Achja, Corona – das Virus schreibt Wirtschaftsnachrichten und echte Heldengeschichten: Thomas Moore, 99jähriger Kriegsveteran aus Großbritannien, seit einer Hüftverletzung mit dem Rollator unterwegs, leistet  seinen Beitrag zur Unterstützung für den Nationalen Gesundheitsdienst NHS: Mit Spaziergängen wollte er auf einer Spendenplattform Geld einsammeln, 1000 Pfund hatte er sich vorgenommen. Die waren bereits nach einem Tag erreicht, so visierte er die 100.000 Pfund-Marke an. Die wollte er bis zum 30. April, seinem 100. Geburtstag, erreichen. Inzwischen sind 12 Millionen Pfund zusammen gekommen – und der alte Herr dreht weiter seine Runden. Mit Engagement und einem Plan kann jeder viel bewegen. Denken Sie dran, wenn Sie jetzt den Restart am Montag planen.

//// HANDEL NATIONAL
E-Food stößt ans Limit
An jeder Ecke Supermärkte: Bislang kamen die Online-Bestellungen von Lebensmitteln nicht so recht in Gang, Kunden kauften lieber selbst vor Ort. Auch das hat Corona gründlich verändert. Ob Amazon Fresh, Edeka Bringmeister, der Rewe Lieferservice oder Picnic – die Lieferdienste kommen inzwischen nicht mehr hinterher mit dem Liefern. Wer seinen Wocheneinkauf gebracht haben will, muss daher lange Lieferzeiten einkalkulieren. Teils sind die Termine innerhalb weniger Minuten schon vergeben. Das kann eine Chance zur Etablierung von E-Food sein, meint Business Insider: wen die Lieferdienste jetzt investieren und Kapazitäten massiv ausbauen, auch wenn unsicher bleibt, ob Kunden weiterhin online bestellen werden.
Webinar zu drängenden Personalfragen.
© Foto: DFV
Webinar zu drängenden Personalfragen.

Sicherheit für Radhelden
Sie bringen Essen – und gehen dabei hohe Gesundheitsrisiken ein: Wenigstens stellt der Lieferdienst Delivery Hero nun seinen freien Rad-Kurieren Geld für den Quarantänefall in Aussicht. Sollte ein Fahrer krank werden und pausieren müssen, bezahlt ihn das Unternehmen 15 Tage lang weiter. Drei Millionen will das Unternehmen dafür laut Tech.eu einsetzen – für alle Radkuriere, die in 43 Ländern für Delivery Hero fahren. Viel ist das nicht.

Online hilft

Mit dem E-Commerce taten sich die Electronic Partners (EP) bislang eher schwer. Doch nun hilft er den Verbundpartnern, Umsatz zu erhalten und neue Kunden anzusprechen. Die Hälfte des Umsatzes werde jetzt online erzielt, gab EP-Chef Friedrich Sobol gegenüber Channelpartner zu, und: "Aktuell kompensieren die Onlineverkäufe mehr als ein Drittel der Umsatzausfälle aus dem stationären Bereich." Dadurch wird Online jetzt auch bei den EP wichtiger. Endlich.

Weiter in Kontakt bleiben
Pizza Hut macht's vor: Im Gegensatz zu Marken wie Coca Cola oder John Lewis wirbt die Pizza-Kette jetzt offensiv, denn in der Krise darf die Kommunikation mit den Kunden nicht abbrechen. Der Corona-Ratgeber „Kommunikation in der Krise“ zeigt auf 49 Seiten, wie Unternehmen gerade jetzt mit ihren Kunden Im Gespräch bleiben und wie sie dabei neue Erlösmodelle und Verkaufskanäle entdecken können

Millionen für Warenverkehr
Mit Garantien im Wert von 30 Milliarden Euro wird der Bund dafür sorgen, dass Lieferketten nicht abreißen: Immer mehr Unternehmen beklagen, dass ihre Geschäftskunden Rechnungen nicht bezahlen oder Aufträge kurzfristig stornieren. Normalerweise sichern Kreditversicherer diese Risiken ab, doch jetzt geben sie ihre Policen nur ungern ab. Der Bund sichert ihr Geschäft mit den Garantien, damit der Warenverkehr reibungslos läuft. Laut Absatzwirtschaft hängen an den 30 Milliarden Euro Umsatzerlöse im Wert von 400 Milliarden Euro.

