nachschlagen und Surfen mit Smartphone und Tablet stoße ich immer wieder auf halbherzige oder lieblos erscheinende Umsetzungen, die nicht nur mich ärgern dürften.

1. Wir haben eine App, also nutze sie!

Nur kurz wollte ich mich über eine Reise informieren. Und da war er dann auch wieder. Der Hinweis auf die App des Anbieters. Gut 1/3 des Bildschirms füllte das Banner am oberen Rand des Bildschirms. Zuckersüß das kleine Kreuz in der Ecke, um den Tipp schließen zu können. Nur leider wollte es mir nicht gelingen, exakt darauf zu tippen und so öffnet sich also erst einmal der App-Store.

Vermeiden Sie diese 7 nervtötenden Fehler im M-Commerce
Der typische, aber nervende, Hinweis auf eine App, der viele mobile Seiten ziert
Klar. Wer Geld in die Entwicklung einer App gesteckt hat, möchte auch, dass die Kunden diese einsetzen. Aber dazu muss ein solcher Hinweis nicht bei jedem Besuch eingeblendet werden (wenn denn überhaupt). Unternehmen, die etwas "mit Medien" machen, sind da übrigens auch nicht besser. Die Seiten einer lokalen Zeitung rufe ich per Tablet gar nicht mehr auf, da hier bei jedem Besuch in der Mitte des Angebots ein Fenster erscheint, das mich auf die App aufmerksam macht. Nach vier Wochen Frust reichte mir das dann.

2. Responsive? Das reicht völlig!

Vermeiden Sie diese 7 nervtötenden Fehler im M-Commerce
Dieses Usability-Desaster wird nur graduell im Querformat besser. Alles responsive, oder was?
Das ist, sehr höflich ausgedrückt, einfach schlicht gedacht. Man muss es ja nicht gleich übertreiben, wie ein bekannter Elektronik-Händler, dessen Website im Hochformat auf dem Smartphone nicht ernsthaft den Anspruch erheben will, responsives Design zu sein. Die Drehung des Geräts vergrößert dann zwar die Darstellung. Aber meine, durchaus nicht als verfettet zu bezeichnenden, Finger sind trotzdem nicht in der Lage, die gewünschte Kategorie treffsicher auszuwählen.

Ebenfalls ein beliebter Fehler: Auf Detailseiten zu Produkten oder Tarifen dann aus Arbeitsersparnis auf die Desktop-Version zu wechseln (die berüchtigten Fußnoten in Angebotstexten). Es fehlt mir da immer die Lust und die Zeit, das Augenpulver manuell zu vergrößern.

3. Was können wir für Ihre dicken Finger?

Apropos dicke Finger: Natürlich kann ein Anbieter nichts dafür. Aber wenn er denn auf seiner Seite schon Call-to-Action-Elemente platziert, wäre es ja hilfreich, wenn ich diese auch nutzen könnte. Schauen Sie sich einmal kritisch um. Sie werden gerade in Fotoserien und Slides auf mobilen Seiten viel zu oft viel zu kleine Buttons sehen, die außer Kleinkindern niemand antippen kann. Dann können Sie die Elemente aber auch gleich weglassen.

4. Der Kunde findet die Swipe-Funktion schon allein

Fortgeschrittene Anbieter nutzen Fotoserien in Form einer Animation, um Produkte oder Kategorien zu bewerben. Hilfreich wäre es dann aber, den Kunden auch mittels der bekannten Symbole darauf hinzuweisen, dass er mit der Swipe-Geste zwischen den verschiedenen Elementen wechseln kann. Fehlt diese Option, machen Sie den ersten ohne den zweiten Schritt.

5. Was ausgefüllt werden muss, bestimmen wir

Vermeiden Sie diese 7 nervtötenden Fehler im M-Commerce
Es wird wohl niemand erwarten, dass Nutzer auf die Call-to-Action-Element tippen, oder
Das leidige Thema Formulare. Müssen es wirklich alle diese Felder sein? Und wenn sie denn schon sein müssen, warum kann der Nutzer keine vernünftige Ausfüllhilfe bekommen? Wenn Auswahlfelder angeboten werden, dann sollten diese auch bedienbar und am besten über die integrierte Funktion des mobilen Geräts bearbeitet werden können. Wird es zu fummelig, dann verliert der Kunde schlicht die Lust.

6. Pah, was interessieren uns Gerätebesonderheiten

Das passt ebenfalls zu den Formularen. Ist es nicht wunderbar, wenn Sie einen Kontakt oder eine andere Information auf Ihrem Smartphone erfassen wollen und dann die passende Tastatur angeboten wird? Die großen Tasten mit den Zahlen, wenn es rein um die Eingabe von nummerischen Werten geht? Oder das schmucke Layout, das gleich ein At-Zeichen und die wichtigsten Domainendungen enthält? Praktisch, oder?

Warum nutzen Sie diese Möglichkeiten dann nicht?

7. Immer wieder eine Freude - die Autokorrektur

Gerade vorhin wieder gehabt. Auf der Suche nach einer Blu-ray war die interne Autokorrektur meines Smartphones der Meinung, ich wolle doch eher etwas mit Blues kaufen. Die Trefferliste des Shops bot dann natürlich Grund zur Heiterkeit. Hier wäre stärkere Unterstützung für den Kunden mehr als wünschenswert.

Vermeiden Sie diese 7 nervtötenden Fehler im M-Commerce
Comspot setzt bei seinen Formularen auf die Spezialtastaturen und Elemente des Smartphone-Betriebssystems
Einerseits können Sie (auch gerade bei Login- und Passwort-Feldern nützlich) im HTML-Quelltext die Autokorrektur abschalten. Dazu muss das Input-Element nur um einen Parameter ergänzt werden. Zum anderen kann es sich lohnen, in eine intelligente Suchfunktion für den Shop zu investieren, um diesen die Eingaben des Nutzers vervollständigen zu lassen.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was nervt Sie beim mobilen Commerce?


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Thema: Technologie

Schlagworte: Mobile Commerce, Usability

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