Wie Amazon der Polizei bei der Jagd auf Einbrecher helfen könnte

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 23. Juni 2014 |

In Tom Hillenbrands Science-Fiction-Krimi „Drohnenland" wird alles überwacht, Täter werden mittels digitaler Datenspuren ermittelt und in dem ideenfreudigen Krimi mahnt Hillenbrand sogar, dass in einzelnen Staaten Verdächtige schon vor einer Tat verhaftet werden, wenn das Datenprofil ausreichend Übereinstimmung prognostiziert. Was das mit Amazon zu tun hat? Vielleicht mehr als manch einem Einbrecher lieb ist. 

Wir erinnern uns: Der Algorithmus bei Amazon sorgt beispielsweise dafür, dass einem Nutzer, der nach einer harmlosen Digitalwaage schaut, auch gerne einmal Dünger für Haschpflanzen und andere Utensilien empfohlen werden. Erlaubte Produkte, die es auch in jedem passenden Laden in der Fußgängerzone gibt. Und ein kleiner Rausch ist auch nicht verboten.

Das intelligente Empfehlungssystem auf Basis der Kundeneinkäufe kann aber auch mehr: 

Nehmen wir zum Beispiel einen Glasrundschneider. Wir kennen solche Geräte aus dem "Tatort", wenn sich böse Buben ein Loch in die Verandatür schneiden, um in die Wohnung zu gelangen. So weit, so gewöhnlich.  Derlei bekommt man auch an jeder anderen digitalen Ecke und womöglich braucht man das Werkzeug auch für den Einbau einer Katzenklappe.

Sicher ist das nicht.

Denn: "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch", sagt Amazon, beispielsweise eine "Sturmhaube Balaclava Skimaske 3 Loch Maske". Sie wissen schon: diese Maske, die die bösen Buben im "Tatort" immer tragen, damit sie vom überraschten Wohnungsbesitzer nicht erkannt werden. 
Wie Amazon der Polizei bei der Jagd auf Einbrecher helfen könnte

Nun fragen wir uns:  Zu welcher Nutzungssituation (jenseits von Krimi-Drehbüchern) kaufen Kunden von Sturmhauben (die unter anderem auch gerne Kampfmesser und Baseballschläger kaufen) obendrein einen Glasschneider? Und was sagt der Algorithmus über einen möglichen kommenden Verwendungsanlass? Im "Drohnenland" der Zukunft genügen oft schon wenige Verdachtsmomente im Vorfeld, um hinter WLAN-freien Gittern zu landen.   

Und was, wenn nicht nur in dem von Tom Hillenbrand erdachten Europa der Zukunft dereinst die Polizei bei Amazon anklopft, und genau wissen möchte, welcher Kunde  hinter solchen Einkäufen steckt, um dies dann womöglich mit Straftaten im Umfeld abzugleichen?



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Thema: Technologie

Schlagworte: Amazon

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