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E-Paper

Gute Leute für die Zeit danach - Spezial Personal in Der Handel



Corona im Überblick
Jetzt geht's raus aus dem Zwangspausenmodus: Das neueste Corona-Dossier beschäftigt sich daher mit den Plänen und Programmen, die Händler und Industrie zur Rückkehr in die Normalität ergreifen. Mit den Nachrichten, Berichte und Analysen aus Handel, Gastronomie, Touristik und Modewelt, aus der Lebensmittelbranche, Finanzwelt sowie aus der Logistik von etailment bereiten Sie sich auf die Veränderungen in der Wirtschaft vor und rüsten sich für den Restart.

//// HANDEL INTERNATIONAL
Facebook kopiert sich selbst
Simulationen sind ein wichtiger Teil der Grundlagenforschung: Facebook hat sich dafür die eigene Plattform Web Enabled Simulation aufgebaut und kopiert darauf sich selbst, weiß The Verge. Bots, also Algorithmen, imitieren dabei einfache Aktionen der menschlichen Mitglieder. So will die Community Betrügereien auf die Spur kommen, Fake News und Belästigungen, aber auch Strategien gegen diese negativen Auswüchse entwickeln. Laut Handelsblatt versucht Facebook außerdem einen Re-Start mit seiner elektronischen Währung Libra, beantragt dieses Mal aber die Bankenlizenz nicht in Europa, sondern in der Schweiz.

Shoptalk goes digital
Webinare und virtuelle Konferenzen – der US-amerikanische Messeveranstalter Shoptalk beginnt nächste Woche mit den ersten digitalen Veranstaltungen. In den ersten Tabletalks werden sich vier bis sechs Teilnehmende mit Experten um den Einfluss von Corona auf den Handel beschäftigen. Shoptalk ist nicht der einzige Veranstalter, der jetzt über neue, digitale Formate nachdenkt, auch die Toy Association will Spielwaren-Messen jetzt digitalisieren, schreibt Retail Dive.

Navigator durch die Krise
Für viele Unternehmen spitzt sich die Lage in der Corona-Krise zu. Die Management-Herausforderungen sind gewaltig. Flexibilität ist gefragt. Gesetze und Recht bieten da Orientierung und schaffen selbst neue Flexibilität. Der Business Guide "Recht: Welche Gesetze durch die Krise helfen" liefert auf 28 Seiten Antworten auf die drängendsten Fragen.

Microsoft spielt mit NBA
Mit dem nationalen Basketballverband NBA will Microsoft eine Basketball-Plattform aufbauen. Fans sollen hier Livestreams von Ligaspielen, aber auch verpasste Partien abrufen. Ihre Vorlieben und das Nutzerverhalten sollen das Angebot aussteuern helfen. Microsoft bietet für die mehrjährige Partnerschaft die Azure- und Surface-Technik auf, von der NBA kommen die prominenten Zugpferde, mit denen zahlende Fans angezogen werden sollen, berichtet Geekwire.

//// Technik & Trends
Douglas verzahnt Offline und Online
Kleine Spielereien, nützliche Funktionen: Mit einer App hat Douglas eine Brücke zwischen Online-Shop und Filialen gebaut. Mobilbranche stellt sie vor, beschreibt die Funktionen – gute Lektüre zum Nachmachen.

Kunden vergraulen
Achtung – Kunde droht mit Auftrag: Wieso also viele Worte um ein Produkt machen? Warum Ware nicht gleich im Voraus bezahlen lassen? Onlinehändler-News hat die zehn wichtigsten, nicht ganz ernst gemeinten Punkte zusammengestellt, mit denen Sie Ihre Käufer auch wirklich vergraulen. Lesenswert!

Zahl des Tages
Amazon profitiert ganz besonders in der Corona-Krise: Seit Anfang März hat das Unternehmen insgesamt 175.000 neue Stellen ausgeschrieben, einen großen Teil davon hat das Unternehmen bereits besetzt. Allerdings stößt auch Amazin jetzt an Grenzen: Eine Werbekampagne zum Muttertag wurde gecancelt, inzwischen bittet Amazon Kunden nicht mehr so viel zu bestellen. Und noch eine Zahl aus dem Amazon-Universum: Über die Amazon Web Services wird sichergestellt. dass 700.000 Studierende in den USA virtuell und digital weiter lernen können. Jeff Bezos nennt diese Zahlen in seinem Brief an die Aktionäre.

Favorit der Leser:
Produktbeschreibungen lassen oft Fragen offen, doch Telefonservice ist ein großer Kostenblock: Chatbots bieten digital Alternativen. Thomas Täuber, Chef der Beratung Accenture in Deutschland, beschreibt, was im Conversational Commerce ankommt.