Liebe Leserin, lieber Leser,  Hitzewelle. Da vermietet der hessische Edeka-Händler Lars Koch sein Kühlhaus an schwitzende Kunden. Zwei Minuten Abkühlung kosten drei Euro. Pfiffig? Putzig? Albern? Stimmt alles. Aber wenn es in Deutschland mehr Händler mit Mut zu kreativen und absurden Ideen geben würde, müsste sich der klassische Handel keine Sorgen um seine Zukunft machen. Wo es im Markt derzeit heiß hergeht, lesen Sie hier.

Amazon Fresh ist Preisführer bei E-Food:

Amazon doniniert den Online-Handel bei Preis und Angebot. Laut einer Analyse des Verbraucherforums mydealz, das die Preise von 700 Amazon Fresh-Produkten mit denen anderer Marktplätze und Online-Shops verglichen hat, waren 37,6 Prozent der Produkte bei Amazon Fresh günstiger und nur 29,3 Prozent teurer als bei anderen Händlern. Im Mittel betrug der Preisvorteil 19,52 Prozent oder 1,15 Euro. Sperrige Produkte wie Getränkekisten und tiefgekühlte Ware liefert Amazon so preiswert wie kein anderer Online-Shop.

Amazon bedruckt T-Shirts:

Merch by Amazon, Druckdienst für T-Shirts und Co und ein möglicher Rivale für Anbieter wie Spreadshirt, ist nun auch in Deutschland am Start. Bei dem Print-On-Demand-Dienst können vor allem Entwickler und Marken eigene T-Shirt-Designs hochladen und für einen Festpreis verkaufen (Demo-Video). Bislang gab es den Service nur in den USA.

GLS steigt bei Parcel-Lock aus:

Paketdienstleister GLS will sich von seinen Anteilen (33 Prozent) an dem Gemeinschaftsunternehmen Parcel-Lock trennen. Die beiden übrigen Gesellschafter Hermes und DPD übernehmen. Das meldet die Lebensmittel Zeitung. Parcel-Lock vermarktet Anbieter-neutrale Paketkästen für Privathäuser.

Marc O' Polo plant mit KI:

Die Modemarke Marc O' Polo kann sich künftig den Einsatz von künstlicher Intelligenz in den Bereichen Bestandsplanung, Cross Channel Services sowie Merchandise vorstellen. Erst einmal aber schaut man zufrieden auf die ersten Ergebnisse nach dem Relaunch des Onlineshops. Dazu gehört ein 25prozentiger Zuwachs der Check-Out Conversion. Der neue Shop ist seit April 2018 live.

Bilou geht nach China:

Vor allem Eltern mit jungen Töchtern kennen die Körperpflegeprodukte der Marke bilou, die auch dank des Einsatzes der Beauty-Bloggerin Bibi ein Kassenschlager ist. Nun sollen sich auch Kunden in China dafür begeistern. Auf Alibaba und TMall soll das Siegel "Made in Germany" zünden. Beim Marketing in China setzt bilou außerdem auf Influencer-Kooperationen mit zwei landesweit bekannten Bloggerinnen.

Deichmann holt Start-up-Gründer:

Deichmann macht Sebastian Hasebrink zum Chief Digital Officer. Hasebrink gründete zusammen mit Lea Lange und Marc Pohl das Start-up Juniqe, ein Online-Shop für Wohnaccessoires. Deichmann will in den kommenden Jahren digital massiv investieren.

INTERNATIONAL


Zara liefert aus den Läden:

Das Lifestyle-Label Zara probiert es jetzt mit Lieferungen aus den Läden. Die sollen angestoßen werden, wenn die online bestellte Ware nicht mehr auf dem Lager greifbar ist oder es aus dem Store schneller geht.

240 Millionen Dollar für Start-up ohne Marken:

Das Startup Brandless verkauft seine Produkte ohne Markenlogo. "Brandless" eben. Die Mehrheit der Produkte kosten drei Dollar. Die Idee war Investoren in einen Finanzierungsrunde nun 240 Millionen Dollar wert.

Pinduoduo verkauft spielerisch:

Pinduoduo, ein chinesisches Shopping-Start-up des Ex-Google-Mitarbeiters Colin Huang, gilt als aufstrebender Rivale für JD und Alibaba. Trotzt eher kleinem Marktanteil von rund 5 Prozent feierte es gerade einen fulminanten Börsenstart an der NASDAQ. Die App bietet Kunden in einer Mischung aus Facebook- und Groupon-Mechaniken mit reichlich Gamificationen-Elementen günstige Produkte.  Auch der Gruppeneinkauf für Rabatte feiert Wiederauferstehung. Einer der großen Investoren bei Pinduoduo ist übrigens Tencent (WeChat). Das "Handelsblatt" schaut sich das Phänomen und Colin Zheng genauer an. Das sollte die Branche auch tun. Nicht nur weil da ein neuer Rivale heranwächst, sondern wegen all dem unterhaltsamen Klimbim mit dem das Start-up das Shopping begleitet.


TRENDS & FAKTEN

Amazon und eBay sollen für Steuerbetrug haften:

Wenn Händler aus Asien beim Verkauf über Amazon, eBay und Co keine Umsatzsteuer für ihre Güter abführen, dann soll nach dem Willen der Bundesregierung künftig die Plattform haften. Ab 2019 sollen E-Commerce-Plattformen demnach verpflichtet werden, Daten über die Händler zu erfassen, die über die Online-Marktplätze Geschäfte machen. Dann sollen die Finanzämter leichter prüfen können, meldet die "Süddeutsche Zeitung". Den Gesetzentwurf will das Kabinett am heutigen Mittwoch beschließen.

Rekordzahlen für Apple:

Apple meldet beim Umsatz einen neuen Rekord. Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal um 17 Prozent auf 53,27 Milliarden Dollar. Nettogewinn: 11,5 Milliarden Dollar ( plus 32 Prozent). Apple übertraf damit die Erwartungen und verkaufte auch mehr iPhones als Analysten prognostiziert hatten. Außerdem soll noch in diesem Jahr Apple Pay in Deutschland starten.

Start-up des Tages:

Zeitverschwendung aufgrund schlechter Organisation des Arbeitsalltags ist kein unbekanntes Problem in deutschen Unternehmen. Pazo hat ein Reporting-Tool entwickelt, das so etwas verhindern soll.

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Instagram bietet sich zunehmend als Shopping-Vehikel an - samt direktem Klick in den Shop. Das nutzt auch Amazon für seine Fashion-Offensive. Marc Aufzug, Geschäftsführer des auf Amazon- und Marktplatz-Management spezialisierten Unternehmens factor-a, erklärt, wie der Online-Riese dabei taktiert und den Modemarkt durch den Hintereingang erobert.