Es geht wieder los - zumindest für kleinere Läden. Wie erwartet wird die Rückkehr zum gewohnten Alltag in kleinen Schritten vollzogen. Das halten viele für ungerecht. Aber es ist ein Anfang und ein sehr gutes Zeichen, dass wir darüber debattieren.

//// HANDEL NATIONAL
Geschäfte können wieder öffnen
Boutiquen, Fachhändler und alle Geschäfte mit einer Größe bis zu 800 Quadratmetern dürfen wieder öffnen – wenn sie Warteschlangen vermeiden, Hygienemaßnahmen einhalten und den Kundenzustrom steuern können, so dass Abstand gewahrt bleibt. Unabhängig von der Flächenangabe dürfen Auto, Fahrrad- und Buchhandlungen öffnen. Bürgern, Wirtschaft und Handel erlaubt die Bundesregierung eine nur schrittweise Rückkehr zur Normalität. Laut Handelsblatt bleibt die Kontaktsperre für Bürger bis 3. Mai bestehen, ab 4. Mai dürfen Friseure wieder Haare schneiden, wenn sie Hygienemaßnahmen für Mitarbeitende und die Kundschaft einhalten. Großveranstaltungen bleiben bis August verboten. Die stufenweise Wiedereröffnung führe zu Wettbewerbsverzerrungen, kommentiert der Verband HDE, Abstands- und Hygieneregeln könnten in kleinen wie in großen Läden eingehalten werden. Auch Douglas-Chefin Tina Müller ist kritisch: "Ich hätte mir stattdessen eine Begrenzung der Kundenanzahl pro Quadratmeter gewünscht, um Mindestabstände einzuhalten. So könnte man einheitliche Vorgaben für den gesamten Einzelhandel umsetzen, ohne nach Verkaufsfläche oder Branche zu differenzieren." An den Grenzen bleibt vorerst alles beim alten: Die Kontrollen zu den Nachbarstaaten werden nicht aufgehoben, berichtet Reuters.

Weiter in Kontakt bleiben
Pizza Hut macht's vor: Im Gegensatz zu Marken wie Coca Cola oder John Lewis wirbt die Pizza-Kette jetzt offensiv, denn in der Krise darf die Kommunikation mit den Kunden nicht abbrechen. Der Corona-Ratgeber „Kommunikation in der Krise“ zeigt auf 49 Seiten, wie Unternehmen gerade jetzt mit ihren Kunden Im Gesperäch bleiben und wie sie dabei neue Erlösmodelle und Verkaufskanäle entdecken können

Abracar ausgebremst

Bitteres Ende: Die Allianz gibt ihren erfolgreichen Online-Gebrauchtwagenvermittler Abracar auf, weil sich ein strategischer Investor zurückzog. Das Startup entstand im hauseigenen Inkubator der versicherung, diese investierte stolze 11,5 Millionen Euro in das Unternehmen mit rund 40 Beschäftigten, berichtet Deutsche Startups. 2019 will das Unternehmen rund 7500 Autos zu einem Marktwert von 100 Millionen Euro vermittelt haben. Ende Mai beginnt die Auflösung.

59 Millionen für Taxfix
Es gibt noch Geld für Startups: Laut Gründerszene bekommt Taxfix 59 Millionen Euro von verschiedenen Investoren. Es ist die dritte Finanzierungsrunde der Berliner, deren App bei der Steuererklärung hilft. Mit dem Geld will Taxfix, das 2016 gegründet wurde, seit 2019 rund 40 Millionen Euro eingeworben hatte und 200 Angestellte beschäftigt, internationalisieren und 100 neue Stellen schaffen.

Corona im Überblick
Wie in den zurückliegenden Wochen informiert etailment Sie weiterhin aktuell über die wirtschaftliche Entwicklung in Zeiten der Corona-Pandemie: Lesen Sie im Corona-Dossier Nachrichten, Berichte und Analysen aus Handel, Gastronomie, Touristik und Modewelt, aus der Lebensmittelbranche, Finanzwelt sowie aus der Logistik. Damit Sie vorbereitet sind auf die Veränderungen in der Wirtschaft und sich für den Restart rüsten.

