Amazon: Händlerdaten ausgenutzt?

Es ist ein Generalverdacht vieler Händler auf dem Marketplace: Amazon nutzt ihre Verkaufsdaten, um dann die Produkte selbst anzubieten und die Händler im Preis auch noch zu unterbieten. Der Dienstleister Upstream glaubt für diese Politik anhand einer Untersuchung von Mode-Artikeln nun klare Beweise gefunden zu haben, berichtet Fortune: " Upstream sampled 857 women’s clothing products initially sold by marketplace sellers and checked to see when Amazon initiated selling the same items. Within 12 weeks, Amazon began selling 25 percent of the top items first sold through marketplace vendors."

Überraschend dürfte ein solches Verhalten, wenn es denn zutrifft, für viele nicht sein. Oft genug hatten manche Händler schon das Gefühl, dass manche Produkt- und Preisentscheidung von Amazon kein Zufall sein kann. Andererseits wäre Amazon aber auch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn es dieses Spiel mit dem Feuer und der Loyalität seiner Marktpartner riskieren würde.

Jetzt lesen: Rewe dreht an den Liefergebühren, Zalando optimiert Sendungsverfolgung per App.

Rewe

Lang ist der Weg, bis man im Lebensmittel-Onlinehandel die richtige Preisstellung für die Lieferkosten gefunden hat. Rewe hat die Liefer-Preise in seinem Online-Shop kürzlich angehoben. Nun kostet der Lieferservice zwischen 3,90 und 4,90 Euro. Davor nahm Rewe teilweise nur 2 bis 3 Euro. Eine Marketingaktion, heißt es. Die gibt es auch weiterhin für Xing-Premium-Mitglieder. Da wurde sogar draufgesattelt. Die Xing-Zahler sparen derzeit 10 statt 5 Euro bei jeder Bestellung. Neu für alle Rewe-Kunden: Beim Kauf über 100 Euro entfällt die Liefergebühr.

eBay:

eBay hübscht sich weiter in Sachen Mode auf und holt sich mit Mädchenflohmarkt einen der beliebten Anbieter von Pre-Loved-Fashion mit einem eigenen Shop stores.ebay.de/Madchenflohmarkt auf die Plattform. TMTA

 

E-Commerce:

Bei den Marktzahlen des Branchenverbands bevh geht es gegenwärtig munter hin und her. Für das 2.Quartal meldet man einen plötzlichen Einbruch, nun für das dritte Quartal 2014 wieder Wachstum von 2 % im interaktiven Handel. Zudem rechnet der Branchenverband nur noch mit einem "mittleren einstelligen" Wachstum - Anfang des Jahres waren es noch rund 16 %. Ein Grund dafür: Die Konjunktur.
Trotzdem ist bei den Zahlen vielleicht Vorsicht geboten: Dass  die Onlinemarktplätze wie Ebay und Amazon gegenüber dem Vorjahreszeitraum gut 20% Umsatz (auf 5,272 Mrd Euro) verlieren, Multi-Channel-Händler dagegen um mehr als 27% auf 4,393 Mrd Euro zulegen, muss man erst mal sacken lassen.
Manches erklärt sich auch im Kleingedruckten. Das Buch-Versandgeschäft verlor laut Verband im 3.Quartal 21,7% Umsatz auf 1,018 Mrd Euro. Grund hier: Das Wachstum bei den E-Books. Die firmieren aber im Segment - Achtung - Dienstleistungen.


Amazon II:

Die Kommissionier-Roboter von Kiva kommen vorerst nicht nach Deutschland: Grund: Die Arbeitschutzregeln, wenn Mensch und Maschine zugleich unterwegs sind, weiß die Lebensmittel Zeitung.


Zalando:

Die verbesserte Zalando-App für iOS bietet jetzt eine hundertprozentige Sendungsverfolgung.

 

Zitat des Tages: "We didn’t get the price right," David Limp, Amazon Senior Vice President für Devices, erklärt Fortune den Misserfolg des Fire Phone mit der Preisstellung. 

 

Lufthansa:

Die Lufthansa Group will über ihren Same-Day-Service Liefery bis Ende 2015 in 100 deutschen Städten die Lieferung online bestellter Waren innerhalb von 90 Minuten möglich machen. Liefery, Produkt der Lufthansa-Beteiligung time:matters, ist bereits in 35 deutschen Städten verfügbar. Wer die Lieferung erst später wünscht, definiert ein 60-minütiges Zeitfenster. Die Kosten starten bei 6,99 Euro.


Rakuten:

Rakuten wirbt in Österreich mit Richard Lugner (der vom Opernball) im TV: Der Baulöwe und Shoppingcenter-Betreiber darf im TV-Spot der Kampagne für den SuperSale gleich noch eine politische Botschaft unterbringen: "Und i derf net aufsperrn wann i will". Munterer Clip.



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EmmasBox:

Die österreichische Pfeiffer-Gruppe, der drittgrößte Lebensmitteleinzelhändler des Landes, investiert eine siebenstellige Summe in EmmasBox, das gekühlten Paketstationen für den Einzelhandel entwickelt. Location Insider


Digitale Welt:


Amazon III:

Exciting Commerce ist in den USA auf eine runderneuerte Amazon.com-Seite gestoßen, die mit reduzierter Optik und ohne Preisangaben auf der Startseite daherkommt. Die Seite wird aber noch nicht allen Nutzern angezeigt.


Amazon IV:

Amazon klopft lautstark am chinesischen Markt an. Amazon erleichtert seinen Händlern nämlich das Cross-Border-Shopping. Chinesen können damit leichter all die Waren bei Amazon in den USA oder Deutschland einkaufen. Zudem soll die Lieferung beschleunigt werden. Tech in Asia / ChinaInternetWatch


Groupon:

Die gute Nachricht: Der Umsatz wuchs im dritten Quartal um 27 % auf 757 Millionen Dollar. Da wollte auch die Börse trotz weiterer roter Zahlen nicht kleinlich sein und schob die Aktie ins Plus. Handelsblatt

Apple Pay:

Apple könnte womöglich noch in diesem Jahr mit einem Loyalty-Programm starten. Das Bonus-Programm könnte dann, die Gerüchteküche weiß da auch nichts genaues, mit Apple Pay verbunden sein. Zudem gilt die Integration von Buy-Buttons in iAds als möglich. Payment Week


Digitale Trends & Fakten:

Instagram:

Instagram kann jetzt auch Video-Werbung und macht 15-sekündige Spots im Stream möglich. Adweek


Pioniere:

Für die Premiere des Trendforums "Pioniere"  am 27. November in Frankfurt verlost etailment zwei Freitickets. Auf dem Kongress treffen sich Geschäftsführer und Führungskräfte aus dem E-Commerce und diskutieren über Zukunftspotenziale und neue Modelle für die Multichannel-Welt von Morgen.


Zahl des Tages:
Amazon stellt mehr als 10.000 Saisonmitarbeiter in den neun deutschen Logistikzentren ein. Amazon


Lesetipp des Tages: "The 6 Scary Truths About Becoming an Entrepreneur" - Entrepeneur.


Beliebtester Beitrag am Vortag: Lokale Marktplätze: Mehr als ein Strohhalm?

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