5 Gründe und 13 Tipps für das Blog zum Webshop

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 16. Januar 2013 |

Die Facebook-Fanpage gehört inzwischen zum guten Ton. Da wird ein alter Geselle der Web-Welt gerade  von mittelständischen Händler gerne vergessen:  Das eigene Blog. Dabei kann das Blog jenseits der Fanpage eine Reihe von Vorteilen bieten. Und sei es nur, dass eigene Inhalte anders als bei Facebook  für sich und andere leichter auffindbar sind und vor allem Teil der eigenen digitalen Heimat bleiben.

Doch es gibt noch andere Gründe, dem eigenen Blog Aufmerksamkeit zu schenken und die Blogkultur wieder mehr zu pflegen. Fünf Gründe, warum ein eigener Blog für Onlinehändler sinnvoll ist  und 13 Tipps, wie man damit umgeht.     

Zalando tut es,  Mirapodo tut es, Otto tut es, Kaufhof tut es. Sie haben ein Blog. Doch Größe allein ist kein Argument.   RocknShop tut es auch, Avocado und ein mittelständischer Handwerker wie die Möbelmacher (rund ums Thema Nachhaltigkeit) ebenso.

Einige sind sogar mehrfach-Täter: Two for Fashion, eStarter, Azubiblog – So heißen die Corporate Blogs von Otto. Ausrichtung und Inhalte sind unterschiedlich. Zalando bietet einen Corporate Blog  und einen Mode-Blog. Mal machen sie prominent auf der Startseite auf das Blog aufmerksam, zuweilen muss man danach suchen.

Warum die Mühe?

Touchpoints: Die Blogs erzeugen zusätzliche Berührungspunkte mit den Kunden und erweitern die Optionen zur Vernetzung. Vielleicht kommt es sogar zum Dialog.

Newsletter-Ersatz: Es gibt Kunden, die reagieren allergisch auf Newsletter. Sie kann man womöglich per Blog auf dem Laufenden halten. Denn die lassen sich auch anonym per RSS abonnieren.

Suchmaschinenoptimierte Öffentlichkeitsarbeit: Natürlich sollte man im Blog nicht einfach eine Pressemeldung platzieren (Gähn), aber die Inhalte ( Trends, Produkte, Aktionen) können via Google Kunden auf das Blogs und so in den Shop lotsen. Beispielsweise wenn Nutzer nach entsprechenden Begriffen, Themen und Neuigkeiten suchen.

Mehr Raum: Haben Sie ein Produkt, das Sie besonders toll finden, das Sie vielleicht sogar selbst getestet haben? Die übliche Shop-Software lässt ihnen jenseits der nackten Produktinfo dafür nur wenig Raum. Da kann ein Blog hilfreich sein und ihnen eine Spielwiese bieten.  

Journalisten: Ein Blog kann eine zentrale Auslieferungsstelle für Inhalte sein. Man kann dort auch buntere Themen publizieren, die nicht auf die Website passen. Das Blog kann gerade damit auch eine Chance sein, Medien auf sich aufmerksam zu machen. Zwei von drei Journalisten nutzen Blogs für Recherchen.

Wie es mit den Blog klappt:

1. Sag, wer Du bist und was Du willst. Verstecke die Marke nicht hinter einem bunten Auftritt.

2. Ein Corporate Blog ist keine digitale Pressemappe. Dafür kannst Du ots nutzen. Biete relevante Informationen, die nicht aus PR-Satzbausteinen bestehen. Spar Dir alle Adjektive, die zeigen wie toll das Unternehmen ist. Wenn Du etwas toll findest, sag auch warum. Gibt es Unternehmensinfos, die auch in den Blog gehören. Dann formuliere diese lesernah.

3. Schreib wie Du sprichst. Versuche nicht zu klingen wie eine Werbeclip sondern wie ein Mensch. Wenn das klappt, kann man versuchen, auch noch suchmaschinenoptimiert zu schreiben. Aber in erster Linie leserfreundlich. Der Kunde soll schließlich beim Lesen Spaß haben, nicht Google.

4. Sag, wer da schreibt und was er tut. Ein Foto wäre auch schön. Wenn der Leser weiß, wie Du aussiehst, vertraut er Dir vielleicht eher.

5. Mach dir vor dem Blogstart einen Plan, was du in den kommenden Wochen zeigen und erzählen willst, damit dir die Puste nicht ausgeht. Längere Blog-Abstinenz schadet. Der Leser ist ein untreues Wesen. Du weißt nicht, was du über das Unternehmen erzählen sollst? Frag die Mitarbeiter. Oder denk mal über Nutzwert für den Leser nach, der zu deiner Branche passt.  Tipps (*räusper*) sind immer gut.

6. Zeig dem Leser, dass Du auch an seiner Meinung interessiert bist. Stell Fragen, starte Diskussionen. Vergiss aber nicht, dann auch zu antworten.

7. Biete dem Leser doch auch mal Futter aus anderen Quellen. Verlinke auf andere interessante Beiträge zu den Themen des Blogs. Keine Angst, wenn er das Blog mag, dann kommt er schon wieder. Andernfalls ist er so oder so weg.

8. Antworte auf Kommentare zeitnah. Die lange Leitung kennt er aus der Serviceabteilung. Er ist nicht im Blog gelandet, um hier die gleichen Erfahrungen zu machen.

9. Reagiere auf Kritik nicht sauertöpfisch. Kritik beweist Interesse an der Marke und das Zutrauen, dass das Unternehmen noch in der Lage ist, etwas zu ändern. Betrachte Kritik also als Chance zum Dialog. Besser das Unternehmen diskutiert mit dem Kritiker hier im Blog, als das er andernorts um die digitalen Häuser zieht.

10. Nutze den Dialog, um weitere Gespräche anzustoßen. Lese im Zweifel noch mal deine alten Unterlagen aus dem Studium zum Thema Empfehlungsmarketing nach.

11. Denk dran: Es lesen auch Dritte mit, die Du nicht sieht. Andere Kunden, Kooperationspartner. Auch ihnen gegenüber macht die Gesprächsbereitschaft im Blog die Kundenorientierung sichtbar.

12. Wenn Du auf Dinge nicht antworten kannst oder willst (Betriebsgeheimnisse), bemühe Dich um eine Erklärung. Steck den Kopf nicht einfach in den Sand – denn bei dieser Übung schaut immer noch ein Körperteil heraus, dem man einen Tritt verpassen kann.

13. Verteile deine Blogbeiträge in den Netzwerken. Mach das Blog ihn per Newsletter und Co bekannt und habe Geduld. Es kann dauern bis der Leserkreis wächst.

 


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Schlagworte: Tipps, Blogs

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