Mobile Payment: Der Geldmarkt gerät in Bewegung

Von Olaf Kolbrück Olaf Kolbrück | 30. Januar 2013 |

Kassenzettel Euronics
Reposito sammelt Kassenzettel und schafft damit neue Kontaktpunkte

Hauptsache Geld! Wie gezahlt wird, das wird zur Nebensache.

Online-Einkauf  und stationäres Bezahlen rücken enger zusammen, Mobile Payment per Smartphone findet neue Spielarten und auch die traditionelle Art des Mobile Payment - Bargeld also - sucht sich neue Wege.

Ein Überblick über aktuellen Entwickungen.

 Ingenico, Hersteller dieser immer noch recht klobigen Kartenterminals an Tankstellen und Supermarktkassen, kauft den belgischen Internet-Zahlungsabwickler Ogone. Preis: 360 Millionen Euro. Was den Deal so spannend macht: Zu Ingenico gehört  EC-Cash-Netzbetreiber Easycash. Mit der Übernahme kann Ingenico nun Partnern wie Metro, Rewe, Hornbach, DM weitere Optionen an Internetzahlungslösungen und Verbundmöglichkeiten bieten. Denn Ogone bietet auch Lösungen für das mobile Bezahlen per App, im Webshop und am POS an, schreibt Der Handel. Mit Starbucks hat Ogone erst kürzlich einen Deal für die Abwicklung des Online-Zahlungsverkehrs in Europa abgeschlossen.

Bargeld nimmt neue Wege

Apropo Drogeriemarkt DM: Die Kette kooperiert nun mit dem Zahlungsdienstleister barzahlen.de. Kunden kaufen mit dem Dienst im Web ein, zahlen dann einfach bei Einzelhandelspartnern. Bar. Jetzt auch bei DM. Dabei hat die Kette nicht mal einen Online-Shop.

So gehts: Der Kunde shoppt im Web, wählt Bar zahlen als Bezahlmethode. Es öffnet sich ein Fenster mit dem Bar zahlen-Beleg samt Barcode. Dieses PDF-Dokument druckt der Kunde aus und nimmt es zu einem der stationären Partner mit. Der Beleg wird gescannt und der Kunde bezahlt seinen Online-Einkauf an der Kasse. Die Zahlungsbestätigung wird in Echtzeit an den Online-Shop übertragen, der die bestellte Ware sofort verschicken kann. Den Barcode kann man auch auf sein Handy schicken lassen.

Zu den Investoren gehören unter anderem Oliver Roskopf, Head of Online Marketing bei Zalando sowie Florian Heinemann von Project A Ventures und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer über die Alstin Group.

Zahlen mit QR-Code

Ein anderer Ansatz kommt mit der App Barcoo daher. Mit bislang 8,9 Millionen installierten Apps ist das Produkt von checkitmobile eine Macht unter den Barcode-Scannern. Zusammen mit der mr. commerce GmbH, ein Tochterunternehmen der mr. net group, packt man nun die Geldbörse auf die App. Mit der Integration des Paymentservice Sqwallet von mr. commerce in die barcoo-App sollen Nutzer künftig Produkte bargeldlos mit dem Smartphone bezahlen. Bei SqWallet hinterlegen Nutzer ihre Daten samt Kontodaten, bekommen dann beim Einkauf an der Supermarktkasse einen QR-Code angezeigt, bestätigen den Betrag per Pin und schwupps ist alles bezahlt. Das geht auch online. Was SqWallet und Barcoo aber brauchen, sind Partner im Handel. Da hapert es noch.

 Kassenzettel als Touchpoint

Und was macht man mit dem Kassenzettel? Aufheben. Im Smartphone. So gehts: Kunden erhalten auf ihrem Kassenbon einen QR-Code, der mit der App von Reposito eingescannt wird und dann in Apples Passbook-Anwendungen gespeichert wird. In einem Pilotprojekt mit fünf Euronics XXL-Filialen am Bodensee hat Reposito das getestet. Dabei wurden bereits mehr als 6.000 digitale Kassenzettel per QR-Code von Kunden genutzt.

Wofür das gut sein kann? Haben Händler das Tool im Einsatz, kann man den Kunden Angebote und Coupons auf das Smartphone schicken. Manko: Erst 160.000 Kunden sammeln ihre Kassenzettel auf diese Weise digital.

Daneben mischen Anbieter wie  iZettle, Payleven, Sumup und Streetpay mit mobilen Kassenlösungen, bei denen je nach Modell die Kreditkarte oder die EC-Karte über einen Aufsatz am iPhone eingelesen wird, den Markt auf und erhoffen sich reichlich Partner in der Welt der Boutiquen, Restaurants und Döner-Buden. t3n hat dazu gerade einen Überblick produziert. 


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Schlagworte: Mobile Payment

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