© istockphoto/Color_life
E-Paper

Gute Leute für die Zeit danach - Spezial Personal in Der Handel


//// HANDEL INTERNATIONAL
Best Buy schrumpft sich gesund
Kurzarbeit ist hier zu Lande ein Erfolgsmodell und wird vom Staat gefördert. US-Unternehmen kupfern diese Strategie jetzt ab, ohne staatliche Unterstützung: Ab 19. April schickt etwa Multichannel-Händler Best Buy seine Teilzeitkräfte in Zwangsurlaub, ihre Krankenversicherung läuft drei Monate weiter. Ein Teil der Vollzeit-Angestellten reduzieren freiwillig ihre Arbeitszeit und ihr Gehalt, bei den Führungskräften wird das zur Pflicht: Vorstandschefin Corie Barrie verzichtet auf die Hälfte ihrer Bezüge, die Führungscrew auf 20 %. Bis September sollen außerdem Lagerkapazitäten minimiert und auf wichtige Produkte fikussiert werden, weiß Retail Dive.

Lyft liefert Lebensmittel
Mobilitätsanbieter Lyft wird jetzt wir Uber Eat, Instacart und Door Dash ebenfalls zum Lieferdienst. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die mit dem Handel kooperiert, geht Lyft dafür Partnerschaften mit lokalen gemeinnützigen Organisationen ein, damit bedürftige Familien oder kranke Menschen Lebensmitel. Hygieneproudkte und Medizin erhalten, berichtet CNN.

Amazon erlaubt Lieferungen
Obwohl Amazon gerade wegen schlechtem Ansteckungsschutz für Lagerbeschäftigte unter Druck geraten ist, seine sechs Lager in Frankreich schließt und in den USA Wartelisten für E-Food-Lieferungen einrichtet, befindet sich der Aktienkurs auf einem Rekordhoch. Offensichtlich rechnet der Marktplatzbetreiber und Online-Händler jetzt aber mit einer Beruhigung seins Geschäfts und hebt die Priorisierung von Lebensmitteln, Hygieneartikel und Medikamenten auf, berichten die Onlinehändler-News. Händler, die weniger krisenrelevante Waren über den Marktplatz vertreiben, können diese wieder an die Lager liefern. Allerdings bleiben die Account-Sperrungen wegen schlechter Verkaufszahlen mindesten bis Mitte Mai ausgesetzt, weiß Internetworld.

Navigator durch die Krise
Für viele Unternehmen spitzt sich die Lage in der Corona-Krise zu. Die Management-Herausforderungen sind gewaltig. Flexibilität ist gefragt. Gesetze und Recht bieten da Orientierung und schaffen selbst neue Flexibilität. Der Business Guide "Recht: Welche Gesetze durch die Krise helfen" liefert auf 28 Seiten Antworten auf die drängendsten Fragen.

Neue Messe für Uhren
Ob das ein kluger Schritt ist? Aus Besorgnis vor der Corona-Epidemie sagte die Messe Basel die Uhrenschau Baselworld, die Anfang April stattfinden sollte, ab. Einige Markenhersteller sind darüber verärgert, offenbar, weil mit ihnen dieser Schritt nicht besprochen wurde. Laut Fashion United wollen Patek Philippe, Rolex, Chopard und Chanel jetzt ihre eigene Uhrenmesse in Genf starten.

© istockphoto/Color_life
E-Paper

Gute Leute für die Zeit danach - Spezial Personal in Der Handel


//// Technik & Trends
Videos selber machen
Kleine Videos erstellen: In Zeiten der Corona-Krise hat Youtube die Einführung seines Videobuilders beschleunigt. Unternehmen können damit Texte, Fotos und Grafiken animieren, berichtet Techcrunch.

Legos Oster-Werbehit
Viele Sympathiepunkte und massenweise Aufmerksamkeit hat Lego mit seinem Werbevideo zu Ostern gewonnen: Mit vielen Anspielungen auf Boris Johnsons Covid-19-Erkrankung zeigt der Spielzeughersteller die familiären Seiten vom Stubenhocken. Youtube zeigt den Spot, The Drum beschreibt Hintergründe und Erfolg.

Zahl des Tages
Corona zwingt stationäre Händler ins Netz: In den letzten beiden Märzwochen stiegen bei Internet-Serviceprovider Strato die Bestellungen für einen Webshop um 240 % an. Waren Anfang März lediglich 15 % der Online-Händler von Strato auch in einem Ladengeschäft aktiv, stieg dieser Anteil auf 66 %. Etwa jede sechste neue Webadresse wurde für einen Lebensmittelhandel registriert, 13 % für Boutiquen und 12 % für Möbel und Einrichtung.

Favorit der Leser:
Insolvenz, harte Schnitte, Restrukturierung – Weltbild hat vieles bereits durchgemacht, was Multichannel-Hänbdler jetzt regeln müssen. Daher zieht das Interview mit Weltbild-Chef Christian Sailer jetzt viel Interesse auf sich: "Wir haben das Unternehmen fit für die Zukunft gemacht – das ist die beste Motivation", hat Sailer in der Krise erfahren.