E-Commerce auf dem iPad: Es muss nicht immer App sein

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 21. Februar 2012 |

zappos app
Das klingt doch gut: Werbung auf  Tablets wie dem iPad finden Verbrauche rannehmbarer und attraktiver als Werbung auf Smartphones. Außerdem bleiben die Botschaften den Verbrauchern länger im Gedächtnis. Das zeigt  eine aktuelle Studie von Nielsen.

Das lässt auch für den Couch-Commerce hoffen. Erst recht, wenn beispielsweise mit dem iPad 3 das  Retina-Display mit besonders hoher Auflösung zum quasi Standard werden sollte. Das wird inbesondere die Modeanbieter freuen. Doch die Konzepte für den besten Verkaufserfolg via Tablet sind höchst unterschiedlich.  Das zeigen Beispiele von Zappos und Staples.

Der shoppende Kunde auf der Couch ist längst Realität:  Der Online-Shoppingclub vente-privee.com  meldete kürzlich, dass bereits 15 Prozent des Umsatzes mit mobilen Applikationen für iPhone, Windows Phone 7, Android und iPad erzeugt werden. 450.000 Besuche  verzeichnet das E-Commerce-Unternehmen täglich auf diesem Wege. 

Vermischung von Content und Commerce

Nur was treibt die Shopping-Lust per App am besten an?   

Zappos setzt da auf die Lust am Blättern. Ein neues Medienformat verbindet redaktionelle Inhalte und Einkaufsbequemlichkeit.  Zappos ZN nennt sich die App, die Produkte wie ein Lifestyle-Magazin präsentiert.  Shopping-Feature sind direkt in den Katalog mit eingebaut.  App-Leser erhalten zudem  die Zustellung am nächsten Tag kostenlos - ohne Mindestumsatz.

Zappos folgt mit der App dem Trend zur  Vermischung von Content und Commerce, wie man ihn auch im stationären Web zunehmend beobachten kann. Das macht Sinn, wenn Preise und Lieferzeiten immer weniger zu einem Wettbewerbsvorteil werden. Zudem nutzt der Content dem SEO-Ergebnis. Ein Aspekt, der beispielsweise beim Relaunch von Schwarzkopf.de weg von einer reinen Markenplattform hin zu einem Lifestyle-Portal für Haare von entscheidender Bedeutung war. 

Es muss aber nicht immer App sein.  Staples startet unter t.staples.com eine Website, die für Tablet.Besucher optimiert ist. Das Design nennt man bei Staples  “Touch and go”. Es konzentriert sich zunächst auf die Kernprodukte des Büroartikel-Anbieters.  Mouse-Ever-Fenster und zahlreiche Touch-Funktionen sorgen für ein wenig App-Feeling und einfache, kurze Bestellwege.  Die Notwendigkeit der Texteingabe wurde auf das nötigste reduziert. 

staples
“Consumers should be able to navigate throughout the site without the keyboard coming up,” zitiert Internetretailer einer Staples-Sprecherin.

Darin sollte man eine der Kern-Maximen für das Shopping per Tablet sehen: Keep it simple und nutze die nützlichen Funktionalitäten des Tablet mit Blick auf die Usabilty voll aus.

Für Anbieter, die wie Zappos wert darauf legen müssen, dass  auch eine Markenerfahrung transportiert werden soll, eignet sich das noch etwas verbesserungsbedürftige Modell Staples sicherlich weniger. Wohl aber für jene, die die Entwicklungskosten für eine App scheuen und den Webshop zunächst einmal möglichst nutzerfreundlich mobil verlängern wollen.

Schließlich dürfte es für etliche Anbieter nicht nur darum gehen, eine weitere Verkaufsflächn einzurichten, sondern zunächst einmal darum, weitere Touchpoints in der Customer Journey abzudecken. Wie sehr gerade letzteres nötig ist, dass zeigt ja gerade eine aktuelle Studie von Google über die Rolle der Smartphones im Kaufprozess.   

Und was für Smartphones gilt, gilt für Tablets erst recht. Laut einer Studie von Adobe haben Tablet-Nutzer pro Einkauf 54 Prozent mehr ausgegeben als Smartphone-Nutzer und 21 Prozent mehr als PC- und Laptop-Nutzer. Sie haben obendrein knapp dreimal häufiger Produkte und Dienstleistungen online gekauft als Smartphone-Nutzer und ungefähr gleich häufig wie PC- und Laptop-Nutzer.

Etailment.de gibt es auch bei Facebook, Twitter und Google+. Oder abonnieren Sie den Newsletter


Kindle Kindle
Drucken Artikel versenden

Zalando: Schwarze Zahlen und mehr mobile Kunden

Zalando: Schwarze Zahlen und mehr mobile Kunden

Da hat Zalando mächtig gespart - an alle Ecken. Denn Zalando schreibt durchweg schwarze Zahlen. In d ...

Topartikel

ZDF-Doku über die Samwer-Boys: So urteilen Zuschauer im Web

ZDF-Doku über die Samwer-Boys: So urteilen Zuschauer im Web

Als mich die Redaktion von Frontal21 vor einiger Zeit kontaktete, um für ihre Doku über Rocket Inter ...
Mode im Web braucht neue Kombinationen gegen den Einheitsbrei der Shops

Mode im Web braucht neue Kombinationen gegen den Einheitsbrei der Shops

Das E-Commerce Angebot speziell im Mode-Bereich war noch nie so groß wie heute – und noch nie war es ...
Dinge, die jeder Start-up-Gründer kennt

20 Dinge, die jeder Start-up-Gründer kennt

Gründer von Start-ups, gerade im E-Commerce, haben in Teilen der Öffentlichkeit nicht das allerbeste ...
SEO und Adwords: Die besten Tipps unserer Experten

Ohne SEO-Vodoo - wie Shops bei Google punkten können

Der Kampf um die besten Plätze bei Google wird hart und erbarmungslos geführt. Für Online-Händler ma ...
Zalando: Schwarze Zahlen und mehr mobile Kunden

Zalando: Schwarze Zahlen und mehr mobile Kunden

Da hat Zalando mächtig gespart - an alle Ecken. Denn Zalando schreibt durchweg schwarze Zahlen. In d ...

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats