Noch mehr Service per Video: Die Ninjas kommen

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 9. Januar 2014 |

Noch mehr Service per Video: Die Ninjas kommen
Müssen Onlinehändler 2014 wirklich noch Stores eröffnen, um die Lücke zum Haptischen zu schließen, um bessere Produktberatung zu bieten und die Anmutung der Produkte deutlicher zu machen, oder ihren Einsatz zu erklären? Live-Chat oder virtuelle Berater, aber vor allem Video-Lösungen machen den Gang in den Laden immer überflüssiger. Pure Playern erspart das die teure Investition in Pop-up-Stores, stationären Händler öffnet sich so ein Weg, um Onlinenutzer anzusprechen. 

Sicherlich werden wir auch 2014 wieder eine Reihe von Pop-up-Stores sehen. Schließlich lassen sich so in Metropolen elegant Markenwelten darstellen, die online nur schlecht inszenierbar sind. Doch der finanzielle Aufwand ist hoch, die Einsatzzeit kurz.

Längerfristig wirken kann da der Einsatz von Video-Chat-Lösungen. Die dienen zwar nicht so sehr der Markeninszenierung, auch wenn man per Headcam Onlinekunden sehr schön durch den Laden führen kann, machen aber eine Menge Punkte in Sachen Service gut. 

So nutzt der Wohn-Händler Butlers seine Videoberatung, die per Chatfenster im Shop implementiert ist, vor allem dazu, dem Kunden komplexere Produkte aus dem Online-Shop live im Möbel-Showroom vorzuführen. Wie sehen die Schubladen von innen aus? Wie funktionieren die Türen? Wie sieht der Stuhl neben dem Tisch aus? Für manche Kunden kann das eine wichtige Hilfe sein.



Technisch unaufwändig ist die Lösung von Google. Mit den Google Helpouts kann jeder Händler per Live-Video-Chat Kunden in Real-Time über ihre Dienstleistungen und Sortimente aufklären. Der Kunde muss nur ein kleines Plug-in installieren. Die Dienstleistungen gibt es bei den Helpouts kostenlos oder aber auch per Gebühr, wenn Experten beispielsweise Tipps geben, wie man einen Teppichboden verlegt. Google kassiert eine Provision. Passende Experten-Chats findet man über die entsprechende Plattform. Eine gute Gelegenheit auch für stationäre Anbieter, sich seinen Kunden als kompetenter Partner zu präsentieren. Nachteil: Bezahlt werden muss der Helpout per Google Wallet.




Das Modell basiert auf den Hangouts von Google. Damit können die Gastgeber mit mehreren Nutzern gleichzeitig eine Videokonferenz führen. Beispielsweise in dem sie dort die Zuschauer über Modetrends informieren und aktuelle Produkte vorstellen. Das lässt sich auch über ein Script in der eigenen Website einbinden. Es eignet sich auch gut, um Kunden einen Blick hinter die Kulissen bei Events zu gewähren.

Auf die Idee der Helpouts setzt auch die Plattform Liveninjas aus Miami. "The easiest way to browse, buy, and sell knowledge through live video" lautet der Werbelslogan der Plattform, die Anwälten, Modeexperten und meinetwegen auch Zahnärzten ein Podium bieten will.

Auch hier soll die Beratung Geld kosten. Die Plattform nimmt 20 Prozent Provision von ihren Ninjas.

Je nach Anbieter gibt es sowohl bei Google als auch den Ninjas feste Termine oder man kann einen Zeitpunkt aushandeln.

Wer solcherlei Beratung nutzen will, um letztlich den Abverkauf zu steigern, sollte zudem nach Wegen suchen, den "Eintrittspreis" zum Videochat auf den Kaufpreis anzurechnen oder ihn gleich möglichst niedrig ansetzen. Bei Google gibt es beispielsweise 15minütige Helpouts schon für ein paar Dollar. Modehändler Asos bietet seine Beratung mit Stylisten gleich für lau und auch noch sofort.

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Thema: Tools

Schlagworte: Service, Live-Chat

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