Die Deutschen lieben Münzen und Scheine – Corona aber verstärkt den Trend zum bargeldlosen Zahlen. AirPlus drängt daher mit einer neuen virtuellen Kreditkarte auf den Markt. Während andere bereits Milliarden schaufeln, sucht der Handel neue Wege der Umsatzsteigerung.

///// HANDEL NATIONAL

Adevinta hat Ebays Kleinanzeigen-Sparte übernommen
Jetzt ist es amtlich: 9,2 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 8 Milliarden Euro) bezahlt der norwegische Online-Marktplatz Adevinta nach eigenen Angaben für die Anzeigensparte von Ebay, wozu auch das Portal mobile.de gehört - unser Morning Briefing hatte gestern über die ersten News berichtet. Durch die Übernahme entstehe der größte Online-Anzeigenmarkt der Welt, analysiert internetworld.de.
Adevinta hat sich im Bieterrennen gegen ein Konsortium aus Finanzinvestoren sowie Beteiligungsgesellschaft Prosus des Medienkonzerns Naspers durchgesetzt. Adevinta will 2,5 Milliarden US-Dollar in bar bezahlen, der Rest der Summe soll mit Adevinta-Aktien beglichen werden. Dies wiederum bedeutet, dass Ebay mit einer Beteiligung von 44 Prozent zum neuen Großaktionär von Adevinta wird und damit am Anzeigengeschäft beteiligt bleibt.
Adevintas bisheriger Mehrheitseigner, der Medienkonzern Schibsted, will dem Deal den Angaben zufolge zustimmen. Er soll künftig statt mit 59 Prozent nur noch mit einem Drittel an Adevinta beteiligt sein.

"Filialen komplett auf einem Smartphone betreiben"
Wenn man keine Scheu vor englischsprachigen Fachbegriffen hat, lohnt es sich, auf locationinsider.de das Interview mit Stephan Schambach zu lesen. Er ist einer der "erfolgreichsten Firmengründer aus Ostdeutschland" heißt es dort. Bekanntgeworden ist Schambach durch den 1995 gegründeten E-Commerce-Wegbereiter Intershop. Seine zweite Firma Demandware verkaufte er an Salesforce, sie heißt heute Salesforce Commerce Cloud. Anschließend gründete Schambach in den USA das Unternehmen New Store. Wieso das Smartphone beim Verkauf – beim Käufer wie beim Verkäufer – eine Schlüsselrolle spielt, verrät er in dem Interview. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Milliarden-Gewinn in einer Nacht
"Während Du schliefst" ist eine US-amerikanische Komödie, deren Titel dem Amazon-Chef Jeff Bezos ein Strahlen aufs Gesicht zaubern dürfte. Denn während er schlief (eine Nacht, sic!), mehrte sich sein Reichtum. Und zwar um sage und schreibe 13 Milliarden US-Dollar: Der Aktienkurs des E-Commerce-Unternehmens Amazon stieg aufgrund des zunehmenden Optimismus in Bezug auf Online-Shopping-Trends innerhalb von einer Nacht um 7,9 Prozent. Insgesamt ist der Kurs der Amazon-Aktien in diesem Jahr um 73 Prozent gestiegen. Bezos Vermögen beläuft sich damit derzeit auf etwa 189 Milliarden US-Dollar. Er führte damit weiterhin die Ranking-Liste der reichsten Menschen der Welt an. Mehr dazu verrät der Bloomberg-Billionaires-Index.

Instagram-Shop startet in den USA
Instagram wird zum Online-Marktplatz: Wie fashionunited.de berichtet, ist es in den USA nun möglich, über den Foto- und Video-Sharing-Dienst einzukaufen. Instagram Shop ist eine separate Seite unter dem "Explore-Tab". Nutzer können darüber direkt einkaufen und bekommen personalisierte Kaufempfehlungen. In einigen Wochen soll die neue Seite weltweit verfügbar sein. Bislang werden Instagram-Shopper auf die jeweilige Website des Produkt-Anbieters weitergeleitet. Instagram Shop soll abgesehen von neuen Kollektionen und Produkten eine speziell zusammengestellte Auswahl im Instagram Social Shopping-Kanal, dem @shop, haben. Im Laufe des Jahres soll ein "Shop-Tab" Nutzer direkt von der Navigationsleiste zu Instagram Shop bringen. Um den Einkauf nahtlos über Facebook, Messenger, Instagram und Whatsapp zu ermöglichen, soll in den USA zudem in Kürze Facebook Pay für Instagram verfügbar sein.

