E-Commerce auf dem iPad: Es muss nicht immer App sein
Das lässt auch für den Couch-Commerce hoffen. Erst recht, wenn beispielsweise mit dem iPad 3 das Retina-Display mit besonders hoher Auflösung zum quasi Standard werden sollte. Das wird inbesondere die Modeanbieter freuen. Doch die Konzepte für den besten Verkaufserfolg via Tablet sind höchst unterschiedlich. Das zeigen Beispiele von Zappos und Staples.
Der shoppende Kunde auf der Couch ist längst Realität: Der Online-Shoppingclub vente-privee.com meldete kürzlich, dass bereits 15 Prozent des Umsatzes mit mobilen Applikationen für iPhone, Windows Phone 7, Android und iPad erzeugt werden. 450.000 Besuche verzeichnet das E-Commerce-Unternehmen täglich auf diesem Wege.
Vermischung von Content und Commerce
Nur was treibt die Shopping-Lust per App am besten an?
Zappos setzt da auf die Lust am Blättern. Ein neues Medienformat verbindet redaktionelle Inhalte und Einkaufsbequemlichkeit. Zappos ZN nennt sich die App, die Produkte wie ein Lifestyle-Magazin präsentiert. Shopping-Feature sind direkt in den Katalog mit eingebaut. App-Leser erhalten zudem die Zustellung am nächsten Tag kostenlos - ohne Mindestumsatz.
Zappos folgt mit der App dem Trend zur Vermischung von Content und Commerce, wie man ihn auch im stationären Web zunehmend beobachten kann. Das macht Sinn, wenn Preise und Lieferzeiten immer weniger zu einem Wettbewerbsvorteil werden. Zudem nutzt der Content dem SEO-Ergebnis. Ein Aspekt, der beispielsweise beim Relaunch von Schwarzkopf.de weg von einer reinen Markenplattform hin zu einem Lifestyle-Portal für Haare von entscheidender Bedeutung war.
Es muss aber nicht immer App sein. Staples startet unter t.staples.com eine Website, die für Tablet.Besucher optimiert ist. Das Design nennt man bei Staples “Touch and go”. Es konzentriert sich zunächst auf die Kernprodukte des Büroartikel-Anbieters. Mouse-Ever-Fenster und zahlreiche Touch-Funktionen sorgen für ein wenig App-Feeling und einfache, kurze Bestellwege. Die Notwendigkeit der Texteingabe wurde auf das nötigste reduziert.
Darin sollte man eine der Kern-Maximen für das Shopping per Tablet sehen: Keep it simple und nutze die nützlichen Funktionalitäten des Tablet mit Blick auf die Usabilty voll aus.
Für Anbieter, die wie Zappos wert darauf legen müssen, dass auch eine Markenerfahrung transportiert werden soll, eignet sich das noch etwas verbesserungsbedürftige Modell Staples sicherlich weniger. Wohl aber für jene, die die Entwicklungskosten für eine App scheuen und den Webshop zunächst einmal möglichst nutzerfreundlich mobil verlängern wollen.
Schließlich dürfte es für etliche Anbieter nicht nur darum gehen, eine weitere Verkaufsflächn einzurichten, sondern zunächst einmal darum, weitere Touchpoints in der Customer Journey abzudecken. Wie sehr gerade letzteres nötig ist, dass zeigt ja gerade eine aktuelle Studie von Google über die Rolle der Smartphones im Kaufprozess.
Und was für Smartphones gilt, gilt für Tablets erst recht. Laut einer Studie von Adobe haben Tablet-Nutzer pro Einkauf 54 Prozent mehr ausgegeben als Smartphone-Nutzer und 21 Prozent mehr als PC- und Laptop-Nutzer. Sie haben obendrein knapp dreimal häufiger Produkte und Dienstleistungen online gekauft als Smartphone-Nutzer und ungefähr gleich häufig wie PC- und Laptop-Nutzer.
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