Liebe Leserin, lieber Leser, kreativ sind sie, die etailment-Leser. Für unsere heutige Illustration zum Verbot des Amazon Dash Buttons kamen bei Twitter reichlich Textvorschläge für die Bildunterzeile. Innovationsfeindliche (findet Amazon) Nachrichten muss man manchmal eben mit Humor nehmen. Die weiteren News des Tages sind ohnehin ernst genug. 

Amazon holt Whole Foods-Produkte nach Deutschland
Attacke mit Ankündigung. Amazon bringt seine Eigenmarke „Whole Foods Market“ nach Deutschland und verkauft damit zunächst Bio-Lebensmittel wie Kürbiskerne, Cashews, Quinoa und Basmatireis. In Prime Now und Amazon Fresh wurde die Eigenmarke bislang noch nicht integriert. Der Supermarkt-Blog schaut noch genauer in die Regale.

Gericht verbietet Amazon Dash Button
Die Verbraucherzentrale siegt auch vor dem Oberlandesgericht München gegen den Amazon Dash Button und schubst ihn damit Richtung Elektroschrott. Der Bestellknopf für Katzenfutter, Kaffee, Pampers und biete keine Angaben zu Preis oder Inhalt. Das sei verboten, so das OLG. Wird das Urteil rechtskräftig, kann Amazon seine Buttons als Elektronikmüll entsorgen - oder es passt seinen Kaufknopf rechtskonform an. Eine Revision beim BGH ließ das Gericht nicht zu.
Das OLG München verbietet den Dash Button von Amazon. Die passende Bildunterzeile finden Sie bei Twitter.
© Amazon
Das OLG München verbietet den Dash Button von Amazon. Die passende Bildunterzeile finden Sie bei Twitter.
Amazon berief sich dagegen darauf, dass die Nutzer die Informationen bei der Installation der zu den Buttons gehörenden App erfahre und dort auch nach einer Bestellung einsehen könnten. Aber das reicht dem deutschen Gesetzgeber nicht. Denn die Dinge können sich ändern. Hier die Urteilsbegründung aus der Vorinstanz. Wie aus der Welt der "Aluhut"-Träger wirkt dabei der Vorwurf, dem Button fehle der klare Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung. Ja, wofür drückt man denn da sonst drauf!
Wirklich dramatisch dürfte das Ende der Knöpfe für Amazon nicht sein. Man verliert mit diesem Seitenarm der digitalen Evolution allenfalls ein paar Millionen an Werbekostenzuschüssen der Industrie, die für die Buttons mit Markenlogo zur Kasse gebeten wurde.  

Tarek Müller: Mehr Marge, weniger Händler
Düstere Aussichten bietet Tarek Müller, Gründer der Otto-Tochter About You (Zalando-Verfolger, Mode-Unicorn) der Branche. "Ich denke am Ende werden wir ein Oligopol haben von rund 3-5 großen Mode-Online-Händlern, die rund 75 % des Online-Marktes ausmachen", sagt er im Chat mit Disrooptive und rechnet mit langfristig mit 50%-E-Commerce Anteil. Wer ein bisschen träumen möchte, liest dort auch wie sich seiner Ansicht nach die Marge der Zukunft dank Personalisierung, Eigenmarken und so weiter steigern könnte.

Großfusion im Buchhandel
Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia und die Nummer vier, die Mayersche, fusionieren. 350 Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum und mehrere Online-Shops sollen dann wohl auch Synergien im Wettbewerb mit Amazon möglich machen.

Media-Saturn legt European Retail Alliance auf Eis
Media-Markt-Saturn legt sein Prestigeprojekt einer europäischen Einkaufsallianz mit dem französischen Händler Fnac Darty vorerst aufs Eis. Die Zukunft sei ungewiss, heißt es bei der Lebensmittel Zeitung.

HSE24 lockt im TV Richtung Webshop
Homeshopping-Anbieter wie HSE24 werden als Multichannel-Händler gerne mal übersehen (auch von uns). Nicht aber vom Kunden. Von rund 821 Millionen Euro Umsatz (Tendenz steigend) kommt ein erklicklicher Teil aus dem Netz. Mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes macht HSE24 inzwischen durch Bestellungen über PC, Tablet oder Smartphone, davon macht das mobile Geschäft rund ein Drittel aus. Allein der Bereich E-Commerce in der deutschsprachigen Region wuchs  im vergangenen Geschäftsjahr um 14 Prozent auf 186 Millionen Euro. In der nun gestarteten TV-Kampagne (u.a. auf RTL, RTL2, Vox, Sat.1, Kabel1) von Neverest, die im Radio und digital verlängert wird, rücken HSE24 denn auch logischerweise " konsequent den Online-Kanal in den Vordergrund, um die Kundinnen zum Kauf über hse24.de zu animieren“, sagt Peter Breiling, Leiter Marketing HSE24. 

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INTERNATIONAL


Amazon startet Gratis-TV
Amazon startet mit IMDb Freedive Fernsehen für lau. Der Streamingdienst ist werbefinanziert und zeigt alte Schinken. Vorerst aber nur in den USA. IMDB ist ein gewaltiges Datenportal rund um Filmen und Serien und gehört zu Amazon. Mehr bei Variety.

Amazon kauft Cloud-Start-up
Amazon kauft das Cloud-Computing-Start-up CloudEndure für 250 Millionen Dollar. Die Software des  israelischen Start-ups soll Daten schneller in die Cloud wuppen.


TRENDS & FAKTEN


Video zum Wochenende
Falls Sie sich schon wieder gejagt fühlen, der Tag schon wieder rast, und Sie denken, dass Sie nirgendwo ankommen, dann gönnen Sie sich dieses neunminütige Video mit @MarcusJHBrown. Gern geschehen.

Zahl des Tages
57 Prozent der deutschen Online-Shopper haben schon Sofa, Sessel und andere Einrichtungsgegenstände im Netz bestellt. Das meldet Tusted Shops auf Basis der Zahlen einer Umfrage von Appinio. Da könnte man nun jubeln über die digitale Akzeptanz, man darf auch sicher sein, dass der Online-Möbelhandel deutlich wächst. Doch solange solche Umfrage nicht von vorne herein die Angabe von jedem Teelicht oder Garderobenhaken (Einrichtungsgegenstand) ausschließen, sagen derlei  Zahlen weniger als ein unterbelichtete Powerpoint-Folie.

Start-up des Tages
Wo informiert man sich, wenn man Produkte miteinander vergleichen und sie anschließend vor Ort kaufen möchte? Dafür soll laut Gründer und Geschäftsführer Thomas Lopp, sein Portal anzeiger24.de die erste Anlaufstelle werden. 

Favorit der Leser am Vortag
Die Digitalisierungsoffensive von dm Drogeriemarkt hat Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen. Auf die neue Zentrale in Karlsruhe, auf das neue Verteilzentrum in Wustermark, auf die Eröffnung jedes neuen dm-Marktes, auf alle Prozesse, Arbeitsweisen, Arbeitsmittel und auf die Kommunikation mit Kunden und Kollegen.

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