Alipay-Betreiber plant Börsengang
Die Ant Group plant den Gang an die Börse. Sie betreibt unter anderem den Bezahldienst Alipay, der mit 900 Millionen Nutzern Marktführer in China ist. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2018 wurde die Ant Group mit 150 Milliarden Dollar bewertet. Dies berichtet das Nachrichtenportal t3n.de. Alipay war zunächst als Bezahlmethode für den E-Commerce-Riesen Alibaba entstanden. In der Folgezeit entwickelte sich der Dienst aber zum dominanten Payment-Anbieter Chinas. Nach Schätzungen von I-Research hat Alipay in China einen Marktanteil von mehr als 55 Prozent. Hauptkonkurrent ist der chinesische Internet-Gigant Tencent, der rund 39 Prozent des Mobile-Payment-Marktes in China kontrollieren soll.

Shoppen nur mit Maske
Nachdem in Frankreichs Geschäften nur noch mit Mund- und Nasenbedeckung eingekauft werden darf, führt auch Österreich in Supermärkten, Postfilialen und Banken wieder die Maskenpflicht ein. Das kündigte der österreichische Kanzler Sebastian Kurz in einer Pressekonferenz am Dienstag an; Details sind unter www.merkur.de nachzulesen. Es hilft also nichts: Geschäfte möglichst runterkühlen, damit die Kunden nicht ins Schwitzen geraten, die Masken dadurch allzu lästig werden - und der Einkauf deshalb abgebrochen wird. Denn auf absehbare Zeit heißt es: shoppen nur im Gangster-Style.

///// TRENDS & TECH

Apple will klimaneutral werden
Nachhaltigkeit ist eines der Trend-Themen schlechthin. Schön ist, wenn Unternehmen nicht nur darüber reden, sondern auch handeln. So hat Apple gestern angekündigt, bis zum Jahr 2030 sowohl in der Zuliefererkette als auch bei den Produkten zu 100 Prozent klimaneutral werden zu wollen. Das heißt: Kein verkauftes Apple-Gerät soll dann noch negative Auswirkungen aufs Klima haben. Auch ein innovatives Recycling-Konzept gehört zum Plan; idealerweise würde dies dann dazu führen, dass der Zwang zum Abbau von Metallen wie Eisen, Kupfer, Aluminium, Nickel, Zink, Indium, Tantal und Gold zurückgeht und sich die teils prekären Arbeitsbedingungen der Schürfer verbessern.

AirPlus International launcht virtuelle Kreditkarte für Unternehmenseinkäufe
"AirPlus Virtual Cards Procurement" nennt sich die neue virtuelle Kreditkarte des Zahlungsdienstleister AirPlus International. Nach Angaben des Unternehmens soll sie eine "sichere, übersichtliche und einfache Art" bieten, um Transaktionen abzuwickeln. Besonders Online- und Ad-hoc-Einkäufe sollen damit einfacher und schneller werden. Egal ob beim Kauf von Hardware, Büromaterial, Zeitschriften, Online-Werbung oder Domains. Wie es funktioniert, erklärt Marketingleiterin Yaël Klein: "Für die Bezahlung wird für jede Transaktion eine virtuelle Kreditkarte generiert, die weltweit akzeptiert wird. Alle Transaktionen werden zentral abgerechnet und in einer Sammelrechnung gebündelt." Weiterer Vorteil: "Unternehmen erhalten so eine vollständige Kontrolle über alle Ausgaben". So könnten die Rechnungsdaten mit Infos wie der Kostenstelle versehen und in die Finanz- und Controlling-Systeme integriert werden. Die virtuellen Kartennummern können von den Unternehmen für einen bestimmten Zweck, ein festgelegtes Limit, eine Währung und einen Nutzungszeitraum beschränkt werden.