Outsourcing: Cloud für Mittelständler

Von Sybille Wilhelm | 13. Mai 2014 | 1 Kommentar Kommentieren

Outsourcing: Cloud für Mittelständler
Handelsunternehmen brauchen faktisch keine große IT-Abteilung mehr. Sie können die Leistungen auch aus einer sogenannten Cloud beziehen.  Ein Überblick und Einstiegshilfen.

Aus der Ferne statt am eigenen PC: Cloud Computing bedeutet, dass Unternehmern Informationstechnologie über das Internet auf Basis einer nutzungsbezogenen Abrechnung zur Verfügung stehen. Je nach Bedarf kann er diese abrufen. Weil diese Services aus Sicht der Nutzer abstrakt, weit weg und undurchsichtig sind, kam der Begriff „Wolke“ auf.  

Der Nutzer kümmert sich nicht mehr selbst um die IT, sondern mietet sie bei Dienstleistern. Dazu greift er auf die Systeme über ein Netzwerk wie etwa das des Internets zu. Unternehmen können auch sogenannte Private Clouds unterhalten, bei denen die IT-Bereitstellung über das firmeninterne Intranet erfolgt.   

Software as a Service (SaaS)


Anwendungen Software as a Service (SaaS)  Bei cloud-basierten Anwendungsprogrammen (Software as a Service) bekommt der Nutzer die Software aus der Wolke zur Verfügung gestellt. Somit muss sich der Unternehmer nicht um das kümmern, was im Hintergrund passiert: Er muss keine Software kaufen, installieren, aktualisieren oder verwalten, da alle diese Aufgaben vom Dienstleister übernommen werden. Die Registrierung erfolgt meist schnell und der Nutzer kann von jedem verbundenen Computer aus auf die Anwendungen und Daten zugreifen. Wenn der eigene Computer mal ausfällt, gehen keine Daten verloren, da diese in der Cloud gespeichert sind. Außerdem lässt sich der Service an die individuellen Anforderungen des Unternehmens anpassen.   

Outsourcing: Cloud für Mittelständler
Der Beitrag erschien zuerst in "Der Handel" Ausgabe 05/2014

Infrastructure as a Service (IaaS)  

Nimmt ein Unternehmen Infrastruktur-Services in Anspruch, stellt der Dienstleister IT-Ressourcen einschließlich Server, Netzbetrieb, Speicherung und Speicherplatz im Rechenzentrum zur Verfügung und rechnet je nach Nutzung ab. So müssen Unternehmer nicht in ihre eigene Hardware investieren, was beispielsweise für neugegründete Unternehmen interessant sein kann. Die einmalige Nutzung wird somit genauso bezahlbar wie nur selten ausgeführte Anwendungen, für die keine eigene Infrastruktur vorgehalten werden muss.

Der Händler kann auf diese Weise auch saisonale „Belastungsspitzen“ etwa im Weihnachtsgeschäft abfangen. Wenn das Unternehmen wächst, kann die Infrastruktur ohne Probleme ausgeweitet werden (Skalierbarkeit). Wenn mal nicht so viel Kapazität gebraucht wird, kann der Unternehmer sie wieder freigeben. Ein bekannter Anbieter eines Infrastruktur-Services ist Amazon mit Produkten wie EC2 für die Rechenleistung und S3 für Speicherkapazitäten.    

Platform as a Service (PaaS)  

Bei „Platform as a Service“ stellt der Dienstleister in der Cloud eine Umgebung bereit, die alles enthält, was für die Unterstützung des vollständigen Lebenszyklus der Erstellung und Implementierung von webbasierten Anwendungen erforderlich ist. Der Vorteil ist, dass Unternehmer weder die Kosten noch den Aufwand für den Kauf und die Verwaltung der Hardware, Software, Bereitstellung und des Hostings haben, die sonst für solche IT-Umgebungen notwendig sind. Bekanntere Beispiele sind Microsoft Azure, das sich in erster Linie an Softwareentwickler richtet, sowie die Google App Engine, eine Plattform zum Entwickeln und Hosten von Webanwendungen.   

Cloud-Computing - Pro & Contra

+ Niedrige Kosten: Bezahlung nach Nutzungsdauer, Lokale Software und Hardware lassen sich einsparen   
+ Flexible und kurzfristige Bereitstellung von Kapazitäten bei stark schwankender Nachfrage  
+ Geringerer Investitionsbedarf   
- Sicherheit der Daten beim Transfer zwischen lokaler IT und entferntem Server   
- Administratoren der Anbieter haben Zugriff auf die Nutzerdaten während der Verarbeitung   
- Abhängigkeit vom jeweiligen Cloud-Anbieter, Wechsel oft nur mit großem Aufwand möglich    

photo credit: perspec_photo88 via photopin cc

Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Thema: Tools

Schlagworte: Software

Trendreport: Wie alltaugstauglich sind die Zukunftsvisionen für den E-Commerce?
Über 12.000 Produkte im ersten richtigen Virtual-Reality-Kaufhaus; ein Vertriebs-Bot, der E-Mails an ...
Topartikel
Kurz vor 9: Amazon erschreckt mit massiven Verlusten, PayPal, eBay, Urbanara, Apple,
Amazon ist die Produktsuchmaschine Nummer 1 der Deutschen. Gute Sichtbarkeit im Ranking kann daher d ...
Die Top 100 der umsatzstärksten Onlinehändler in Deutschland
Die Dominanz der Top 3 im deutschen Onlinehandel - Amazon, Otto, Zalando - ist schier erdrückend. Zu ...
Christoph Lange, Zalando
Christoph Lange ist VP Brand Solutions bei Zalando in Berlin. Als Mitarbeiter Nr. 3 kam er 2008 zu Z ...
Rewe Digital: Schweizer Taschenmesser im Kampf gegen Amazon
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Eine Studie der News-Organisation ProPublica zeigt gerad ...
Marc Opelt
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser!Den Satz kennen Sie sicher: Kunden brauchen keine Bohrma ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Erstellt 13. Mai 2014 20:27 | Permanent-Link
    Cloudetechnologie macht unabhaengig

    Schoener Ueberblick. Man versteht ja nicht warum sich Unternehmen so schwer damit tun die Cloudtechnologie als Chance zu betrachten. Aus Erfahrung: die cloudbasierte Hotelsoftware ibelsa.

stats